Idas vielgestaltige Wege – Karoline E. Löfflers Vision von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG

Idas vielgestaltige Wege – Karoline E. Löfflers Vision von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG

İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer ist eine leichte, spielerisch-philosophische Geschichte auf Türkisch und Deutsch, die dazu ermuntert, sich selbst zu vertrauen. Es ist außerdem ein Mitmachbuch, das auf allen Seiten viel Platz lässt, um selbst kreativ zu werden. Es darf nach Herzenslust gezeichnet, gemalt und geklebt, Idas Weg weiter gestaltet und den eigenen Ideen und Wünschen nachgespürt werden!

Der Eichhörnchenverlag hat einige Künstler*innen gebeten, Ihre persönliche Vision von Idas Weg zu gestalten. Die Ergebnisse stellen wir euch in der Serie „Idas vielgestaltige Wege“ vor.

Die allerschönste Post bekommen wir stets von Karoline E. Löffler. Meist ist schon dem Umschlag anzusehen: There’s magic inside! und so war es denn auch als wir neulich dieses Exemplar der Geschichte von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG auspackten.

Buchschnitt İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer, bearbeitet von Karoline E. Löffler.

Von außen betrachtet scheint das Buch noch ganz unverändert. Nur am Buchschnitt erkennen aufmerksame Betrachter*innen, dass hier frische Farben zu Gange waren und doch wird spätestens auf der ersten Seite klar: hier ist tatsächlich Märchenzauber am Werk!

Blau sprüht es über dieser ersten Seite 1/2, gleichsam wie aus einem Zauberstab und am Horizont erheben sich sieben funkelnde Berge (Ja, sie glitzern tatsächlich!), besetzt von sieben grinsenden Zwergen, jeder in einer anderen leuchtenden Farbe. Sie sind Vorboten des weiteren Laufs dieser Bilderbuchreise.

Doch noch ist es nicht so weit. Wir blättern um auf Seite 3/4. Wolkig und grau hat Karoline E. Löffler hier ergänzt. Ungewissheit und auch etwas Schwermut liegen in der Luft und wir nehmen sie mit auf Seite 5/6, denn auch hier sieht es noch düster aus und vielleicht ein klein Wenig unheimlich.

Seite 3/4, İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer, bearbeitet von Karoline E. Löffler.

Die feinen schwarzen Zweige hängen tief über dem Weg und scheinen schattig. Am Wegesrand steht ein Schlösschen, dass rosa-perlmuttern schimmert und ich frage mich, ob es das Elternhaus Idas ist, von welchem sie nun zunächst Abschied nimmt oder ist es doch eher das verzauberte Märchenschloss, dass Ida wohlweislich links liegen lässt, weil man bei Märchenschlössern schließlich nie so genau wissen kann, wer tatsächlich darin wohnt und weil es eben auch nicht ihr Weg, ihr Abenteuer ist?

Seite 5/6, İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer, bearbeitet von Karoline E. Löffler.

Doch schauen wir uns den Weg genauer an. Ganz so düster, wie oben beschrieben, ist es auf dieser Seite dann nämlich doch nicht. Die Teppichfragmente, die Fulya Gezer in ihrer Collage schon als Weg angelegt hatte, hat Karoline E. Löffler in leuchtendem Rot, durchsetzt mit einem Musterfragment aus der Vorgabe in Schwarz, zusammengefügt und links und rechts umspielen feine Farblinien den Weg, nehmen zu, je weiter wir nach rechts schauen und künden vom nächsten Bild.

In dieser speziellen Ida-Version in der Bearbeitung von Karoline E. Löffler sind diese Seiten 7/8 in meinen Augen der Höhepunkt. Karoline E. Löffler, für die Märchen grundsätzlich eine besondere Rolle in ihrem Leben spielen (siehe auch ihre Selbstbeschreibung hier) und die eine herausragende Märchenillustratorin und immer im Märchenhaften anleihende Künstlerin ist, sehe ich hier höchstselbst als gute Fee den Zauberstab schwingen und mittels Farbe und Form etwas Schicksalswirbel in die Bude bringen! Besonders gut gefällt mir in diesem Zusammenhang das feine Punktornament am Ärmelsaum der Zauberhand, dass sich auch auf der ersten Seite im blauen Sprühen gezeigt hat und das Ida zuletzt ihre ganz eigene Musik zuträgt. (Siehe die letzte Seite 15/16!)

Von allen Künstlerinnen, die sich der Weiterbearbeitung des Bilderbuchs İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer bisher angenommen haben, ist Karoline E. Löffler übrigens die einzige, die das musikalische Element in dieser Geschichte aufgreift.

Tatsächlich ist die Geschichte Idas für die Autorin/Künstlerin Fulya Gezer in der Entstehung ganz stark mit der Musik Ludwig van Beethovens verbunden gewesen. Daher stammt auch das Notenpapier, aus welchem Ida und manche anderen Collagenelemente entnommen sind. Karoline E. Löffler ist das offensichtlich nicht entgangen und so spielt das Gramophon, wild, laut und fröhlich in wirbelnden Punktlinien, als Ida am Ziel ihres Weges auf einen Freund trifft. Bestimmt werden die beiden gleich gemeinsam von den Seiten und in die Zukunft tanzen!

Liebe Karoline, vielen Dank für deine funkel-fantastische Interpretation von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG! It’s been pure magic!

Allen, die jetzt mehr sehen möchten von Karoline E. Löffler, sei dringend ihr Bilderadventskalender WINTERSCHLOSS (erschienen hier im Eichhhörnchenverlag) sowie ihr im November erscheinendes Bilderbuch KLEINER LÖWE WILLIAM ans Herz gelegt!

Außerdem empfehlen wir euch ihren wunderbaren Instagram-Kanal! Dort bleibt ihr auch über ihre sonstigen Projekte zum Beispiel aus dem Bereich des Produktdesigns und mit anderen Verlagen auf dem Laufenden!

