Die Geschichte von Tui-Tiu erscheint am 21. April

Die Geschichte von Tui-Tiu erscheint am 21. April

Am 21. April erscheint Die Geschichte von Tui-Tiu von Gerda Kazakou.

Zwitschert mit uns ein fröhliches Hipphipphurra zu seiner Begrüßung!

Um Tui-Tiu gebührend auf eine erste Reise zu schicken haben wir uns eine multimediale Lesung ausgedacht. Ein erster Termin ist für den 7. Mai um 9:30 in der Bibliothek in Kyritz geplant. Ob klein, ob groß alle sind herzlich eingeladen! Weitere Termine folgen.

Tui–tiu–tui Tiu–tuitt! Bis bald.

„Die Geschichte von Tui-Tiu“. Seite 3/4. (c) Bild und Text Gerda Kazakou.

Die Geschichte von Tui-Tiu kann in unserem Onlineshop vorbestellt werden.

Märchenhaft wird es in unserem neuen Bilderbuch! Die Künstlerin und Autorin hinter der Geschichte von Tui-Tiu Gerda Kazakou und ihre ungewöhnliche und bewundernswerte Technik habe ich euch hier schon einmal vorgestellt, aber was ist das nun für eine Geschichte, die sie mit dem Eichhörnchenverlag in Buchform bringen wird?

Das Vogelkind Tui-Tiu möchte wissen, wo es herkommt und so erzählen seine Eltern von ihrer Liebe, von der Suche nach einem Nistplatz, vom Brüten und von der Freude über das schlüpfende Küken! Die Geschichte erzählt viel über die Liebe in einer Familie, über Geborgenheit und über die Zusammenhänge, in welchen wir leben, die uns im Kleinen wie im Großen prägen und Halt geben. Sei es in Form der Menschen, die uns umgeben, unserer unmittelbaren Umwelt oder des ganzen weiten Kosmos.

Die Geschichte von Tui-Tiu. Seite 3/4. (c) Bild und Text: Gerda Kazakou.

Die Klammer, in welche Gerda Kazakou die Geschichte von Tui-Tiu gesetzt hat, ist groß und umfassend und sie erreicht die kleinsten Kinder, weil sie das ganz Große im ganz kleinen Nest des Kükens sucht und erforscht, so wie unsere Kinder die Geborgenheit und Liebe in unseren Armen brauchen, um neugierig und mutig die Welt zu erkunden.
Gerda Kazakous künstlerische Technik jedes neue Bild aus immer den gleichen Schnipseln zu legen, ist ein starker visueller Anker, der die Betrachtenden ruhig bei sich behält. Ihre Farbwahl ist unaufgeregt, ausgeglichen und lässt uns zu uns kommen und durchatmen.
Auf sprachlicher Ebene begegnen den (Vor-)Lesenden an vielen Stellen die Silben Tui und Tiu. Sie formen den Namen des Kükens und verweisen gleichzeitig auf seine familiären und kosmologischen Zugehörigkeiten, denn sie finden sich an verschiedensten Stellen, auch in den Namen der Elternvögel, wieder und sind die Grundmotive des Gesanges der Elternvögel. Alles hängt zusammen. Dieses lautmalerische Element, macht die Geschichte von Tui-Tiu definitiv zu einem anspruchsvollen Vorleseerlebnis, dass zum klanglichen Spielen, zum Experimentieren und Tirilieren einlädt. Vor allem ist sie aber die Intonation von Zusammengehörigkeit, von dem Gefühl, sich bei anderen und in anderem selbst wiederfinden zu können und geborgen zu fühlen.

Die Geschichte von Tui-Tiu ist eine Geschichte zum Einkuscheln und Ruhe finden, eine Gutenachtgeschichte und eine Geschichte, um das eigene Küken unter die Flügel zu nehmen und mit Liebe zu füttern.

Vielen Dank, Gerda.

 

Die Geschichte von Tui-Tiu erscheint im Frühjahr 2018 und kann in unserem Onlineshop vorbestellt werden.

ISBN 978-3-9818726-2-0

Pappebuch, 18 Seiten (inkl. Umschlag)

Eine der beeindruckendsten Eigenschaften von Pappebüchern ist ihre lange Haltbarkeit bei gleichzeitig hoher Nutzungsfrequenz durch viele Personen.
Sie können vielen Generationen von Kindern gehören und gleichzeitig in einem Leben immer wieder auftauchen und wichtig werden, wenn wir sie als große Geschwister, Eltern, Großeltern … aufs Neue zur Hand nehmen.
Das ist besonders.

