„The Music of Words“ – Heute ist Internationaler Kinderbuchtag 2021

„The Music of Words“ – Heute ist Internationaler Kinderbuchtag 2021

Jedes Jahr am 2. April ist Internationaler Kinderbuchtag und das schon seit über 50 Jahren. Das Datum wurde nach dem Geburtstag vom Kinderbuchautor Hans Christian Andersen ausgewählt, der am 2. April 1805 in Odense in Dänemark zur Welt kam und der Welt Werke wie „Die kleine Meerjungfrau“ geschenkt hat.

Ins Leben gerufen wurde der Internationale Kinderbuchtag 1967 durch das International Board on Books for Young People (IBBY), einer gemeinnützigen Organisation, die Kindern und Jugendlichen weltweit Interesse an Literatur vermitteln möchte. Gegründet wurde es 1953 Zürich, Schweiz durch die deutsche Journalisten Jella Lepmann (1891–1970) und umfasst inzwischen mehr als 60 Sektionen in verschiedenen Ländern. Der heutige Sitz ist in Basel. IBBY verfügt über einen offiziellen Status sowohl bei der UNESCO als auch bei UNICEF und nimmt so Einfluss auf politische Entscheidungen im Kinder- und Jugendbuchbereich und agiert als Sprecher in diesem Sektor. (1)

Jedes Jahr steht der Internationale Kinderbuchtag unter einem anderen Motto, welches von der nationalen Sektionen des IBBY ausgewählt wird. Diese Sektion bestimmt einen einheimischen Kinderbuchautor, der eine Botschaft an die Kinder der Welt richtet und wählt ebenfalls einen Illustrator, der das jährliche Plakat gestaltet. In Deutschland wird diese vom Arbeitskreis für Jugendliteratur e. V. mit Sitz in München übernommen.

Blick in das Mitmachbilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer in der Bearbeitung von Karoline E. Löffler, (c) Fotografie: Eichhörnchenverlag.

Dieses Jahr heißt das Motto „The Music of Words“ – „Worte sind Trommelschläge und Flöten auf Papier“. Schirmherrschaft und inhaltliche Ausrichtung werden von der US-amerikanischen IBBY-Sektion übernommen. Das jedes Jahr eigens für den Tag gestaltete Plakat stammt vom brasilianischen Illustrator Roger Mello, die dazugehörige Botschaft an die Kinder der Welt von der kubanisch-amerikanischen Lyrikerin Margarita Engle. (2)

Der Tag soll die Freude am Lesen bei Kindern unterstützen und darauf aufmerksam machen, wie wichtig Lesen und der Zugang zu Büchern für Kinder sind. Denn leider ist weltweit ein freier Zugang zu Literatur nicht selbstverständlich. (3) Generell setzt sich deshalb IBBY für die Veröffentlichung und Verbreitung von Kinder- und Jugendbüchern ein, was durch das Internationale Abkommen über die Rechte von Kindern 1990 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Dafür ist eine gute Infrastruktur nötig, also Verlage, Druckereien usw., weshalb auch die Veröffentlichung und Verbreitung von Kinderbücher in den Mittelpunkt gestellt werden soll, ebenso wie die Förderung von Autor:innen und Künstler:innen. (1)

Übrigens: die drei meist verkauften Kinderbücher sind: „Der Hobbit“ von J. R. R. Tolkin, „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry und „Anne auf Green Gabels“ von Lucy Maud Montgomery. (3)

Beitragsautorin: Katharina Schulze

Quellen

1) Giese, Sven: Internationaler Kinderbuchtag – International Children’s Book Day 2021, 15. Januar 2021, unter: https://www.kuriose-feiertage.de/internationaler-kinderbuchtag/ (letzter Aufruf: 01.04.2021).

2) Internationaler Kinderbuchtag: Weltweites Fest für die Kinder- und Jugendliteratur 2021 unter Patenschaft von USBBY, 11.02.2021, unter: https://www.jugendliteratur.org/news/internationaler-kinderbuchtag-494/?page_id=1 (letzter Aufruf: 01.04.2021).

3) Internationaler Kinderbuchtag, 02.04.2020, unter: https://www.zdf.de/kinder/logo/internationaler-kinderbuchtag-100.html (letzter Aufruf: 01.04.2021).

