Susanne Haun signiert die LANDTIERE auf der Leipziger Buchmesse

Die Leipziger Buchmesse steht kurz bevor. Am letzten Messetag, am Sonntag (24. März 2019) kommt Susanne Haun unseren Stand besuchen, um dort mit den Besucher*innen ins Gespräch zu kommen und ihr eigenes Buch LANDTIERE zu signieren.

Wir freuen uns sehr auf Susanne Haun! Unter folgendem Link könnt ihr mehr über ihren Besuch erfahren.

Signierstunde auf der Leipziger Buchmesse – Susanne Haun im Eichhörnchen Verlag

Vom 21. bis 24. März dieses Jahres findet wieder die Leipziger Buchmesse statt und diesmal sind wir auch dabei!

Als Mitaussteller finden wir ein schönes Plätzchen im Messestand von neunmalklug, einem Kinderbuchverlag aus dem Schwarzwald.

Zum ersten Mal aufgefallen sind uns die Bücher aus dem Hause neunmalklug bei der Online Buchmesse 2018. In Dresden konnten wir sie dann in die Hand nehmen, anschauen und vorlesen und lernten Sarah, eine der beiden Verlegerinnen bei neunmalklug kennen. Als wir bei der BuchBerlin auch Charlotte, der zweiten Verlegerin im Bunde und Gründerin von neunmalklug, begegneten, reifte die Idee, gemeinsam zur Leipziger Buchmesse zu fahren und gern haben wir die Einladung angenommen, in den bereits gebuchten Messestand mit einzuziehen!

Eine der Besonderheiten von neunmalklug ist übrigens die Produktion nach dem cradle to cradle Prinzip. Bestimmt können auch wir an dieser Stelle noch einiges lernen, wenngleich wir zum Glück ja auch manches schon umsetzen (z. B. die Verwendung von Karton aus nachhaltiger Forstwirtschaft (FSC), kurze Transportwege (Produktion in Deutschland) und die Führung des Geschäftskontos bei einer nachhaltigen Bank (Triodos). Auch bezieht unser Büro seinen Strom von einem grünen Anbieter.). Kurzum, es ist keine Überraschung, dass wir uns gut verstehen und diese Verlagsfreundschaft treibt bestimmt noch viele spannende Blüten und Früchte!

Bei neunmalklug sind zurzeit elf Bücher für kleine und ganz kleine Menschen sowie eine kleine und feine Auswahl an Non-Books erhältlich. Ich selbst durfte bereits aus der Reihe „Komm, wir gehen näher ran!“ von Sarah Roller und Yo Rühmer vorlesen, die mir von einem ganz kleinen Familienmitglied der neunmalklugen ans Herz und in die Hand gelegt wurden. Es war eine unmissverständliche Empfehlung, welcher ich mich gern anschließe.

Für alle, die jetzt wissen, dass sie sich nun unbedingt ein Ticket für Leipziger Buchmesse 2019 besorgen müssen, kommt hier noch ein kleiner Anreiz: Am 24. März voraussichtlich gegen 15 Uhr wird uns Susanne Haun an unserem Stand besuchen und sicher sehr gern die Landtiere signieren!

Am Mittwoch nächster Woche ist es wieder soweit. Es ist der 3. Oktober und damit Türöffner-Tag der Sendung mit der Maus.

Wie schon im letzten Jahr wird sich die Patent-Papierfabrik Hohenofen mit der Bastelkompetenz von muckout in eine Bücherbastelwerkstatt verwandeln, in welcher Kinder ihre eigenen und mitgebrachten Ideen in ganz persönliche Bücher verwandeln können.

Bücherwerkstatt am Türöffnertag 2017 in der Patent-Papierfabrik Hohenofen (c) Sivia Last (muckout).

Außerdem wird erstmalig auch mit alten, ausrangierten Büchern gebastelt, sodass die immer noch so schönen Geschichten und Bilder in buchstäblich neue Formen gebracht werden. Zum Beispiel als kleine Origami-Vogel-Geschwisterchen von Tui-Tiu?