Wer speziell über Karoline E. Löfflers Meisterschaft in der Märchenillustration mehr erfahren möchte, sollte außerdem einmal bei den Kolleg*innen vom Verlag Bibliothek der Provinz vorbeischauen. Dort findet ihr ihn fantastischer Bearbeitung Das Märchen von dem Baron von Hüpfenstich.

Das Mitmachbilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer gibt es selbstverständlich auch zu kaufen, damit ihr euren eigenen Zauber wirken könnt! Hier im Verlagsshop (siehe unten) oder in der Buchhandlung eures Vertrauens. Es ist das perfekte Bilderbuch für alle, die schöne und leicht-philosophische Geschichten und Bilder lieben und die Lust haben selbst zu gestalten sowie für alle, die etwas Abwechslung vom Corona-Blues gut vertragen können.

Wir wünschen euch allen und euren lieben, dass ihr wohlauf seid. Passt auf euch auf!

Liebe Freund*innen des Eichhörnchenverlags,

ihr habt sicher schon mitbekommen, dass neulich unser nigelnagelneues und vor allem allererstes gedrucktes Verlagsprogramm bei uns im Verlagshaus angekommen ist. 🙂

Wir sind sehr stolz auf dieses kleine Heft, in welchem besonders unsere Grafikerin Antje Rother eine hervorragende Arbeit geleistet hat!

Die Printexemplare machen sich derzeit per Post auf den Weg zu vielen altbekannten und neuen Buchhandlungen, zu Künstler*innen, Autor*innen und diversen Unterstützer*innen des Eichhörnchenverlags, denn natürlich wünschen wir uns, dass dieses Programm nun auch eine möglichst weite Verbreitung findet! Darum und weil wir trotzdem nur eine begrenze Anzahl Programme drucken konnten und weil ihr jetzt natürlich auch neugierig seid, was dieses Verlagsprogramm so schön und interessant macht, stellen wir euch hier unser Verlagsprogramm 2020 zum Download zur Verfügung:

Wir wünschen euch viel Freude beim virtuellen Blättern und Entdecken und wenn es euch gefallen hat, dann leitet diesen Link oder das PDF doch einfach an eure Freunde, Familien und wer euch sonst noch einfällt, weiter.

Ihr wisst ja: #sharingiscaring! 😉

Bis bald!

Im Herbst 2020 erwarten euch zwei Neuerscheinungen im Eichhörnchenverlag! Beide könnt ihr ab sofort vorbestellen! 🙂 Eine davon wird WINDKIND von Elisa Brückner und Gerd Knappe sein. Dieses luftig-lyrische Bilderbuch habe ich euch im letzten Blogbeitrag vorgestellt. Heute nehme ich euch mit auf einen Spaziergang durch einen Tag im Leben des kleinen Löwen William. Nachdem Karoline E. Löffler im vergangenen Jahr schon einen Bilderadventskalender mit uns veröffentlicht hat, wird KLEINER LÖWE WILLIAM ihr erstes Bilderbuch im Eichhörnchenverlag. Es ist ein wundersamer Streifzug durch einen dieser ganz normalen und gerade deshalb so besonders wichtigen Tage, die unser aller Leben ausmachen.

Collage aus der Serie KLEINER LÖWE WILLIAM (c) von Karoline E. Löffler.

Gääähn! Gerade erste aufgestanden, aber schon ein breites Lächeln auf den Lippen. So schaut uns der kleine Löwe William vom Cover, gleichsam wie aus dem Spiegel entgegen und gleich erkennen wir uns selbst in ihm, wie er so voller Zuversicht seine Mähne mit der Bürste zu bändigen sucht!

Der kleine Löwe William weiß wohl schon, was uns noch verborgen ist, dass nämlich jeder Tag ein neues kleines Abenteuer birgt! 😉

Frisch gestärkt mit einem Frühstück, dass einem Urlaubstag im französischen Sommer würdig ist, ziehen wir gemeinsam los.

Wir lassen unseren musikalischen Launen in wilden Trommelwirbeln freien Lauf, toben auf Pfahlköpfen über Wellen und lassen ein selbstgebautes Schiffchen aus Zeitungspapier mit unseren Grüßen in die Welt fahren.

Collage aus der Serie KLEINER LÖWE WILLIAM (c) von Karoline E. Löffler.

Am Nachmittag dann zeigt uns der kleine Löwe William seine selbstgebaute Seifenkiste und wie man damit flitzen kann wie der Wind! Jeder darf Platz nehmen und Runden drehen, bis wir grummelig werden, weil der Hunger sich meldet. Also schnell ab zum Einkaufen und dann in die Küche!

Hmm… wie würzig das duftet! Der kleine Löwe William kocht uns seine Lieblingsspeise. Mit satter Zufriedenheit im Bauch und angefüllt mit den Eindrücken des Tages geht es in die warme Badewanne.

Der Badeschaum knistert in den Ohren wie ein Flüsterfeuerwerk während ein Dampfer durch die Wogen drängt. Grüße uns unser Zeitungsschiffchen, wenn du ihm auf deinem Weg begegnest großer Dampfer!

Jetzt aber nichts wie rein ins kuschelige Bett, wo schon das Lieblingsstofftier wartet. Was für ein Tag dies doch war! So schön, so aufregend, so einzigartig und besonders, wie jeder Tag im Leben. Und Morgen? Morgen wird genauso werden. Genauso schön und doch ganz anders.

Schlafe gut und träume etwas Schönes, kleiner Löwe William. Bis Morgen!

Collage aus der Serie KLEINER LÖWE WILLIAM (c) von Karoline E. Löffler.

So oder so ähnlich, aber für euch vielleicht auch ganz anders, lautet die Geschichte im Bilderbuch KLEINER LÖWE WILLIAM von Karoline E. Löffler, dass ein reines Bilderbuch ohne Text ist. Die passenden Worte dazu, so es denn welche braucht, werdet ihr in euch selber finden.