Es ist soweit – die Adventszeit steht vor der Tür!

Es ist die Zeit der Adventskalender und des gemütlichen Vorlesens auf dem Sofa. Wir haben darum gemeinsam mit 24 weiteren Verlagen einen Kinderbuch-Adventskalender auf Instagram für euch vorbereitet. Wir alle werden euch dort in unseren Stories immer je einen besonderen Titel aus dem Programm der Kolleg*innen vorstellen und hoffen, euch auf diese Weise die ein oder andere Entdeckung und Inspiration in die Festtage mitzugeben!

Meine persönliche Bücherwunschliste hat sich mit den Vorbereitungen des Adventskalenders jedenfalls schon deutlich verlängert! Besonders gefreut hat mich die große Vielfalt der vorgestellten Titel. Manche beschäftigen sich thematisch mit der Weihnachtszeit, eines mit Chanukka und viele greifen ganz andere Geschichten und Themen auf. Mehrere mehrsprachige Titel sind dabei, ganz viel Herz und auch etwas Kunst.

Lasst euch überraschen und schenkt den teilnehmenden Verlagen eure Aufmerksamkeit! Mit dabei sind:

360 Grad Verlag, Amiguitos Verlag, Aracari Verlag, Ariella Verlag, Verlag Biber und Butzemann, Chocolate Flowers Kinderbuchverlag, Drachenhaus Verlag, Edition Claus, Edition See-Igel, Eichhörnchenverlag, Fritzi und Lulu, Goldblatt Verlag, Jacoby und Stuart, Kunstanstifter Verlag, Liselotte Zottelwind, Monika Fuchs, Neissufer Verlag, neunmalklug verlag, Reprodukt, Schaltzeit Verlag, Theil Kinderbuch Verlag, Verlag Karim Pieritz, von Sky Publishing, Windy Verlag, Edition Zweihorn

PS: Vielleicht habt ihr auf unseren Social Media Kanälen schon gesehen, dass die Aushänger vom WINDKIND bei uns eingetroffen sind? Wir sind (wieder einmal) ganz begeistert von der Qualität des Drucks! Fast sieht es so aus, als hätten wir die Original-Collagen von Elisa Brückner auf die Seiten geklebt!

Das WINDKIND – wie auch KLEINER LÖWE WILLIAM – kann übrigens schon vorbestellt werden. Die Lieferung erfolgt noch vor Weihnachten! 😉

Beitragsautorin: Nina A. Schuchardt

Im Herbst 2020 erwarten euch zwei Neuerscheinungen im Eichhörnchenverlag! Beide könnt ihr ab sofort vorbestellen! 🙂 Eine davon wird WINDKIND von Elisa Brückner und Gerd Knappe sein. Dieses luftig-lyrische Bilderbuch habe ich euch im letzten Blogbeitrag vorgestellt. Heute nehme ich euch mit auf einen Spaziergang durch einen Tag im Leben des kleinen Löwen William. Nachdem Karoline E. Löffler im vergangenen Jahr schon einen Bilderadventskalender mit uns veröffentlicht hat, wird KLEINER LÖWE WILLIAM ihr erstes Bilderbuch im Eichhörnchenverlag. Es ist ein wundersamer Streifzug durch einen dieser ganz normalen und gerade deshalb so besonders wichtigen Tage, die unser aller Leben ausmachen.

Collage aus der Serie KLEINER LÖWE WILLIAM (c) von Karoline E. Löffler.

Gääähn! Gerade erste aufgestanden, aber schon ein breites Lächeln auf den Lippen. So schaut uns der kleine Löwe William vom Cover, gleichsam wie aus dem Spiegel entgegen und gleich erkennen wir uns selbst in ihm, wie er so voller Zuversicht seine Mähne mit der Bürste zu bändigen sucht!

Der kleine Löwe William weiß wohl schon, was uns noch verborgen ist, dass nämlich jeder Tag ein neues kleines Abenteuer birgt! 😉

Frisch gestärkt mit einem Frühstück, dass einem Urlaubstag im französischen Sommer würdig ist, ziehen wir gemeinsam los.

Wir lassen unseren musikalischen Launen in wilden Trommelwirbeln freien Lauf, toben auf Pfahlköpfen über Wellen und lassen ein selbstgebautes Schiffchen aus Zeitungspapier mit unseren Grüßen in die Welt fahren.