Der Eichhörnchenverlag bringt eine Kunstausstellung für Kinder mit. Gezeigt werden einige Landtiere- und Monsterkinderoriginale, aber auch neue Eichhörnchenbilder und eine multimediale Installation der Tui-Tiu-Bilder! Wir sind schon etwas aufgeregt. 😉

Die Papierfabrik bietet je eine Führung durch das technische Denkmal um 12 und 14 Uhr an und dann erwarten die kleinen und großen Besucher*innen noch eine Mitmachgeschichte, die im Anschluss an die Veranstaltung für alle Besucher*innen zugänglich auf den Websites von Eichhörnchenverlag und muckout veröffentlicht werden wird und eine Tombola.

 

Wir freuen uns auf euch! Anmeldungen nehmen wir gern unter kontakt@eichhoernchenverlag.de entgegen.

Der Eintritt ist frei.

Manchmal liegen in der ganzen Familie die Nerven blank. Dann ist der Moment gekommen, einen kleinen Urlaub einzuschieben.

So einen Moment hatten wir zum Ende der letzten Woche und deshalb haben wir beschlossen, eine spontane Pause zu machen.

Zugegeben: so ganz klappt das nicht, weil der Blog geschrieben werden möchte (wenn es auch spät geschieht) und weil die letzten Arbeiten am Adventskalender auf Hochtouren laufen und weil der frei werdende Kopf auch Lust macht, einige Verlagsprojekte mit neuem Elan voranzutreiben, aber ein wenig ruhiger lassen wir es doch angehen. Es bleibt Zeit für Tagesausflüge mit der Familie und auch für persönliche Herzensprojekte.

Eines dieser Projekte ist derzeit das Einreiten meines Pferdes Benvenuto Godot alias Togo. Ich mache diese Arbeit nicht selber, sondern habe sie in fähigere Hände gegeben, aber freitags fahre ich hin, lasse mir die Arbeit erklären, von den Fortschritten und Schwierigkeiten berichten und seit letzter Woche, sitze ich dann auch selbst auf meinem Pferd, das manche vielleicht schon aus unserem Bilderbuch Landtiere von Gerd Knappe und Susanne Haun kennen.

Gewaltvoll gezwungen wird unser Bilderbuchstar bei seiner Ausbildung übrigens nicht. (Denn ihn kann man nicht zwingen…) Physisch und psychisch gefordert und gefördert dagegen schon. Im Vergleich zu seiner Bilderbuchform wirkt er jetzt größer, er hat deutlich an Muskelmasse zugelegt und trägt seinen Körper auch anders. Sein Fell glänzt aber immer noch ebenso schön, wie zu der Zeit, als Thomas Lemnitzer die Fotos machte, die später zur Grundlage der Collagen von Susanne Haun wurden. Es ist ein wunderbarer Anblick.

In einer der Collagen Susanne Hauns, für die Togo Modell stand, findet sich das kuriose Detail des Pferdes im Pferd. Beim Vorlesen wundern sich manche Kinder darüber und fragen, was das zu bedeuten hat. Manche nehmen es aber auch kaum wahr oder finden es nicht weiter erwähnenswert, weil sie zum Beispiel davon ausgehen, dass es sich dabei um die Darstellung eines ungeborenen Fohlens handelt. Ich lasse das dann so stehen. Ich finde es schön, wenn Bilder viele und sehr unterschiedliche Geschichten erzählen können, die immer auch von den Betrachtern abhängen.

Pferd (mit Pferd im Pferd). Collage (c) Susanne Haun.

Meine Geschichte zu diesem Detail ist allerdings ein andere. Ich hatte zu dem Zeitpunkt als diese Bilder entstanden zwei Pferde. Das zweite Pferd hieß Lena und war die Mutter Togos. Die Künstlerin Susanne Haun wusste davon und hatte auch beide Pferde als fotografische Vorlagen für ihre Arbeiten vorliegen.