Die ersten Bilder der Serie KLEINER LÖWE WILLIAM entstanden, als Karoline E. Löfflers eigenes Kind noch klein war. Inzwischen ist dieses Kind längst erwachsen, aber die Zuneigung, die im Blick der Künstlerin auf das kindliche Treiben liegt, ist unübersehbar geblieben.

Es ist eine Dokumentation und eine Einladung zur Reflexion ebenso wie ein Impuls für jeden neuen Tag: Lasst es uns heute wieder wie der kleine Löwe William machen. Lasst uns einen guten Tag verbringen! Mit Raum für liebgewonnene und notwendige Alltagsrituale, die uns Struktur, Ordnung und Halt geben und wie eine sanfte Klammer den Tag zusammenhalten und ebenso mit Zeit für freies Spiel, für Kreativität und Abenteuer in denen wir uns und die Welt, in der wir leben, entdecken und erproben können!

Der kleine Löwe William blickt uns frohen Mutes von den Seiten entgegen. Ist uns einladender Gastgeber und Ebenbild zugleich. Alle sind willkommen in diesem lebensfrohen Tag und kommen gern immer und immer wieder auf ihn zurück!

Das Bilderbuch KLEINER LÖWE WILLIAM von Karoline E. Löffler kann jetzt vorbestellt werden! Hier auf unserer Website und überall im Buchhandel.

Im Herbst 2020 erwarten euch zwei Neuerscheinungen aus im Eichhörnchenverlag! Beide könnt ihr ab sofort vorbestellen! 🙂 Eine davon wird KLEINER LÖWE WILLIAM von Karoline E. Löffler sein. Dieses fein humorig, nonverbale Bilderbuch stelle ich euch in der kommenden Woche vor. Heute lassen wir es uns mit dem WINDKIND um die Nase wehen. WINDKIND wird unser erstes Bilderbuch mit Elisa Brückner und unser zweites Bilderbuch mit Gerd Knappe. Eine Reise mit der schönsten Naturgewalt in Collagen und Lyrik.

Wind im Haar. Das ist auch der Wind, der unter die Flügel der Gedanken schlüpft. Wind der trägt. Wind, der Unbekanntes verheißt und altes frisch aufwallen lässt. Wind.

Wind umspielt uns mit Herbstblättertänzen und begleitet uns, wenn wir durch das gefallene Laub rascheln. Wind lässt unseren Drachen so hoch steigen, dass er fast schon ganz fern ist. Ein Wunder, dass die dünne Schnur ihn hält. Wind lässt uns die Nasen frieren und die Augen tränen, aber er macht uns auch schnell und so stark wie nie zuvor, wenn er nur etwas von hinten schiebt.

Kennt ihr das?

Vom Wind können wir alle erzählen. Von seinen Tücken und auch von seiner beflügelnden Kraft. Aber manche von uns haben eine ganz besonders inspirierte Beziehung zu dieser Naturkraft, die wir Wind nennen. Einen besonderen Blick für dieses Unsichtbare, eine fantastische liebevolle Verbindung zu seinem Spiel. Zu diesen Menschen gehört Elisa Brückner.

Alle Bilder Elisa Brückners tragen etwas Wind in sich. In der Collagenserie zum Bilderbuch WINDKIND hat sie nun den Wind zum Hauptdarsteller gemacht. Stellvertretend für alle Kinderherzen nimmt er das Windkind mit auf seine Reise. Eine Bilderreise halb schon selbst gefühlt und erlebt, halb imaginiert. Kraftvoll, sanft, etwas verspielt und von Freiheit flüsternd ist der Wind, der aus diesen Bildern spricht, das Windkind ist bei ihm geborgen. Der imaginierte Teil dieser Bilder liegt in ihrem Erkunden der Räume zwischen Himmel und Erde, dem Anrühren der Begegnung von Himmel und Meer. Der Teil, den wir alle kennen und dessen Erleben wir mit unseren Kindern teilen, liegt in den dargestellten Spielen. Der Blick aus dem Fenster auf das bunte und manchmal nasse, manchmal auch gefährlich stürmische Treiben vor der Tür. Das Fliegen lassen des Drachen, das Rascheln mit den Füßen im Laub, das Haschen nach wirbelnden Blättern und das Sammeln der schönsten unter ihnen. Das Sich-fühlen im Wind. Jedes Kind breitet irgendwann einmal die Arme aus im Wind und tanzt seinen ganz eigenen Windtanz. Manchmal wild und manchmal ganz leise…

„[…] einem Adler Engel gleich […]“

Collage aus der Serie WINDKIND (c) von Elisa Brückner.

Unser Pappebuch WINDKIND ist ein Bilderbuch und gleichzeitig ein Lyrikbuch.

Gerd Knappe hat das Gedicht EIN DRACHE IM WIND EIN KIND geschrieben, das uns Hand in Hand mit Elisa Brückners Bildern durch den Wind führt. Die Zeilen beschreiben uns, die eigentümlichen Muster, in welchen der Wind und bewegt und um uns weht.

Der Wind in den Worten lässt uns „[…] Fallen im Wind | Oben bleiben […]“ und schenkt uns dieses schaurig-schöne Kribbeln in der Magengrube, dass es nur am höchsten Punkt einer Schaukel gibt und wenn das Flugzeug durch ein kleines „Luftloch“ fliegt oder eben, wenn das Boot vom Wellenkamm herabsaust. Der Wind in den Worten lässt uns „aufsteigen“ und „gleiten“, lässt uns „kreisen“, drehen“ und „Haken schlagen“ und wenn wir uns ausgetobt haben, die ganze Lust am Wilden ausprobiert haben, dann lässt er uns ausruhen und zu uns kommen und hält uns geborgen, wie in den Armen eines lieben Menschen.

„Schwerelos aufgehoben | Einem Adler Engel gleich“

Collage aus der Serie WINDKIND (c) von Elisa Brückner.