Collage aus der Serie KLEINER LÖWE WILLIAM (c) von Karoline E. Löffler.

Am Nachmittag dann zeigt uns der kleine Löwe William seine selbstgebaute Seifenkiste und wie man damit flitzen kann wie der Wind! Jeder darf Platz nehmen und Runden drehen, bis wir grummelig werden, weil der Hunger sich meldet. Also schnell ab zum Einkaufen und dann in die Küche!

Hmm… wie würzig das duftet! Der kleine Löwe William kocht uns seine Lieblingsspeise. Mit satter Zufriedenheit im Bauch und angefüllt mit den Eindrücken des Tages geht es in die warme Badewanne.

Der Badeschaum knistert in den Ohren wie ein Flüsterfeuerwerk während ein Dampfer durch die Wogen drängt. Grüße uns unser Zeitungsschiffchen, wenn du ihm auf deinem Weg begegnest großer Dampfer!

Jetzt aber nichts wie rein ins kuschelige Bett, wo schon das Lieblingsstofftier wartet. Was für ein Tag dies doch war! So schön, so aufregend, so einzigartig und besonders, wie jeder Tag im Leben. Und Morgen? Morgen wird genauso werden. Genauso schön und doch ganz anders.

Schlafe gut und träume etwas Schönes, kleiner Löwe William. Bis Morgen!

Collage aus der Serie KLEINER LÖWE WILLIAM (c) von Karoline E. Löffler.

So oder so ähnlich, aber für euch vielleicht auch ganz anders, lautet die Geschichte im Bilderbuch KLEINER LÖWE WILLIAM von Karoline E. Löffler, dass ein reines Bilderbuch ohne Text ist. Die passenden Worte dazu, so es denn welche braucht, werdet ihr in euch selber finden.

Die ersten Bilder der Serie KLEINER LÖWE WILLIAM entstanden, als Karoline E. Löfflers eigenes Kind noch klein war. Inzwischen ist dieses Kind längst erwachsen, aber die Zuneigung, die im Blick der Künstlerin auf das kindliche Treiben liegt, ist unübersehbar geblieben.

Es ist eine Dokumentation und eine Einladung zur Reflexion ebenso wie ein Impuls für jeden neuen Tag: Lasst es uns heute wieder wie der kleine Löwe William machen. Lasst uns einen guten Tag verbringen! Mit Raum für liebgewonnene und notwendige Alltagsrituale, die uns Struktur, Ordnung und Halt geben und wie eine sanfte Klammer den Tag zusammenhalten und ebenso mit Zeit für freies Spiel, für Kreativität und Abenteuer in denen wir uns und die Welt, in der wir leben, entdecken und erproben können!

Der kleine Löwe William blickt uns frohen Mutes von den Seiten entgegen. Ist uns einladender Gastgeber und Ebenbild zugleich. Alle sind willkommen in diesem lebensfrohen Tag und kommen gern immer und immer wieder auf ihn zurück!

Das Bilderbuch KLEINER LÖWE WILLIAM von Karoline E. Löffler kann jetzt vorbestellt werden! Hier auf unserer Website und überall im Buchhandel.

Der Maler Zinnober liebt alle Farben, doch was nützt es, wenn er doch in einer Stadt lebt, in welcher alle ihre Wände nur grau und ihre Zäune schwarz streichen lassen?

„Nehmen Sie lieber gleich Schwarz, da sieht man den Ruß nicht so.“

Ein Graumaler ist er, wie ihn die Kinder trefflich nennen und grau färbt es auch auf sein Gemüt ab, bis besagte Kinder ihm die Lust an der Farbe mit Straßenkreiden wieder vor Augen führen.

Zinnober wagt die heimliche Revolution und bringt auf eigene Faust und im Geheimen die Farben und das Spiel mit den Formen zurück in die Stadt. Bald findet er Verbündete in seinem Treiben und gemeinsam schaffen sie einen Wandel, ein echtes Wunder.

Zinnober in der grauen Stadt von Margret Rettich ist immer noch (es erschien erstmals 1973) ein wunderschönes Kinderbuch, das nicht ohne Grund 2013 als Ravensburger Kinderklassiker wieder aufgelegt wurde.