Auch andere Bücher begleiten mehrere Generationen, werden sehr alt und bestimmt auch älter als die meisten Pappebücher für Babys und kleine Kinder. Wenn Großeltern ihren Enkeln ihre private Bibliothek vererben, ist es sehr leicht möglich, dass sich darin Bücher von 200 oder mehr Jahren befinden und trotzdem ist es ebenso leicht denkbar, dass eben diese Bücher in ihrer ganzen Zeit nur 4 oder 5 Besitzer hatten. Das schafft ein Pappebuch selbst in einer kinderarmen Familie locker in 20 Jahren. Hinzu kommt, dass das Pappebuch von jedem seiner Besitzer vielleicht viele dutzend Male betrachtet wurde. Das schafft sonst höchstens ein gut gehütetes Nachschlagewerk, ein umfangreiches (und teures) Lexikon vielleicht, eine Familienbibel o. ä., aber seien wir mal ehrlich, diese leiden heute an einem drastischen Bedeutungsverlust. So traurig dies auch manchmal sein mag.
In der Vielnutzbarkeit und Langlebigkeit von Pappebüchern liegt ein besonderer Zauber.

Es ist auch ein gutes Gefühl etwas, das man nun nicht mehr selbst braucht, weil man der Geschichte zum Beispiel einfach entwachsen ist, weitergeben zu können. Schon Kinder kennen dieses Gefühl und schenken oft gern an kleinere Kinder weiter. Ein ebenso schönes Gefühl ist es, die Bilder und Geschichten, die den eigenen mentalen Horizont in früher Kindheit geprägt haben, beim Vorlesen wiederzuentdecken. Manchmal versteht man sich dann selbst ein wenig besser, manchmal muss man allerdings auch den Kopf schütteln, wenn der seither vollzogene Wertewandel allzu deutlich ablesbar ist, manche Umgangsform, manches Wort nicht mehr in das Leben passt, das wir heute leben und unseren Kindern vermitteln möchten.
Für mich ist dann der Moment gekommen, wo ich die fraglichen Bücher nicht mehr in das Kinderregal stelle. In meiner Bibliothek aber bleiben sie, als historische Dokumente und auch als Erinnerung daran, wie ich und andere, manchmal ältere Generationen geprägt wurden.

Als Kinderbuchverlag sieht sich der Eichhörnchenverlag in einer besonderen Verantwortung. Wir machen Bücher für Kinder, die den größten Teil ihres Lebens erst noch vor sich haben. Wir machen auch Bücher in einer inhaltlichen Qualität und in einem Material, das darauf ausgelegt ist, mehrere Generationen neugieriger Hände zu begleiten. Mit diesen Gedanken geht der Wunsch nach nachhaltigem und schonendem Umgang mit den Ressourcen unseres Planeten einher. Darum liegt unser Konto bei einer grünen Bank und unser Büro läuft mit Ökostrom; darum drucken wir unsere Visitenkarten und Flyer bei der UmweltDruckerei und auch unsere Rechnungen kommen auf recyceltem Papier daher. Manchmal kommt es auch vor, dass unsere Bücher in bereits gebrauchten Umschlägen und Kartons verschickt werden und wenn es doch ein neuer Umschlag ist, dann ist dieser aus recyceltem Karton und kommt ohne Plastik aus.
Dennoch gibt es immer Ecken und Enden, an denen man noch nachhaltiger werden könnte. Tipps sind immer willkommen.

Grashüpfer. 2017 (c) Collage von Susanne Haun.