Der Wind, den Gerd Knappe in seinen Worten findet, ist wild und rastlos, aber auch sanftmütig, ein freundlicher Trickster und er ist facettenreich. Zu vielschichtig für nur ein Gedicht. Deshalb ist EIN DRACHE IM WIND EIN KIND nur eines von vier Gedichten, die der Autor unter dem Titel „WILDER WINDIG – 4 Arten vom Wind zu schreiben“ versammelt. Jeder dieser Texte beschreibt ein anderes Moment des Winderlebens. Jeder ist ein Teil eines größeren Bildes. Wir haben uns daher überlegt, diese Texte als den lyrischen Komplex, der sie sind, vereint zu lassen und als einen eigenständigen Lyrikband in den zweiten Teil des Bilderbuch WINDKIND einzubinden. Auf diese Weise entsteht eine wahrhaft fabelhafte Chimäre aus Kinder-Bilderbuch, Lyrik- und Kunstbuch und wir sind sehr gespannt darauf, wie es euch gefallen wird! Ich selbst bin begeistert und voll der Vorfreude auf dieses Buch, das abseits vorgedachter Bahnen und Konventionen neue Wege auf der Suche nach der idealen Verbindung von Form und Inhalt gehen wird und selbstverständlich aufzeigt, für wen wir im Eichhörnchenverlag eigentlich Bücher machen. Nicht nur für Kinder und schon gar nicht nur für Erwachsene, sondern für alle Menschen – die ganz jungen und die ganz alten und alle dazwischen!

An diesem schönen Sommertag heute freuen wir uns also auf den Herbst, denn wenn der Sommer geht, dann sind wir vorbereitet. Bei uns tragen wir den Wind, unseren einzig unverzichtbaren Freund an allen Herbsttagen!

Das Bilderbuch WINDKIND von Elisa Brückner und Gerd Knappe kann jetzt vorbestellt werden! Hier auf unserer Website und überall im Buchhandel.

İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer ist eine leichte, spielerisch-philosophische Geschichte auf Türkisch und Deutsch, die dazu ermuntert, sich selbst zu vertrauen. Es ist außerdem ein Mitmachbuch, das auf allen Seiten viel Platz lässt, um selbst kreativ zu werden. Es darf nach Herzenslust gezeichnet, gemalt und geklebt, Idas Weg weiter gestaltet und den eigenen Ideen und Wünschen nachgespürt werden!

Der Eichhörnchenverlag hat einige Künstler*innen gebeten, Ihre persönliche Vision von Idas Weg zu gestalten. Die Ergebnisse stellen wir euch in der Serie „Idas vielgestaltige Wege“ vor.

Victoria Hohmann mit ihrem Exemplar des Bilderbuchs İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fuly Gezer. Foto: (c) Victoria Hohmann.

Text-based Art. So nennt Victoria Hohmann selbst ihre Kunst. Frei bedient sie sich bei verschiedensten Sprachen in Wort und Bild, nimmt Elemente von konkreter Poesie bis abstrakter Malerei und formt daraus Bilder – Wort-Bild-Collagen -, die formell einfach konstruiert scheinen, dabei aber inhaltlich weit in die Tiefe fassen. Jedes Teil sitzt. Jedes Teil bedeutet.

Ein wichtiges Gestaltungsmittel ist für Victoria Hohmann ihre Schreibmaschine, mit der sie Buchstaben und ganze Wort frei auf der Fläche des Blattes verteilt. Gleichfalls wichtig ist ihr die Wahl des Materials, oft des Papiers, auf welchem sie arbeitet. Sie selbst sagt in einem ihrer YouTube-Videos, dieses Sammeln verschiedener Papiere könnte man auch als Horten bezeichnen. Zu den Themen, die sie bisher künstlerisch umgesetzt hat, gehören Fragen zu Identität, Umweltpolitik, Tagespolitik und Gesellschaftskritik. Manches von alledem findet sich auch in ihrer Version von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG.

Nicht vorenthalten wollen wir euch, dass Victoria Hohmann neben ihrer Tätigkeit als freie Künstlerin auch Autorin und Verlegerin ist. Ihr VHV-Verlag gehört zu unseren absoluten Lieblingsverlagen.

Es ist uns eine große Freude, dass Victoria Hohmann sich auf die Bitte eingelassen hat, unser Mitbachbilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer in ihrer besonderen Sprache zu interpretieren. Das Ergebnis könnt ihr im Folgenden bestaunen!

Idas Geschichte beginnt mit einer Walnuss und so setzt auch die Künstlerin ihre Gestaltung auf Seite 1 bei der Walnuss an. Das türkische Wort „ceviz“ (Walnuss) setzt sie per Schreibmaschine auf ein braunes Stück (Pack-)Papier, das sie in die Form einer Nuss reißt. Mit dem Bleistift kommen noch einige Linien hinzu, die an die Struktur der Schale erinnern. Das Wort wird ins Bild gesetzt.

Mit dem deutschen Wort Walnuss beginnt sie ein lautmalerisches Spiel. Die „wahlnuss“ entsteht, die Idas Entscheidung zum Aufbruch in die Geschichte markiert. Zwei weitere neue Worte finden sich im Bild. Das Wort „ööööde“, dass das „ö“ so sehr dehnt, dass man die Zähigkeit des Zeitflusses förmlich spüren kann und das die alltägliche Langeweile Idas markiert sowie das Wort „peanuts“. Der Anglizismus „peanuts“ meint Kleinigkeiten von geringer Bedeutung. Wenn man der üblichen Leserichtung von oben nach unten folgt, entpuppt sich diese „peanut“, die auf die anfängliche „ööööde“ folgt, aber dann doch als gar nicht ganz so unbedeutende „wahlnuss“. 😉

Beachtenswert ist auch das weiße Papier mit den schwarzen Farbspuren, aus welchem Victoria Hohmann neue Stämme für Idas Wald collagiert hat. Ich frage mich, ob die schwarze Farbe wohl mittels Frottage auf das Papier gelangt ist und wenn ja, ob die Struktur einer Baumrinde durchgerieben wurde.