Es überrascht auch nicht, dass es zu den Lieblingskinderbüchern Niki Amanns gehört. Das bunte Wunder im Buch entspricht so sehr ihrer eigenen Gewohnheit mit allen Farben ihre Umwelt zu gestalten, dass ich meine, hätte es dieses Buch nicht schon gegeben, es hätte für sie geschrieben werden müssen! Vielen Dank Niki, dass du mir dieses Buch vorgestellt hast!

Zinnober in der grauen Stadt wird zur Zeit im Theater an der Parkaue auf die Bühne gebracht. Die Spielzeiten findet ihr hier. Vielleicht eine Idee für einen Familienausflug?!

Niki Amanns eigenes Bilderbuchkunstwerk mit Lieblingsbuchpotenzial Monsterkinder könnt ihr hier erwerben.

 

Zinnober in der grauen Stadt

Text und Illustration: Margret Rettich

Ravensburg 2013

Ravensburger Buchverlag

 

Eine der beeindruckendsten Eigenschaften von Pappebüchern ist ihre lange Haltbarkeit bei gleichzeitig hoher Nutzungsfrequenz durch viele Personen.
Sie können vielen Generationen von Kindern gehören und gleichzeitig in einem Leben immer wieder auftauchen und wichtig werden, wenn wir sie als große Geschwister, Eltern, Großeltern … aufs Neue zur Hand nehmen.
Das ist besonders.

Auch andere Bücher begleiten mehrere Generationen, werden sehr alt und bestimmt auch älter als die meisten Pappebücher für Babys und kleine Kinder. Wenn Großeltern ihren Enkeln ihre private Bibliothek vererben, ist es sehr leicht möglich, dass sich darin Bücher von 200 oder mehr Jahren befinden und trotzdem ist es ebenso leicht denkbar, dass eben diese Bücher in ihrer ganzen Zeit nur 4 oder 5 Besitzer hatten. Das schafft ein Pappebuch selbst in einer kinderarmen Familie locker in 20 Jahren. Hinzu kommt, dass das Pappebuch von jedem seiner Besitzer vielleicht viele dutzend Male betrachtet wurde. Das schafft sonst höchstens ein gut gehütetes Nachschlagewerk, ein umfangreiches (und teures) Lexikon vielleicht, eine Familienbibel o. ä., aber seien wir mal ehrlich, diese leiden heute an einem drastischen Bedeutungsverlust. So traurig dies auch manchmal sein mag.
In der Vielnutzbarkeit und Langlebigkeit von Pappebüchern liegt ein besonderer Zauber.

Es ist auch ein gutes Gefühl etwas, das man nun nicht mehr selbst braucht, weil man der Geschichte zum Beispiel einfach entwachsen ist, weitergeben zu können. Schon Kinder kennen dieses Gefühl und schenken oft gern an kleinere Kinder weiter. Ein ebenso schönes Gefühl ist es, die Bilder und Geschichten, die den eigenen mentalen Horizont in früher Kindheit geprägt haben, beim Vorlesen wiederzuentdecken. Manchmal versteht man sich dann selbst ein wenig besser, manchmal muss man allerdings auch den Kopf schütteln, wenn der seither vollzogene Wertewandel allzu deutlich ablesbar ist, manche Umgangsform, manches Wort nicht mehr in das Leben passt, das wir heute leben und unseren Kindern vermitteln möchten.
Für mich ist dann der Moment gekommen, wo ich die fraglichen Bücher nicht mehr in das Kinderregal stelle. In meiner Bibliothek aber bleiben sie, als historische Dokumente und auch als Erinnerung daran, wie ich und andere, manchmal ältere Generationen geprägt wurden.