Die Stute Lena ist es, die ich in Susanne Hauns Zeichnung als Pferd im Pferd abgebildet sehe.

Zwei Pferde. Fotografie (c) Thomas Lemnitzer.

Mit dem Wissen um die genealogischen Zusammenhänge mutet es zunächst wie eine Irritation, eine Umkehrung der Verhältnisse an, wenn die Mutter im Sohn dargestellt ist. Ich finde es dennoch passend, denn es stimmt auch, dass ein Teil ihrer in ihm ist – in biologischer Hinsicht, aber auch in Bezug auf manche vielleicht eher erlernte Verhaltensweise. Gerade jetzt, wo wir neue Erfahrungen mit ihm als Reittier sammeln, wird mir diese Ähnlichkeit oft deutlich.

Für mich persönlich liegt auch etwas Tröstliches in diesem Bild, das deutlich macht, dass immer eines im anderen weiter lebt, denn die Stute Lena, die mich seit meinem elften Lebensjahr begleitet hat, lebt inzwischen nicht mehr. Das Bild Pferd (mit Pferd im Pferd) steht deshalb auch nicht, wie noch einige andere Bilder aus der Serie Landtiere von Susanne Haun zum Verkauf. Es befindet sich in meinem Privatbesitz.

In dieser Miniserie stellen wir euch einige Motive unserer neuen Postkarten vor. Die Serie beschäftigt sich mit sechs Motiven, die nicht oder nur unvollständig in unseren drei Büchern zu finden sind, obwohl sie doch bildschön und sehenswert sind! Hier soll erklärt werden, weshalb sie trotzdem nicht in den Büchern sind und auch, weshalb wir sie dennoch unbedingt zeigen wollen.

 

Die etwas anderen Landtiere

In den Jahren 2016 und 2017 schuf Susanne Haun im Auftrag des Eichhhörnchenverlags und unter Verwendung von Tierfotografien von Thomas Lemnitzer eine Anzahl von Collagen, die wir die Serie „Landtiere“ nennen. Die Serie umfasst 17 Einzelbilder alle im Format 40 x 30 cm. 13 dieser Bilder sind im Buch zu finden. Vier wurden von Verlagsseite für die Verwendung im Buch aus verschiedenen Gründen und mit zum Teil sehr schwerem Herzen abgelehnt. Die Katze und den Grashüpfer aus dieser Gruppe drucken wir nun auf Postkarten.

 

Das Bild ist eine Collage aus in Tusche gezeichneten und fotografischen Elementen. Es zeigt zwei Grashüpfer. Es wurde ausschließlich die Farbe Grün verwendet. Dadurch wird das Bild besonders reizvoll.

Grashüpfer aus der Serie „Landtiere“. 2017 (c) Collage von Susanne Haun.

Grashüpfer

Gelegentlich kam schon der Einwand, dass der Grashüpfer doch ein Tier sei, das sehr wohl auf dem Land zu finden, also ein Landtier ist und als solches doch wohl auch gut ins Buch gepasst hätte… Stimmt.
Trotzdem habe ich ihn für das Buch abgelehnt. Warum?
Wie bei der Katze, liegt auch hier die Antwort im Konzept für unsere Bilderbücher im Allgemeinen und das Bilderbuch Landtiere im Besonderen. Der Eichhörnchenverlag verfolgt bei der Konzeption und Erarbeitung seiner Bücher im Grunde drei Leitgedanken.

  1. Wir machen Bilderbücher für Babys und Kleinkinder. Unsere Bücher sollen darum so gestaltet sein, dass diese sie problemlos auf ihre Weise handhaben und benutzen können, also gewisse materielle Voraussetzungen erfüllen (Pappebuch).
  2. Die Bücher sollen außerdem so gestaltet sein, dass sie diesen kleinen Menschen Freude machen und das bedeutet auch, dass sie für die Kinder neben der materiellen Ebene auch auf textlicher und visueller Ebene zugänglich sein müssen.
  3. Die Bücher sollen so gestaltet sein, dass sie auch erwachsenen Personen nachhaltig Freude machen, damit auch sie nicht die Lust am gemeinsamen Vorlese- und Betrachtungserlebnis verlieren und sich zu diesen Gelegenheiten immer wieder gern auf ihre Kinder einlassen können.