Ein großer ökologischer Posten sind für uns selbstverständlich unsere Bücher und die Materialien, aus welchen sie hergestellt werden. Ich habe hier schon einmal anhand eines Musterpakets der Druckerei SachsenDruck kurz über die verschiedenen zu bedenkenden Faktoren berichtet. Bei jedem unserer Bücher werden die Karten neu gemischt. Bei jedem entscheiden wir in Ansehung der zugrundeliegenden Kunstwerke neu, welcher Karton, welche Beschichtung infrage kommen. Wie kommen die Kunstwerke am besten zur Geltung? Welcher Karton lässt die Bilder gut wirken? Kommt eine recycelte Variante infrage?
Bei den Landtieren haben wir uns schon länger beraten und auch mit der Druckerei besprochen und letztendlich einen Karton gewählt, der nicht recycelt ist. Auf grauem Karton ist es schlicht nicht möglich, solch eine helles weiß, wie jenes aus welchem die Bilder Susanne Hauns atmen, herzustellen. Die feinen Farbadern der Zeichnungen hätten durch den geringeren Kontrast viel verloren und davon, hätten unsere kleinen und großen Betrachter letztendlich nichts gehabt.
Bei den Monsterkindern von Niki Amann lagen die Dinge anders. Diese Bilder beziehen ihre Kraft aus großen kräftig farbigen Flächen, die auch auf einem etwas dunkleren Karton sehr gut zur Geltung kommen werden. Ich freue mich darum sehr auf unser erstes Buch aus recyceltem FSC-zertifiziertem Karton. Die Monsterkinder erscheinen übrigens am 9. Dezember 2017 pünktlich für den Weihnachtsbaum und können wie die Landtiere über unseren Onlineshop (vor-)bestellt werden.

Am 16. September erscheint unser erstes Buch und das wird gefeiert!

Kunst und Kinder, das gehört zusammen! Nicht nur in Büchern, sondern auch in Form von Kunstausstellungen.
Im Rahmen des alljährlich in Kyritz stattfindenden Markt der regionalen Möglichkeiten eröffne ich am 16. September gegen 10:30 Uhr in der Buchhandlung Steffen GmbH am Marktplatz in Kyritz eine kleine Kunstaustellung für Kinder mit den wunderschönen Originalbildern von Susanne Haun aus unserem Bilderbuch „Landtiere“.

Wir freuen uns auf viele kleine und große, geschichten- und bilderdurstige Besucher! Es wird bunt und ich freue mich riesig darauf, euch endlich alle Bilder, die darauf abgebildeten Tiere und ihre Geschichten ganz genau vorzustellen! Die Ausstellung wird vom 16. September bis 30. September in der Buchhandlung zu sehen sein und natürlich könnt ihr dort dann auch das Buch erwerben oder ihr geht auf unseren Onlineshop.

Markt der regionalen Möglichkeiten 2017, Plakat (c) kiri.li.

Der Markt der regionalen Möglichkeiten hat im Übrigen auch noch so manch andere spannende Sache zu bieten! Mit dabei sind zum Beispiel muckout, mit denen wir am 3. Oktober Bücher basteln werden und die Wandelwoche sowie zahlreiche lokal, nachhaltig und ressourcenschonend produzierende Unternehmen und Unternehmungen, Performancekünstler, Gesprächsrunden mit Vertretern aus der Politik, Livemusik und und und…
Kommt einfach unbedingt vorbei!

 

Außerdem freue ich mich wirklich unheimlich, euch sagen zu können, dass der WDR uns in das offizielle Programm des Türöffner-Tags der Sendung mit der Maus aufgenommen hat!


Auch hier gilt: Kommt einfach unbedingt vorbei. Wir freuen uns auf euch!

Ich stieß vor kurzem auf einen Artikel der Wissenschaftsjournalistin Olivia Campbell, in welchem sie, ausgehend von ihrer persönlichen Erfahrung mit ihren Kindern, die historische Entwicklung von Kinderbüchern im Allgemeinen und Pappebüchern für Babys und Kleinkinder im Besonderem nachzeichnet.
Der Artikel ist gut geschrieben, interessant und unbedingt empfehlenswert und er schließt mit der Bemerkung, Pappebücher gäben Babys und Kleinkindern Gelegenheit, Bücher in einer sicheren Umgebung kennenzulernen.
„What’s unique about board books is that they offer a chance to introduce babies and toddlers to the physical properties of books in a safe environment—“they can touch without fear of paper cuts,” Kaplan says. “Board books invite caregivers to give babies an opportunity to explore something they’ll be using their whole life.” “