Ihr merkt es schon, die Themen „Kinder machen Bücher“ und „individuelle Bilderbücher“ lassen mich noch nicht los. Ein Beitrag über individualisierte Bilderbücher, in welchen die Helden zum Beispiel die Buchstaben des Kindernamens finden und die man sehr leicht im Internet bestellen und individualisieren kann, liegt schon fast greifbar in der Luft. Seit ich angefangen habe, mich mit diesem Thema zu beschäftigen, sind mir erstaunlich viele solcher Konzepte begegnet. Leider muss ich auch sagen, dass mich bisher keines wirklich überzeugt hat, denn über die Anpassung einer Buchstabenvariation gehen sie eben doch kaum hinaus. Kann man das überhaupt erwarten? Kennt jemand unter euch einen Verlag, der tolle individualisierte Kinderbücher macht? Ich würde mich freuen, davon zu hören!
Das persönlichste Bilderbuch meiner Kindheit habe ich euch hier schon einmal vorgestellt.
Im Verlauf der Woche bin ich außerdem über einen Artikel in der ZEIT gestolpert, der mir viel Freude gemacht hat. Darin wird ein Programm des Carl Hanser Verlags beschrieben, in welchem Kinder Buchmanuskripte testlesen, kommentieren und auch Änderungsvorschläge machen dürfen. Für mich wäre das in meiner Kindheit ein Traum gewesen!
Der Artikel hat mir außerdem noch etwas anderes erneut vor Augen geführt. Beim Babybücher machen, ist der Versuch Feedback zu bekommen nur auf einen, vielleicht sogar den unwichtigeren Teil der Zielgruppe beschränkt. Reaktionen auf unsere Bücher erhalten wir fast ausschließlich von und aus der Sicht von Erwachsenen, kaum aber von Babys und Kleinkindern. Das ist schade.
Andererseits ist natürlich diese erwachsene Kritik unheimlich wertvoll für uns. So können wir uns entwickeln und lernen verschiedene Perspektiven und Bedürfnisse kennen. Trotzdem bleibt diese Kritik, wie so vieles, ein Ausschnitt ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Jetzt gibt es aber noch etwas Leichteres und Herzerwärmendes zu den Themen „Kinder machen Bücher“ und „individuelle Bilderbücher“. Vielen Dank an Silvia Last von muckout, die mir noch diese Bilder aus unserer Bücherwerkstatt am Türöffner-Tag 2017 zur Verfügung gestellt hat. Sie sind so schön, dass ich sie euch auf keinen Fall vorenthalten möchte!

Noch sind die Monsterkinder in der Grafik/Layout-Abteilung in den fähigen Händen Antje Rothers, aber bald schon sollen sie sich auf den Weg in die Druckerei machen, um von dort noch rechtzeitig euren Weihnachtsbäumen und Feststuben zuzufliegen! Bis dahin gibt es jetzt auf der Homepage unter Bücher und hier im Blog einen kleinen Vorgeschmack.

Eine kurze Anekdote aus der Kunstausstellung für Kinder am 3. Oktober möchte ich euch außerdem nicht vorenthalten. Viele Kinder und Erwachsene hatten an diesem Tag Freude an den Monsterkindern, die dort alle samt Texten versammelt waren. Viele größere Kinder haben sich die Bilder angesehen und die Texte gegenseitig vorgelesen, viele Erwachsene haben sich Zeit genommen ihren kleineren Kindern vorzulesen und über das Treiben der Monsterkinder zu schmunzeln und zu lachen. Das war sehr schön zu beobachten. Das schönste Erlebnis in Bezug auf die Monsterkinder war für mich an diesem Tag aber die Begegnung mit einem Baby. Dieses Kind konnte noch nicht sprechen, es war vielleicht auch noch nicht ganz im bilderbuchinteressierten Alter und von der erhöhten Position auf Papas Arm konnte es bestimmt die Figuren der Monsterkinder gar nicht erkennen – denn diese waren auf kinderfreundlichen 100 bis 130 cm Höhe angebracht – aber es hat die Farben gesehen und es hat gelacht. Es hat gelacht und gelacht und gelacht und sich bei jedem Schritt an der Bilderreihe entlang neuerlich gekringelt und es hat immer noch gelacht, als die Eltern samt Baby die Ausstellung wieder verließen. Dieses Lachen war so schön und so ansteckend, dass alle anderen im Raum mitlachen mussten und es hat mir einmal mehr vor Augen geführt, auf wie vielen unterschiedlichen Ebenen Bilder Bedeutung entwickeln und Freude schenken können.

Mehr davon! Ich freue mich auf die Vorweihnachtszeit. 😉

 

Monsterkinder

Die Monsterkinder, sind Schöpfungen der Künstlerin Niki Amann.