Bei der Beschäftigung mit den Texten von Gerd Knappe im Buch, kann man feststellen, dass es sich durchaus um anspruchsvolle, mit sprachlicher Raffinesse und verschiedenen Metaebenen versehene Lyrik handelt. Wenn man dann aber auf die einzelnen gebrauchten Worte schaut, wird man außerdem sehen, dass es sich im Wesentlichen um „einfache Worte“ handelt. Sie sind kurz und einprägsam, es sind keine Fremdwörter darunter und sie sind alltäglich gebräuchlich. Aus diesem Grund und auch wegen der Sprachmelodie der Gedichte können auch kleine Kinder einen guten Zugang zu ihnen finden, ohne dabei schon das ganze gelernte Wissen von Sprache und Interpretation zu haben, dass mach ein*e erwachsene Leser*in mitbringt.

Ähnliche Ansprüche wie an die Texte stellten sich auch an die infrage kommenden Bilder. Die Landtiere sollten ja ein Buch werden, dass sich in die Reihe der ersten Tierbilderbücher eines Kindes eingliedern ließ. Es sollte auch ein Buch für Babys werden, die gerade erst anfangen, sich ihre ersten (visuellen) Begriffe zu bilden und das Erfahren von Bildern zu üben. Das Grün-in-Grün des Grashüpfers ist allerdings sehr schwer zu lesen und als Grashüpfer in seinem Lebensraum zu entdecken, wenn man noch kein großes mentales Formenrepertoire hat.

Nun kann es gelegentlich sehr reizvoll sein – sicher auch für kleine Kinder – sich über etwas zu wundern, etwas erst entschlüsseln zu müssen oder es sich von jemand anderem erklären zu lassen, aber spätestens für diese Erklärung braucht es ein gemeinsames Referenzsystem, damit sich ein Aha-Moment, ein Erkennen einstellen kann. Wenn ein kleines Kind nun die visuellen Herausforderungen des Bildes gemeistert hat, wie viele Grashüpfer hat es in seinem Leben wohl schon gesehen, um diesen speziellen Grashüpfer von Susanne Haun einordnen zu können?
Wie würde sich wohl das Gewicht und auch die Aufgabe des ganzen Buches verschieben, wenn ich nun sagte: Dann ist dies eben der erste Grashüpfer, den das Kind sieht und an welchem ich das Konzept „Grashüpfer“ diesem Kind erklären kann?
Ich denke, dass es für diese ersten Bilderbücher wichtig ist, dass die darin vorgestellten Dinge und Konzepte mit anderen Erfahrungen des Kindes abgeglichen werden können, weil es neben der geteilten Zeit und Zuwendung zwischen den Betrachtenden und Lesenden – ob gezielt gewollt oder eben nebenbei – immer auch um das Bilden und Üben von Begriffen geht. Darum kam der Grashüpfer nicht ins Buch.

Nichtsdestotrotz handelt es sich bei dem Grashüpfer unbedingt um ein Lieblingsbild! Gerade das monochrome Grün-in-Grün entspricht absolut und mit Witz den natürlichen Lebensumständen eines Grashüpfers, weshalb ich für sich genommen zustimme, dass es sich um eine sehr gelungene Arbeit Susannes Hauns handelt, die lebendig und ansprechend umgesetzt ist!
Aus diesem Grund freue ich mich auch jedes Mal sehr, wenn es mir bei Ausstellungen oder an diesem Wochenende bei der Landpartie in Roddahn in die Hände und vor die Augen kommt! Den Grashüpfer jetzt auch als Postkarte in der Hand halten zu können, ist ein weiteres Sahnebonbon!