Der Begriff „sichere Umgebung“ in diesem Zusammenhang hat mich zunächst irritiert, auch weil eine leichte Note der Angst, das Buch könne dem Kind etwas antun, darin mitschwingt. Vertrauter ist mir das Konzept der „vorbereiteten Umgebung“, einem Konzept, dass aus der Montessoripädagogik kommt. Bei der „vorbereiteten Umgebung“ geht es darum, dem Kind entsprechend seinen individuellen Bedürfnissen einen Raum zu geben, in welchem es sich frei entfalten und entwickeln kann, in welchem es Anregungen und Materialen finden kann, sich auszuprobieren und – ja – in welchem es sich gefahrlos bewegt. Sicherheit spielt also auch hier natürlich eine Rolle.
In Bezug auf Bücher und besonders die Konzeption von Pappebüchern gibt es verschiedene Sicherheitsaspekte, die berücksichtigt werden müssen. Manche betreffen die Sicherheit des Kindes, andere die des Buches. Im Artikel werden Papierschnitte als potenzielle Verletzungen durch Papierbücher genannt, es ist allerdings auch ein guter und vielleicht auch verbreiteterer Grund Babys und sehr kleinen Kindern keine Papierbücher zu geben, weil sie diese schlicht zerstören, also zerreißen, zerkauen, bemalen… würden. Wir schützen auch das Objekt Buch.

Pappebücher sollen also in vielen Bereichen Sicherheit gewähren, aber sie sollen vor allem Bücher sein, die genau dafür da sind, erkundet, erforscht und eben auch erfühlt und erschmeckt zu werden.

Für den Eichhörnchenverlag habe ich schon vor längerer Zeit eine Liste mit Überlegungen über die physische Beschaffenheit der Bücher, die bei uns erscheinen sollen, erstellt. Sie ist geprägt von genau diesen oben angesprochenen Kriterien der Sicherheit der Kinder bei gleichzeitiger Handhabbarkeit und Erforschbarkeit der Bücher für die Kinder. Auf der DO-Seite stehen ganz vorn stabile Seiten, also Pappeseiten, handliches Format (Landtiere wird ein Format von 160 x 210 mm haben, was in etwa auch das Maximum ist), klare Farben, klare Formen, ungiftige und verträgliche, auflösbare Papiere, Farben und Beschichtungen. Auf der DON’T-Seite stehen alle Arten von Applikationen (z. B. Glitzer oder Wackelaugen), Pop-Ups, Klappen und Auszüge. All diese DON’Ts haben gemeinsam, dass sie in Kinderhänden und Kindermündern leicht kaputt gehen. Womöglich sind sie dann eine Gefährdung für die gesundheitliche Sicherheit des Kindes, in jedem Fall aber hat das Buch dann einiges an seiner Funktion und Bedeutung eingebüßt und das ist doch mindestens schade.

Vor Papierschnitten habe ich mich für meine Tochter übrigens nie gefürchtet. Ich habe ihr immer gern alte Taschenkalender und ähnliches gegeben, damit sie daran „richtiges“ Papier erkunden und ihre Lust am Reißen und Bücher bemalen ausleben konnte. Inzwischen ist sie 3 Jahre alt und pragmatischen, dabei aber liebevollen und achtsamen Umgang mit Büchern haben wir mittlerweile gemein.

Nachfolgend habe ich noch zwei Bücher für euch rausgesucht, die ich als Kind (und immernoch) sehr liebte, an welchen aber auch nachvollziehbar ist, weshalb Klappen, Pop-Ups etc. für kleine Hände schwierig sind.

Eines davon habe ich euch hier schon einmal vorgestellt.

 

Peter Stevenson

Eva Spaeth

„Viele Mäuse sind versteckt. Wer hat sie zuerst entdeckt?“

Siebert Verlag

1987 Waldkirchen

 

Jan Pienkowski

„Kleine Monster“

ars edition

1992 München

 

 

…und hier noch der besprochene Artikel:

Olivia Campbell

„The History of the Bendable, Durable, Chewable Board Book. Children’s Literature was Once All Work and No Play“

Literary Hub (lithub.com)

21. July 2017

Online im Internet: URL: http://lithub.com/the-history-of-the-bendable-durable-chewable-board-book/

[Stand: 04. August 2017]

Unter meinen persönlichen Lieblingsbüchern findet sich ein ganz besonderes Bilderbuch. Meine Mama hat es für mich gemacht, als ich noch ein Kind war. An der Seite mit den Elefanten und dem Krokodil war ich wohl auch selbst beteiligt. Vielleicht war ich es auch, die die Schäferhunde ausgesucht hat? Ich habe keine klare Erinnerung mehr daran.
Es handelt sich eigentlich weniger um ein Bilderbuch, als um ein Leporello (od. Faltbuch). Die einzelnen Glieder bestehen aus je zwei dünnen, aneinander geklebten Pappen, welche mit, zuvor mit Kleber bestrichenen, Textilbändern verbunden sind. Dadurch sind die einzelnen Glieder sehr fest, bleiben aber hervorragend faltbar. Die einzelnen Seiten wurden zuletzt mit Collagen aus Magazinausschnitten beklebt.