Die Künstlerin hat im Zuge der Recherchen zu ihrer Magisterarbeit im Fach Kunstgeschichte ein halbes Jahr in den Reservaten der Kwakiutl in Kanada gelebt. Die in dieser Zeit erlebte und beobachtete Figurenwelt und Formsprache findet bis heute Widerhall in ihrem künstlerischen und gestalterischen Arbeiten. Monster sind ein wiederkehrendes Motiv in ihren Bildern, dem sie mit den Monsterkindern ein besonderes Maß an Bewegtheit und Lebensfreude eingehaucht hat.

In strahlenden Farbfeldern mampfen, stampfen, tuscheln und kuscheln sich die Monsterkinder durch das Buch und sind dabei gleich Spiegelbildern der kleinen Monster, die gelegentlich in uns allen wohnen und die ein Teil von jedem von uns sind.

Konzeptidee und die Texte zu den Monsterkindern stammen von Nina A. Schuchardt, die sich dafür von dem Popup-Buch „Kleine Monster“ von Jan Pieńkowski inspirieren ließ und dessen Charme und Witz in das Medium Pappebuch übersetzt hat.

Monsterkinder ist ab November/Dezember 2017 lieferbar und kann über unseren Onlineshop vorbestellt werden.

ISBN 978-3-9818726-1-3

Vor einiger Zeit sprach eine Mutter mich an: Ihr Sohn habe eine Geschichte geschrieben und auch selbst illustriert. Sein Wunsch sei es nun, sie als Buch zu verlegen, weshalb er sich mittels einer schriftlichen Anfrage an einen bekannten Verlag gewendet habe. Leider habe ihr Sohn aber nicht einmal eine Antwort erhalten, was ihn natürlich traurig macht und ob er nicht einmal bei mir anfragen könnte.
Das hat mich nachdenklich gestimmt. Nein, habe ich gesagt, er braucht mich nicht fragen, ob ich sein Buch verlege, denn es sei eigentlich klar, dass es nicht in das Profil der Eichhörnchenverlags passen würde, ABER er darf natürlich einfach mal vorbeikommen und dann reden wir einmal darüber, was für Möglichkeiten es gibt, Bücher zu machen und zu verlegen. Es gibt nämlich viele Wege, zum eigenen Buch!
Gleichzeitig hat mich das ziemlich nachdenklich und auch etwas traurig gestimmt. Ich weiß, wie wichtig, wie schön das Erfinden, Schreiben, Illustrieren eigener Geschichten für Kinder ist. Wie besonders die ganz eigenen Bücher sind! Die selbstgestalteten und auch die für einen gestalteten! Eines der Pappebücher, die meine Mama für mich gemacht hat, habe ich euch hier schon einmal vorgestellt. In meinem Regal findet sich auch ein alter Hefter mit Geschichten, Gedichten und Träumen, die ich zu Grundschulzeiten mit zweien meiner Freundinnen gesammelt und erdacht habe und irgendwo liegt noch ein Heft, mit einem begonnen Theaterstück und eine Mappe mit Bühnenbildern…
Ich habe zwar nie mit dem Gedanken gespielt, mir tatsächlich einen Verlag zu suchen, aber ich finde, eigentlich sollte jedes Kind die Möglichkeit haben, seinen Geschichten genau die Form zu geben, die ihm richtig erscheint. Dieser Wunsch scheint mit so schön und wertvoll zu sein, dass er auch WICHTIG ist.

Der Türöffner-Tag mit Muckout in der Papierfabrik ist ein Schritt in dieser Richtung, angetrieben mit Geschichtenkraft (kennt hier eigentlich noch jemand Mimmelitt?). Ein Tag, den wir dem Wissen widmen, dass jedes Kind voller unschätzbarer Bilder und Worte steckt und manch eines diese auch rauslassen und zeigen möchte.
Darum basteln wir am 3. Oktober mit euch Bücher. Darum machen wir die Ausstellung, in welcher ihr sehen könnt, auf welchen Wegen Bücher entstehen können. Darum zeigen wir euch, wie Papier entsteht, dass so gern eure Geschichten trägt.
Wir freuen uns auf euch!

Am 16. September erscheint unser erstes Buch und das wird gefeiert!