Es liegen im Übrigen noch einige Fotografien Thomas Lemnitzers mit verschiedenen Insekten in unserem Fundus und Susanne hat wohl auch Spaß daran gefunden, sie zu zeichnen. Wer weiß also, vielleicht machen wir zu einem anderen Zeitpunkt doch noch ein Buch speziell mit diesen krabbeligen Gesellen. Bis dahin haben sich einige von ihnen aber auch in Landtiere eingeschlichen. Schmetterlinge, Regenwürmer und Fliegen zum Beispiel. Wenn euch das Thema interessiert, könnt ihr hier – speziell zur Fliege – mehr lesen.

PS: Die Postkarten sind in dieser Woche im Verlag angekommen und wie jedes Mal war es auch dieses Mal hochspannend. Wie würden sie aussehen? Wie würden sie sich anfühlen? Würden sie die erhoffte Qualität haben? Ja, sie haben sie! Sie sind wunderschön und sie können zu € 1,- das Stück in den Online-Shop bestellt werden. Am Sonntag in Roddahn könnt ihr sie auch direkt von uns erwerben.

In dieser Miniserie stellen wir euch einige Motive unserer neuen Postkarten vor. Die Serie beschäftigt sich mit sechs Motiven, die nicht oder nur unvollständig in unseren drei Büchern zu finden sind, obwohl sie doch bildschön und sehenswert sind! Hier soll erklärt werden, weshalb sie trotzdem nicht in den Büchern sind und auch, weshalb wir sie dennoch unbedingt zeigen wollen.

 

Die etwas anderen Landtiere

In den Jahren 2016 und 2017 schuf Susanne Haun im Auftrag des Eichhhörnchenverlags und unter Verwendung von Tierfotografien von Thomas Lemnitzer eine Anzahl von Collagen, die wir die Serie „Landtiere“ nennen. Die Serie umfasst 17 Einzelbilder alle im Format 40 x 30 cm. 13 dieser Bilder sind im Buch zu finden. Vier wurden von Verlagsseite für die Verwendung im Buch aus verschiedenen Gründen und mit zum Teil sehr schwerem Herzen abgelehnt. Die Katze und den Grashüpfer aus dieser Gruppe drucken wir nun auf Postkarten.

 

Katze

Die Katze wurde besonders mit Blick auf die linke Bildhälfte nicht in das Buch mitaufgenommen.

„Katze“. Aus der Serie „Landtiere“. Collage (c) Susanne Haun.

Das Bilderbuch Landtiere wurde von Anfang an so gedacht, dass es auf manche Reflexe, die sich in vielen Tierpappebüchern finden lassen, verzichten sollte. Wir wollten Tiere zeigen, wie sie spontan angetroffen werden können. Ungestellt und ungeputzt, in ihrer tatsächlichen Lebensumgebung. Sie durften ruhig Dreck im Fell und Fliegen an den Augen haben, krummbeinig und alt sein, wenn sie dies nun einmal waren. Jedenfalls sollten sie sie selbst sein dürfen, auch in den Bildern. Aus diesem Grund wurde bereits für die fotografischen Arbeiten am Buch bewusst darauf verzichtet, die Tiere in irgendeiner Form herzurichten oder in ein bestimmtes Setting zu versetzen. Es wurde auch keine Vorauswahl getroffen, welche Tiere fotografiert werden sollen. Die Vorgabe für den Fotografen lautete: Was dir vor die Linse kommt, fotografiere. (Weil er sich zu dieser Zeit in der Nachbarschaft des Verlags aufhielt – also in tiefer Brandenburger Provinz und in direkter Nachbarschaft zu einem Biobauernhof – war klar, dass es sich bei allem, was ihm begegnete, wohl um Land- und Bauernhoftiere handeln würde. 😉 )

Zu dem konzeptuellen Hintergrund des Buchprojektes gehörte auch der Verzicht darauf, die dargestellten Tiere zu vermenschlichen.