Im Bild auf Seite 2 scheint zunächst gar nicht so viel verändert, aber dann offenbart sich doch ein Rufen. Wer ruft dort nach Ida? Ist es der Wald? Die Freiheit? Das Abenteuer? Ich fühle mich an den Chor in der griechischen Tragödie erinnert…

Auf der folgenden Seite verzichten die Ergänzungen auf Wortelemente. Dafür tauchen wiederum neue Bäume auf. Dieses Mal werden die Baumkronen von einem geometrischen Muster geformt.

Geometrische Muster sind ein übliches Gestaltungsmittel der islamischen Kunst, in welcher vielerorts figürliche Darstellungen vermieden werden. Dies gilt insbesondere für Darstellungen Allahs und Mohammeds. In diesem Zusammenhang hat sich in der islamischen Kunst eine Vielfalt faszinierender mathematisch komplexer geometrischer Ornamente entwickelt. Ob es sich bei dem hier verwendeten Musterausschnitt tatsächlich um ein im Kontext islamischer Kunst entstandenes Ornament handelt, kann ich zwar nicht beurteilen, ich denke aber, ohne Zweifel steht es hier als Hinweis auf die islamischen Anteile türkischer Kultur.

Teile eines Baumstammes auf Seite 3 werden von Ausschnitten einer Fotografie unserer Erde gebildet. Das Blau des Planeten vor dem tiefen Schwarz des Alls korrespondiert mit den Farben im Bild auf Seite 4, wo ein blauer (erdgebundener) Baum sich vor dem schwarzen Nachthimmel abhebt. Ein gelungenes Farbspiel, das außerdem an einige andere Arbeiten Victoria Hohmanns erinnert, in welchen sie sich damit auseinandersetzt, wie wir mit unserer Umwelt und unserem Planeten umgehen. Auch in diesen Arbeiten greift sie auf ganz unterschiedliche Weise auf Darstellungen von Bäumen und des Planeten Erde zurück. Ganz aktuell kann man auf Instagram beobachten, wie sie unter dem Titel „Spuren intelligenten Lebens“ mit dem Material Erde arbeitet. (Follow-Empfehlung!)

Auf den Seiten 5 und 6 bedient sich die Künstlerin wiederum an den vorgefundenen Farben (vornehmlich schwarz und rot) und setzt diese auch in ihren Ergänzungen um. Dieses Vorgehen, lässt sich von hier an auf allen folgenden Seiten deutlich beobachten. Auch die geometrischen Muster von den Vorgängerseiten kommen in loser Streuung noch einmal vor. Dieses kleine referenzielle Intermezzo läuft sich hier allerdings aus. Das Wort „orman“ (Wald) wird hervorgehoben und der endlich vollzogene Beginn der Reise wird mit dem Wort „unterwegs“ markiert, dass ebenfalls dem Text entnommen ist.

Auf der Seite 5 beginnt Victoria Hohmann mittels ihrer ergänzten Textfragmente auch eine neue Erzählebene einzuflechten, die ich als eine Darstellung der mentalen Prozesse Idas interpretiere. Hier lese ich ein langes „ooooh“, dass mir ein Ausdruck von Staunen und Wundern zu sein scheint. Auf Seite 7, wo Ida vor eine Wahl gestellt wird, mäandert das Wort „oder“. Auf Seite 11 werden „idas ideen“ als Teil ihres Weges ins Bild gesetzt.

Meine persönlichen absoluten Lieblingsseiten in Victoria Hohmanns Version von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG sind aber die Seiten 13/14. Gar nicht unbedingt wegen des wunderbaren Eichhörnchens, was ich natürlich als herzlichen Gruß an den Eichhörnchenverlag verstehe (Vielen Dank dafür! 🙂 ), sondern weil hier nun wirklich ganz viel Leben drin steckt. Alles ist irgendwie ein wenig aufgeregt, alles kommuniziert. Plötzlich ist es les- und auch fühlbar, dass sich der Konflikt der Geschichte aufgelöst hat und Erleichterung Platz findet. Der Chor der griechischen Tragödie ist wieder da und ruft oder seufzt ein erleichtertes oder überrascht willkommen heißendes „ooooooh ida“. Der Weg, den die Künstlerin auch als „ausweg“ und „raus[-]weg“ bezeichnet und der in der Geschichte ja auch nur deshalb ein guter Weg für Ida wird, weil sie es schafft ihn neu und ganz eigen zu denken, bricht auch in den Ergänzungen mit allen Vorgaben, indem er erst aus der Lineatur des Papiers und dann sogar ganz von dem Notizpapier ausbricht. Idas Weg, der ein vielstimmiges Eigenleben erhalten hat, flüstert „goldrichtig“ und mir scheint das weniger einige Ermunterung für Ida zu sein, sondern vielmehr für uns Betrachter*innen die Benennung einer Tatsache, die Ida längst schon im Gesicht steht und die dann auch in der Materialwahl für den Baum am rechten Bildrand auf Seite 14 visuell umgesetzt ist. Für mich ist das der eigentliche Höhepunkt der Geschichte, die Auflösung des Dramas. Die folgende Einkehr im „Idyll“ auf den Seiten 15/16 ist fast schon nur noch Epilog, aber auch hier lohnt es noch einmal genau hinzuschauen.

Der Wunsch-Ort, den Victoria Hohmann für Ida entwirft ist gefüllt mit den schönen Begriffen „träume“, „liebe“ und „happy“ und damit als freundlicher und angenehmer Ort gekennzeichnet, aber er ist – und das finde ich spannend – auch ein Ort, der immer noch dynamisch ist. Ein Wind scheint durch das Bild zu wehen und an mehreren Stellen finden sich „ideen“ bzw. „i mag ination“. Es ist ein Ort der andauernden Entwicklung, in dem geforscht, gespielt und ausprobiert werden kann. Passend dazu wiederholt sich auf Seite 15 immer wieder die Silbe „da“ und assoziiert dabei nicht nur das da(sein), also angekommen sein, sondern auch die ständig dekonstruierende, dabei ja aber auch stetig erneuernd-schöpferische Kunstform Dada(ismus).