Kunst und Kinder, das gehört zusammen! Nicht nur in Büchern, sondern auch in Form von Kunstausstellungen.
Im Rahmen des alljährlich in Kyritz stattfindenden Markt der regionalen Möglichkeiten eröffne ich am 16. September gegen 10:30 Uhr in der Buchhandlung Steffen GmbH am Marktplatz in Kyritz eine kleine Kunstaustellung für Kinder mit den wunderschönen Originalbildern von Susanne Haun aus unserem Bilderbuch „Landtiere“.

Wir freuen uns auf viele kleine und große, geschichten- und bilderdurstige Besucher! Es wird bunt und ich freue mich riesig darauf, euch endlich alle Bilder, die darauf abgebildeten Tiere und ihre Geschichten ganz genau vorzustellen! Die Ausstellung wird vom 16. September bis 30. September in der Buchhandlung zu sehen sein und natürlich könnt ihr dort dann auch das Buch erwerben oder ihr geht auf unseren Onlineshop.

Markt der regionalen Möglichkeiten 2017, Plakat (c) kiri.li.

Der Markt der regionalen Möglichkeiten hat im Übrigen auch noch so manch andere spannende Sache zu bieten! Mit dabei sind zum Beispiel muckout, mit denen wir am 3. Oktober Bücher basteln werden und die Wandelwoche sowie zahlreiche lokal, nachhaltig und ressourcenschonend produzierende Unternehmen und Unternehmungen, Performancekünstler, Gesprächsrunden mit Vertretern aus der Politik, Livemusik und und und…
Kommt einfach unbedingt vorbei!

 

Außerdem freue ich mich wirklich unheimlich, euch sagen zu können, dass der WDR uns in das offizielle Programm des Türöffner-Tags der Sendung mit der Maus aufgenommen hat!


Auch hier gilt: Kommt einfach unbedingt vorbei. Wir freuen uns auf euch!

Unter meinen persönlichen Lieblingsbüchern findet sich ein ganz besonderes Bilderbuch. Meine Mama hat es für mich gemacht, als ich noch ein Kind war. An der Seite mit den Elefanten und dem Krokodil war ich wohl auch selbst beteiligt. Vielleicht war ich es auch, die die Schäferhunde ausgesucht hat? Ich habe keine klare Erinnerung mehr daran.
Es handelt sich eigentlich weniger um ein Bilderbuch, als um ein Leporello (od. Faltbuch). Die einzelnen Glieder bestehen aus je zwei dünnen, aneinander geklebten Pappen, welche mit, zuvor mit Kleber bestrichenen, Textilbändern verbunden sind. Dadurch sind die einzelnen Glieder sehr fest, bleiben aber hervorragend faltbar. Die einzelnen Seiten wurden zuletzt mit Collagen aus Magazinausschnitten beklebt.

Dieses Bilderbuch kommt (fast) ganz ohne Text aus. Auf acht Seiten zeigt es acht wunderschöne Bilder. Jedes für sich eine ganz eigene Welt, jedes eine eigene Erzählung. Ich liebe es sehr!
Durch seine Auffaltbarkeit und seine an einen Hausgiebel erinnernde Form eignet es sich auch sehr gut als Kulisse bei einem Spiel mit kleinen Puppen oder Figuren. Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich allerdings nicht erinnern, ob ich es wirklich jemals als solche benutzt habe. Vielleicht spielt mein Gedächtnis mir auch eine spätere Imagination als vermeintliche Erinnerung vor.

Überhaupt sind Erfreuen, Vergessen, Erinnern und Imaginieren bei diesem Buch zu einem wiederkehrenden Kreislauf geworden. Auch das macht heute seinen Zauber für mich aus. Immer wieder habe ich Phasen in meinem Leben, in welchen dieses besondere Buch für mich sehr präsent wird. Als identitätskriselnder Teenager hatte ich solch eine Phase und auch als junge Erwachsene, als ich nach Berlin zog. Damals bekam ich viele Kisten mit meinen alten Sachen (insb. Bücher 😉 ) mit auf den Weg, die nicht mehr auf dem mütterlichen Dachboden verbleiben sollten. Danach kam es wieder, als meine Tochter geboren wurde und nun mit der Gründung des Eichhörnchenverlags.
Das repetitive Auftauchen dieses Buches scheint in der Reflexion wie ein sehr langsamer aber steter Pulsschlag in meinem bisherigen Leben. Es ist eines jener Lieblingsbücher, die wirklich bleiben.