Selbstverständlich ist es im Grunde unmöglich, ein „unverfälschtes Abbild“ zu schaffen. Jedes Ding verändert sich, wenn es einen Betrachter hat und nichts kann wohl von einem Menschen gemacht und dennoch nicht menschelnd sein. In unserem Fall bedeutete dies zum Beispiel: Die Tiere ändern ihr Verhalten mit Bezug auf den Fotografen, wenden sich ihm etwa zu, wenn sie seiner gewahr werden; Die Zweidimensionalität des Produkts (auf Papier entwickelte Fotografie, Zeichnung auf Papier) kann unmöglich die ganze Körperlichkeit des Objektes (Tierkörper) wiedergeben; Die Künstler*innen bringen ihren eigenen Erfahrungshorizont / ihre eigene Ideenwelt in das Werk ein. Sie wählen Betrachterwinkel, Licht, Fokus, Bildausschnitt… haben Hände die bestimmte Formen schon oft auch an anderen Vorbildern geübt haben etc. Kurz: die Betrachtung der Tiere ist auch in diesem Buch natürlich immer eine menschliche und menschlich manipulierte.

Es ist nichtsdestotrotz ein ganz anderer Schritt der Darstellung eines Tieres ein bewusst menschliches Attribut mitzugeben. Weil die Katze in der linken Bildhälfte eine Perlenkette trägt, welche ein eindeutig menschliches Attribut ist, schien sie uns mit solchen Hintergedanken nicht so recht passend für dieses Buch.

Es ist im Übrigen ja nicht ungewöhnlich, dass Tiere in manchen Kinderbüchern vermenschlicht oder gar in eigentlich vollkommen menschlichen Rollen dargestellt werden – man denke nur an den Bilderbuchkosmos der Beatrix Potter! – und das hat auch gute Gründe! Nur hier, hier wollte es eben nicht so recht passen.

Eine Weile haben wir noch überlegt, ob wir zumindest Teile des Bildes, einen Ausschnitt auf einem Innentitel verwenden könnten, weil es uns schwergefallen ist, das Bild auszulassen. Dann haben wir viele verschiedene Pappebücher in die Hand genommen und ausprobiert, wie andere Verlage die Frage nach einem Innentitel gelöst haben und haben festgestellt, dass das ganze Konzept eines Innentitels für ein Pappebuch eigentlich überflüssig, wenn nicht gar störend ist und damit war die Katze dann erstmal in der Kiste verschwunden.

Ein weiterer Grund, weshalb wir die Katze nicht in das Buch aufgenommen haben, entspann sich wie folgt:
Natürlich nutzen wir die Gelegenheiten, die sich uns in unserem Alltag bieten, mit den Kindern die uns begegnen, über unsere Bücher zu sprechen. Auch vor Erscheinen der Bücher, lesen wir die Manuskripte gern vor, schauen die Bilder mit Kinder gemeinsam an, sprechen darüber oder beobachten einfach still, wie sie darauf reagieren. Dies ist einer der schönsten Teile unserer Arbeit! Als das Katzenbild fertig war, stellten wir fest, dass es manchen kleineren Kindern sehr schwerfiel, mit der Schwebesituation des Katzenkopfs umzugehen. Offenbar ist es für manch kleine Betrachter*in schwer, in solcher Art der Fragmentierung einen verständlichen Sinn zu finden, zumal sich der Abschnitt nicht durch einen Bildrand, eine Überlappung eines anderen Körpers oder sonst eine nachvollziehbare Grenze ergibt. Die Entschlüsselung von Abstraktionen und die Deutung dieser (zum Beispiel in transzendenten Zusammenhängen, wie viele erwachsene dieses Bild deuten) sind eben komplexe Fähigkeiten deren Erlernung bestimmt nicht in den ersten Pappebüchern erfolgt oder gar in die Wiege gelegt ist. Trotzdem sind Irritationen und Verwunderungen beim Entdecken der Welt natürlich gar nicht schlimm. Im Grunde sind sie sogar omnipräsent und können wunderbare Gesprächseinstiege und Gedankenspieleinstiege sein! Nur in die Gruppe der sonst im Buch versammelten Landtierebilder schien die Katze mit ihrem hohen Abstraktionsgrad wiederum nicht so recht passen zu wollen… Sie ist eben eher eine Eigenbrötlerin. 😉