Zuletzt sei noch auf den Mund hingewiesen, denn er ist ein Beispiel jener Methode, die Victoria Hohmann innerhalb ihrer Text-based Art als Schreibmaschinenmalerei bezeichnet. Eine spannende Form, die mich an die eingangs erwähnte konkrete Poesie, aber auch an Disegno als Theorie über die Zeichnung als unmittelbaren Ausdruck des Geistes über die Hand denken lässt.

Mehr Schreibmaschinenmalerei und überhaupt Kunst von Victoria Hohmann gibt es hier:

Auf ihrer Website: victoriart.de

Auf YouTube

Auf Instagram

Mehr über Victoria Hohmanns Verlag gibt es unter: vhv-verlag.de

Liebe Victoria, vielen Dank für diese Einblicke in deine Interpretation von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG, die soviel Anlass zum Staunen, Wundern und Nachdenken gibt! Wir wünschen dir noch viel Freude an deinem einzigartigen Bilderbuch!

Das Mitmachbilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer gibt es selbstverständlich auch zu kaufen! Hier im Verlagsshop (siehe unten) oder in der Buchhandlung eures Vertrauens. Es ist das perfekte Bilderbuch für alle, die schöne und leicht-philosophische Geschichten und Bilder lieben und die Lust haben selbst zu gestalten sowie für alle, die etwas Abwechslung vom Corona-Blues gut vertragen können.

Wir wünschen euch allen und euren lieben, dass ihr wohlauf seid. Passt auf euch auf!

İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer ist eine leichte, spielerisch-philosophische Geschichte auf Türkisch und Deutsch, die dazu ermuntert, sich selbst zu vertrauen. Es ist außerdem ein Mitmachbuch, das auf allen Seiten viel Platz lässt, um selbst kreativ zu werden. Es darf nach Herzenslust gezeichnet, gemalt und geklebt, Idas Weg weiter gestaltet und den eigenen Ideen und Wünschen nachgespürt werden!

Der Eichhörnchenverlag hat einige Künstler*innen gebeten, Ihre persönliche Vision von Idas Weg zu gestalten. Die Ergebnisse stellen wir euch in der Serie „Idas vielgestaltige Wege“ vor.

Eine der ersten, die ein Exemplar von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG für uns gestalteten, war die großartige Künstlerin und Grafikdesignerin Kiri Li und ihren Sohn Rio.

Die beiden haben schon etwas Übung im gemeinsamen Gestalten, wobei sie von der gegenseitigen Freude an den Bildern der/des jeweils anderen getragen werden. Also haben sie ihre liebsten Acryl-Stifte ausgepackt und einfach drauflos gemalt.

Rios frei wirbelnde Linien und Strukturen wurden von Kiri Li aufgegriffen, weitergeführt und auf allerlei Weisen transformiert. Die Verzahnung der so entstandenen Muster und Figuren mit den Bildern Fulya Gezers ist bemerkenswert. Man könnte sagen, die vielen kleinen Samen, die Fulya Gezer in Form der unterschiedlichen Muster, Strukturen und Techniken in ihre Bilder gestreut hat, sind hier voll aufgegangen und treiben die schönsten Blüten. In diesem so neu entstandenen Bilderkosmos hat IDA auch einen großen, leisen und freundlich-neugierigen Freund an ihre Seite bekommen und ich frage mich, ab er wohl bis zum Ziel ihrer Reise bei ihr bleibt?!

Das ganze Ergebnis spricht in jedem Fall von der wilden und freudvollen Kreativität Rios und von Kiri Lis großer Lust an künstlerischem Austausch, dem Spiel mit „fremden“ Impulsen und der Notwendigkeit sich auf immer wieder neue Situationen stets aufmerksam und unvoreingenommen einzulassen.

Liebe Kiri, lieber Rio, vielen Dank für diese Einblicke in eure fantastische Interpretation von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG! Wir wünschen euch noch viel Freude an eurem einzigartigen Bilderbuch!

Das Mitmachbilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer gibt es selbstverständlich auch zu kaufen! Hier im Verlagsshop (siehe unten) oder in der Buchhandlung eures Vertrauens. Es ist das perfekte Bilderbuch für alle, die schöne und leicht-philosophische Geschichten und Bilder lieben und die Lust haben selbst zu gestalten sowie für alle, die etwas Abwechslung vom Corona-Blues gut vertragen können.

Wir wünschen euch allen und euren lieben, dass ihr wohlauf seid. Passt auf euch auf!

Manche Projekte brauchen einfach etwas länger. Darunter auch dieses eine Bilderbuch, dass quasi schon seit Verlagsgründung immer irgendwo im Hintergrund lag, reifte und nach seiner Geburtsform suchte. Eine Geschichte, Gedichte, Texte gab es nicht dazu, aber eine Idee von Wind und Wolken und das Wissen, dass es genau eine Künstlerin gibt, deren Handschrift diese Idee in Bilder gießen kann: Elisa Brückner!

So viele ihrer Bilder atmen den Wind förmlich ein und wieder aus, wehen durch das Haar und um die Nasenspitze! (Zumindest ist das ein inneres Bild, dass sich von ihrem Werk formen kann.) Immer wieder kehren Blautöne an weiten Himmeln und Meereslandschaften in ihre Bilder ein, lassen Weite und frische Brisen im Kopf entstehen.

Wir schätzen uns sehr glücklich, dass der äußere Eindruck der Windverbundenheit von der Künstlerin selbst geteilt wird und dass sie zugestimmt hat, ein Wind-Bilderbuch mit dem Eichhörnchenverlag zu veröffentlichen!