Dieses Bilderbuch kommt (fast) ganz ohne Text aus. Auf acht Seiten zeigt es acht wunderschöne Bilder. Jedes für sich eine ganz eigene Welt, jedes eine eigene Erzählung. Ich liebe es sehr!
Durch seine Auffaltbarkeit und seine an einen Hausgiebel erinnernde Form eignet es sich auch sehr gut als Kulisse bei einem Spiel mit kleinen Puppen oder Figuren. Wenn ich ehrlich bin, kann ich mich allerdings nicht erinnern, ob ich es wirklich jemals als solche benutzt habe. Vielleicht spielt mein Gedächtnis mir auch eine spätere Imagination als vermeintliche Erinnerung vor.

Überhaupt sind Erfreuen, Vergessen, Erinnern und Imaginieren bei diesem Buch zu einem wiederkehrenden Kreislauf geworden. Auch das macht heute seinen Zauber für mich aus. Immer wieder habe ich Phasen in meinem Leben, in welchen dieses besondere Buch für mich sehr präsent wird. Als identitätskriselnder Teenager hatte ich solch eine Phase und auch als junge Erwachsene, als ich nach Berlin zog. Damals bekam ich viele Kisten mit meinen alten Sachen (insb. Bücher 😉 ) mit auf den Weg, die nicht mehr auf dem mütterlichen Dachboden verbleiben sollten. Danach kam es wieder, als meine Tochter geboren wurde und nun mit der Gründung des Eichhörnchenverlags.
Das repetitive Auftauchen dieses Buches scheint in der Reflexion wie ein sehr langsamer aber steter Pulsschlag in meinem bisherigen Leben. Es ist eines jener Lieblingsbücher, die wirklich bleiben.

Bücher für Babys und Kleinkinder müssen viele Voraussetzungen erfüllen, die durch die Handhabung der Bücher von Kindern und ihre physischen Möglichkeiten bedingt sind. Grundsätzlich sollten diese Bücher über stabile Seiten verfügen, die reiß- und beißunempfindlich sowie ungefährlich sind. Die üblichen Materialien für solche Bücher sind Pappe und gelegentlich Holz. Pappe ist, wie ihr wisst, zunächst auch das Material der Wahl für den Eichhörnchenverlag. Es schadet aber nie, gelegentlich über den Tellerrand zu spähen und so beschäftige ich mich heute einmal mit Stoffbüchern.
Es gibt für Babys eine große Auswahl an Stoffbüchern – in der Regel mit eingenähten quietschenden oder knisternden, spiegelnden und zusätzlich beweglichen Elementen. Die Vorteile textiler Materialien liegen auf der Hand. Sie sind, wenn sie gut ausgewählt und verarbeitet sind, praktisch unverwüstlich. Sie sind weich und flexibel, sodass es schwer fällt, sich daran zu verletzen und sie sind waschbar. Umso erstaunlicher ist es, dass Stoffbücher (zumindest in meiner natürlich auch limitierten) Wahrnehmung keine “richtigen“ Bücher sind. Vielmehr erscheinen sie mir wie Mischwesen aus (Pappe-)Büchern, Stofftieren und Rasselketten.
Dabei ist die textile Kunst ein nicht nur geschichtsträchtiges sondern auch hochspannendes und vielseitiges Feld (zu entdecken zum Beispiel auf der Textile Art Berlin). Tatsächlich sind textile Arbeiten in unserem Alltag omnipräsent ähnlich anderer bildender Künste wie z. B. der Fotografie. Die gesellschaftliche Relevanz spiegelt sich allerdings nicht unbedingt in äquivalenter gesellschaftlicher Akzeptanz in Form von Anerkennung als eigenständige Kunstform wieder. Wie viele Textilmuseen gibt es?
Ich habe mir vorgenommen, der textilen Kunst vermehrt mit Neugier zu begegnen und meinen persönlichen Horizont zu erweitern.
Im Eichhörnchenverlag ist dennoch kein Stoffbuch in Sicht, aber: Sollte sich in Zukunft ein Textilbuchprojekt ergeben, dass unserem Programm entspricht, halten wir die Türen offen.