Nun endlich haben wir aber unsere Katzenkiste in diesem Frühjahr wieder geöffnet und siehe da, es ward eine Postkarte und wir freuen uns sehr darauf, dieses schöne Motiv in die Welt zu schicken!

Der Eichhörnchenverlag wünscht eine frohe, bunte und friedliche Osterzeit!

Landtiere. Hasen. (c) Text: Gerd Knappe. (c) Bild: Susanne Haun.

Gerade unter bibliophilen Menschen ist die Frage, ob man in Bücher malen oder schreiben darf, oft eine empfindliche. Auch ich habe damit Schwierigkeiten.

Bei Büchern, mit welchen ich arbeite, finde ich es inzwischen nicht mehr problematisch, mir Anstreichungen zu machen und Anmerkungen in die Marginalien zu schreiben (irgendwie sind sie ja schließlich auch genau dazu da). Als (Kunst-)Historikerin schätze ich den Wert, den die Spuren mancher Vorbesitzer eines Buches haben. Sie erzählen oft viel über den/die Besitzer, geben Auskunft über Provenienzen, Bildungskanon, Nutzungsverhalten, die Bedeutung des Buches in persönlichen, gesellschaftlichen und historischen Zusammenhängen. Kurz: sie sind hoch spannende und oft ertragreiche Untersuchungsobjekte. Auch macht es mir tatsächlich riesigen Spaß, die Handschriften längst vergangener Menschen und Zeiten zu entziffern.

Bei den Bilderbüchern meiner Tochter fühlt es sich dennoch manchmal etwas anders an. Ich denke dann gelegentlich solche Sachen wie: Was, wenn ihr in ein paar Monaten nicht mehr gefällt, was sie heute hineinmalt? Was, wenn das Buch später einer anderen Generation vererbt wird oder in die Verlagsbibliothek übergeht? Im nächsten Moment denke ich wiederum, das sei doch alles Quatsch. Immerhin ist es in diesem Moment ihr Buch und so viel Freiheit möchte ich ihr doch geben, dass sie ihre Sachen selbst gestalten kann und auf ihre Weise benutzen kann. Bei anderen Dingen bin ich ja auch weit weniger zimperlich. Warum also soll sie bei Büchern für mich einen Unterschied machen? Meist versuche ich trotzdem ihr zu erklären, warum ich das nicht machen würde. Ich werde ihr aber nicht den Stift aus der Hand nehmen. Wenn es in ihrem Regal steht, ist es ihr Buch.

Ich erzähle euch das, weil ich inzwischen schon mehrmals mit der Frage bzw. dem Gedanken konfrontiert wurde, man könnte die Bilder in unserem Landtierebuch von Susanne Haun und Gerd Knappe ja auch von den Kindern ausmalen lassen.
Im ersten Moment erschien mir der Gedanke absurd. Ich würde auch heute nicht auf die Idee kommen, einem Kind vorzuschlagen, die Bilder auszumalen. Jedes der Bilder von Susanne Haun ist ein in sich abgeschlossenes und stimmiges Kunstwerk. Das Landtierebuch ist auch eigentlich kein pädagogisches Mittel, sondern ein Gesamtkunstwerk aus Bildkunst und Poesie für Kinder und Erwachsene. Auch weiß ich, wie wichtig die weißen Flächen in den Bildern Susanne Hauns sind, weil es die Linien sind, aus welchen so viele ihrer Bilder ihr Leben beziehen und die brauchen Raum sich zu entfalten!
ABER: Wenn nun ein Kind von sich aus auf die Idee kommt, im Landtierebuch zu malen? Dann ist das wohl einfach sein Weg, sich die Bilder, das Schriftbild, das Buch anzueignen. Dann erzählt das etwas darüber, was das Buch dem Kind bedeutet und wie es das Buch wahrnimmt. Und das, muss ich sagen, ist – bei aller bibliophilen Verklemmtheit meinerseits – doch ziemlich cool!