WINDKIND von Elisa Brückner und Gerd Knappe wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres erscheinen. In Kürze verraten wir euch mehr dazu!

Einen klitzekleinen Eindruck könnt ihr hier schon erhaschen:

Ohne Titel aus der Serie WINDKIND (Ausschnitt), Collage von (c) Elisa Brückner.

Liebe Elisa, herzlich willkommen in der Verlagsfamilie! Es ist uns eine große Freude, dass du uns an deinen Bildern teilhaben lässt!

Elisa Bückner

Malerei und Grafik studierte Elisa Brückner an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Kunstpädagogik und Französisch an der Universität Osnabrück. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin und Brandenburg. Gemeinsam mit ihrer Schwester führt sie das Geschäft Mabellevie für antike Möbel in neuen Gewändern und Kunstgegenstände in der Togostr. 6, 13351 Berlin.

Elisa Brückner arbeitet bevorzugt auf Holz, worauf sie mit handgeschöpften Papieren collagiert und mit Kreidefarben, manchmal auch mit Aquarellfarben ihre malerische Bildwelt aufspannt. Die so entstehende Kunst ist sanft-mutig, strukturstark, zart und sehr fokussiert. Sie ist außerdem im besten Sinne persönlich. Deutlich spüren die Betrachter*innen die Verbundenheit der Künstlerin mit den Elementen Wasser und Wind, mit bestimmten Tieren und Pflanzen, deren persönliche Bedeutsamkeit aus ihrer stetigen Wiederholung spricht. Ihnen und besonders auch den menschlichen Figuren Elisa Brückners ist deutlich anzusehen, dass die Künstlerin ihre ganze Bildsprache und deren Kraft, Schönheit und leise Selbstgenügsamkeit aus der Introspektive, aus dem tiefen Schöpfen in der eigenen Seele gewinnt.

Ihre Motivation künstlerisch zu gestalten beschreibt Elisa Brückner selbst wie folgt:

„Auf die Frage, warum ich als Künstlerin mein Leben beschreiten will, kann ich nichts anderes antworten, als: Ich kann nicht anders. Ich weiß, dass ich ein feinfühliges Herz besitze, dass ich diese Welt als einen Ort begreife, sehe und wahrnehme, der mein gesamtes Dasein erfüllt. Ich suche und habe immer gesucht… nach einem Weg, das zu sagen. Nach einem Weg, alles aufzunehmen, festzuhalten, es ein bisschen zu feiern, ehe es dem Moment entschwindet. […] Ich will zurückgeben, mich zu einem fühlenden und lebendigen Teil dieses Ganzen machen. Dafür brauche ich die Kunst. Für die tiefsten Tiefen des Lebens, für die luftigen Höhen des Schönen, für die Preisung. Für das Erkennen. Für das Spiegeln, für das Ruhig-Werden. Ich träume von einer Kunst, die sinnlich ist, ästhetisch, sanftmütig und traurig. Eine Kunst, die so ist, wie wir Menschen. Ein bisschen verschleiert und geheimnisvoll. Mit vielen Schichten. Eine Kunst, die diese Schichten durchdringt und das leise hervorholt, was in uns allen schlummert. Die Sehnsucht.“

Für die Kampagne #starkfürsbuch haben wir an den vergangenen drei Montagen je ein Video veröffentlicht, in welchem ich (Nina. A. Schuchardt) ein Kunstwerk aus meinem Privatbesitz vorstelle, das mich persönlich besonders beschäftigt und auch mit dem Eichhörnchenverlag in besonderer Verbindung steht.

Es war eine spannende Erfahrung diese Videos aufzunehmen, manchmal auch frustrierend, zum Beispiel weil das extra für dieses Projekt (vor 4 Wochen) bestellte Mikrofon bis zuletzt nicht ankam. Auch war es eine ganz neue Herausforderung, einem vollkommen unbekannten Publikum etwas vermitteln zu wollen, dessen Vorwissen und Interesse absolut nicht einschätzbar ist. Bei einer Rede, zum Beispiel anlässlich einer Ausstellungseröffnung, ist es möglich, mit dem Publikum in Kontakt zu treten und auf Reaktionen einzugehen. Das kann manchmal aus dem Konzept bringen, aber es ist auch auf eine Weise lohnend und motivierend, die ich bei der Aufnahme der Videos vermisst habe.

Nichtsdestotrotz bin ich unter den gegebenen Umständen zufrieden mit meinen allerersten drei Videos und kann mir vorstellen, dass es in Zukunft auch neues Futter für den gerade eingerichteten YouTube-Kanal des Eichhörnchenverlags geben kann.

Bis dahin freue ich mich über Anregungen, Fragen, Kommentare!

Übrigens: Die Kampagne #starkfürsbuch läuft noch bis zum 8. Mai 2020 mit zahlreichen kreativen Aktionen vieler wunderbarer Akteure und zu gewinnen gibt es auch etwas. Schaut doch mal vorbei!

Unsere drei Videos gibt es hier:

Manchmal werde ich gefragt, ob es sich bei LANDTIERE von Gerd Knappe und Susanne Haun um ein Ausmalbuch handelt. Es seien ja noch so viele Flächen frei, so viele Tiere nicht „ausgemalt“…

Blick ins Buch: LANDTIERE von Gerd Knappe (Text) und Susanne Haun (Collagen). (c) Eichhörnchenverlag.