Wie sind eure Erfahrungen mit Stoffbüchern für kleine und große Menschen?  Was sind eure Vorstellungen von Stoffbüchern? Wenn ihr tolle Stoffbücher kennt, die kleine und große Menschen begeistern, freue ich mich über Hinweise!

Zum Abschluss und für die Augen noch ein paar Bilder von einem unserer alten Kinderbücher. Es ist zwar kein Stoffbuch arbeitet aber immerhin mit Textilcollagen. Auch hat es bereits die ein oder andere Reparatur hinter sich, aber es lebt noch! Gutes aus zwei Welten also: Stoff- und Pappebuch.

 

Gestaltung: Dagmar Schwintowsky

Text: Eva Görsch

Aus fernen Ländern

o. D. Leipzig

erschienen im Rudolf Arnold Verlag Leipzig

gedruckt von Sachsendruck Plauen

Langsam ist es soweit. Aus der Idee und Bildersammlung Landtiere soll endlich ein konkretes Buch werden. Dazu müssen verschiedene Entscheidungen in Bezug auf die Herstellung des Buches getroffen werden. Welche Pappe wollen wir verwenden, welche Farben, Oberflächenbehandlung und und und? Um dem Eichhörnchenverlag die Mittel an die Hand zu geben, diese Entscheidung fundiert und passend zu treffen, hat uns die auf Pappebücher spezialisierte Druckerei SachsenDruck ein Musterpaket geschnürt. Die Freude war groß, als wir es auspackten, denn natürlich ist es eigentlich eine eigene Minibibliothek, die in unser Haus kam. Vielen Dank dafür!

Lesender, schauender und fühlender Weise haben wir inzwischen die verschiedenen Möglichkeiten in der täglichen Handhabung erprobt. Wie fühlen sich die Oberflächen an? Wie sehen die Farben aus? Wie reflektieren die Beschichtungen? Und ja, auch: Wie sind die ökologischen Eigenschaften des Materials?
Mein liebstes „Materialmuster“ ist – wenn auch mit nur wenig Vorsprung – „Schaumköpfe“ von Heinz Kahlau (Text) und Elisabeth Shaw (Illustrationen). Auch, weil mir die Bildsprache u. a. schon aus „Es war ein Hahn“ von Rainer Kirsch (Text) und Elisabeth Shaw (Illustrationen), erschienen im Kinderbuchverlag Berlin bekannt und lieb ist. Mein Exemplar von „Es war ein Hahn“ ist übrigens noch in der DDR und ebenfalls bei Sachsendruck gedruckt worden. Eine Jahreszahl steht leider nicht drauf… komisch.

Meine Tochter ist allerdings nicht so festgefahren in ihren Präferenzen und sorgt für einen ausgewogenen Buchkonsum nach Lust und Laune und der jeweiligen Situation entsprechend.
Zum Abschluss hier noch eine Liste der abgebildeten Titel von oben nach unten und links nach rechts:

 

Mes imagiers jeux. Drôle de mer! Observe et joue

Nastja Holtfreter

Larousse, Lille, 2017

 

Leve de lente! Kijk- en zoekboek

Rotraut Susanne Berner

Lannoo, Tielt, 2007

 

Mein kleines Stadt-Wimmelbuch. Kiel

Wolfgang Slawski

Willegoos, Potsdam, 2016

 

2x Musterkarten von SachsenDruck

 

Een fijne dag

Dick Bruna

Mercis Publishing bv, Amsterdam, 2017

 

Schaumköpfe

Heinz Kahlau, Elisabeth Shaw

Beltz | Der KinderbuchVerlag, Weinheim, 2010

 

Mein kleiner Wald

Katrin Wiehle

Beltz & Gelberg, Weinheim, 2013

 

Das Osternest

Ingeborg Meyer-Rey

Beltz | Der KinderbuchVerlag, Weinheim, 2006