Ich sage dann Dinge wie:

„Nein, es ist nicht eigentlich ein Ausmalbuch, das Weiß zwischen den Linien, die vielen freien Flächen sind Teil des speziellen Stils der Künstlerin, sind auch Träger ihres Ausdrucks. Trotzdem habe weder ich (Nina A. Schuchardt) als Vertreterin des Eichhörnchenverlags, noch hat Susanne Haun etwas dagegen einzuwenden, wenn Kinder sich mit den Bildern im Buch beschäftigen, indem sie darin malen. Wir betrachten dies als Kompliment von Herzen und als intensive persönliche Auseinandersetzung mit dem Werk.“

Es gibt dabei nur ein Problem. Viele Stifte und Farben werden im Buch nicht gut haften, werden verschmieren, denn bei dem verwendeten Material handelt es sich um einen gestrichenen Karton. Die gestrichene Oberfläche eines Kartons bringt viele Vorteile mit sich. Sie lässt die Farben der Bilder stärker erstrahlen, ist überhaupt besser bedruckbar, ist unempfindlicher gegen Verschmutzungen und kann im Zweifel auch einmal mit einem leicht feuchten Tuch abgewischt werden. Gute Eigenschaften, die, wenn es darum geht, im Buch aus- und weiterzumalen, trotzdem zum Nachteil gereichen.

Unser neues Bilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer aber wird ein Mitmachbuch. Es ist eine ausdrückliche Einladung im Buch selbst zu malen, zu kleben und zu pinseln. Damit das gelingen kann, brauchen wir also eine andere Oberfläche. Im Gespräch mit unserer Druckerei (SDP SachsenDruck GmbH in Plauen) stellte sich heraus, dass es hierfür eine einfache Lösung gibt. Der von uns üblicherweise verwendete Karton ist nämlich nur auf einer Seite (der intentionierten Vorderseite) gestrichen. Die andere Seite ist ungestrichen, auch weil sie sich in dieser Form besser verkleben lässt.

Zur Erinnerung, so wird ein Pappebuch gebunden:

Grafik: SDP SachsenDruck GmbH / (c) Constantin Andiel. Vielen Dank für die freundliche Genehmigung zur Verwendung.
Wer mehr über die technischen Hintergründe der (Pappe)Buchfertigung und zum Beispiel auch darüber wissen möchte, was eine gestrichene Oberfläche ist, kann einmal beim Online-Lexikon der Druckerei SachsenDruck vorbeischauen.

Um euren Kindern und euch die bestmögliche Grundlage für eure kreativen Abenteuer mit Ida zu geben, werden wir den Karton also einfach umdrehen und auf der eigentlichen Rückseite drucken und die gestrichenen Vorderseiten des Kartons verkleben!

Apropos „verkleben“: weil eine einfache Klebeverbindung der gestrichenen Kartonseiten nicht die wünschenswerte Belastbarkeit und Haltbarkeit erreichen würde, wird ein sogenannter Spacer (siehe hierzu ebenfalls das Online-Lexikon von SachsenDruck!) zwischen die Seiten geleimt. Jede Seite wird dadurch noch einmal um etwa die Hälfte dicker und selbst für Pappebücher ausgesprochen stabil

Ein ganz besonderes haptisches Erlebnis!

Übrigens haben wir die Bemalbarkeit des ungestrichenen Kartons natürlich auch getestet! Die Druckerei SachenDruck hat uns dafür freundlicherweise ein Exemplar der schwedischen Publikation HEMMA HOS DJUREN von garbo & friends überlassen. Mit kindlicher Unterstützung sind wir darin einmal quer durch die Stiftekiste gegangen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wir sind nun sicher, dass İDA’NIN YOLU / IDAS WEG ein perfektes Mitmachbuch wird!

Blick ins Buch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG (Entwurf) von Fulya Gezer, Collagen (c) von Fulya Gezer, Satz + Layout Antje Rother.

Hier könnt ihr İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer vorbestellen.

Im Zuge unserer Arbeiten an unserem Verlagsprogramm 2020 ist ein weiterer Text entstanden. Nachdem der letzte Text das Thema Nachhaltigkeit behandelte, beschäftigt sich dieser mit dem Kunstbegriff des Eichhörnchenverlags.

Wir wünschen viel Freude beim Lesen und Nachgrübeln!

Übrigens: Wer uns und unsere Bücher live und in Farbe erleben möchte hat an diesem Wochenende bei der BuchBERLIN Gelegenheit dazu. Wir freuen uns auf euch!

GANS aus der Serie LANDTIERE. Collage von (c) Susanne Haun.

ART IS FOR EVERYONE

…und fragt nicht nach ihrer Betrachter*innen Alter!

Was ist Kunst? Was ist die Aufgabe der Kunst? Für wen ist die Kunst?

Wir suchen in unseren Bilderbüchern Kunstwerke zu zeigen, die für sich stehen und stets ihre ganz eigenen Geschichten erzählen, ohne Rücksicht und ohne Abhängigkeit von anderen Werken in Wort oder Bild.

Wir glauben, dass jedes in sich geschlossene und frei entwickelte Kunstwerk ein schier unerschöpflicher Fundus an Geschichten ist. Es erzählt von der Person und der Realität seiner Schöpfer*innen, von Materialien, Zeit und Motiven und immer wieder als Spiegel von den Horizonten seiner Betrachter*innen und von möglichen Perspektiven über diese Horizonte hinaus.

Jedes Mal, wenn wir uns einem Kunstwerk zuwenden, können wir eine Teilmenge dieser Geschichten erfahren und fügen unseren eigenen Anteil hinzu und jedes Mal, wenn wir unsere Betrachtungen mit einem anderen Menschen teilen, werden wir einen ganzen Schatz neuer Geschichten entdecken und uns an ihnen erfreuen und wachsen können. Darum glauben wir, dass Kunst in aller Menschen Hände und auch ins Bilderbuch für die Allerkleinsten gehört.

Kunst fließt. Ob unser Kunstbegriff tatsächlich der Kunst in unseren Büchern entspricht, können wir nicht beurteilen. Jede*r von uns, ob klein, ob groß hat einen eigenen Geschmack und so bleibt unser Kunstbegriff frei, mit unbestimmtem Ausgang ohne einer vorbestimmten Erzählung zu folgen – auch nicht unserer eigenen.

Hierin liegt das Wunder des Kunstwerks.