Wenn eines zum anderen führt, wenn sich Dialoge entwickeln, wenn aus einzelnen Gedankenmomenten metamorphierende Pfade werden und sich Knackpunkte entwickeln, denen man nachgehen und auf den Grund fassen möchte, dann habe ich das Gefühl, mit meiner Arbeit etwas richtig gemacht zu haben. Der folgende Text ist ein Teil eines solchen Prozesses. Er ist als Reaktion auf den KunstSalon im Atelier Susanne Hauns und den letzten Beitrag in diesem Blog entstanden. Ich danke dem Autor Gerd Knappe herzlich dafür, dass er einige seiner Gedanken über die Möglichkeiten und Grenzen geschriebener Worte in dieser Form für uns erfahrbar gemacht hat sowie für die Erlaubnis, sie hier zu veröffentlichen.

 

BilderBuchSalon

von Gerd Knappe

 

BilderBuchSalon

Beim Kunstsalon im weddinger Atelier von Susanne Haun,
in dem Nina Alice Schuchardt ihren Eichhörnchenverlag vorstellte
und beide mit ihren Gästen über ‚Das Kunstwerk im Bilderbuch‘ sprachen,
fragte eine Frau, für wen und welche Altersgruppe ich meine Texte denke.

Was konnte ich schon sagen, als dass ich für Jung und Alt gleichermaßen schreibe,
wenn ich für Kinder schreibe, es nur schwieriger wird.

Kinder haben ein ganzheitliches Weltbild, was Entwachsene getrennt sehen,
gehört für Kinder zusammen.

In Überlieferungen der Völker,
sitzen Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Greise
zusammen beim Erzähler,
folgen seinen Worten und Gesten,
und erfahren, was Worte sagen,
was Erzählung sein kann,
erleben sich und die Geschichte miteinander,
auf dem Hintergrund ihrer Erfahrung.
Mit ihr wächst die Einsicht
und das Verständnis für das,
was Worte sagen, zeigen, sind.

Die Natur gehört sich selbst.
Wie könnten Worte sie beschreiben?
Die geschriebenen Worte gehören dem Beschriebenen.
Das ist es, was einen SchreiberErzähler essentiell ausmacht.

Erst geschieht etwas mit ihm. Dann spricht etwas aus ihm.
Aus Geschehen Gesehenem Gesprochenem Geschichte werden kann.

Der Natur folgend, versucht er Leben in seiner Vielfalt,
mit einfachen Worten, das Erfahrbare zu zeigen.

Das Schwierigste dabei, ohne Absicht zu sein,
so dass sich die Sache selbst zeigen kann.

Erfahrung macht Erfahrung,
von einem Menschsein ins Nächste.
Mit dem Flügelschlag eines Schmetterlings
beginnt es immer wieder.

Ein Schreiber hat 26 Buchstaben. Ein Maler nutzt die Farbtöne der Welt.
Was ständig im Wandel ist, dem kann man sich nur annähern.

Fällt einem ein Wortspiel ein,
bleibt es im Vergleich zur Erfahrung klein.

Im KunstSalon von Susanne Haun wurde ich letzte Woche gefragt, was wichtiger sei im Landtierebuch, die Texte oder die Bilder. Die fragende Gästin fühlte sich offenbar selbst besonders in der Musik zu Hause und so kamen wir schnell darauf, dass es solche Rangfragen und Wettstreite zwischen allen Künsten immer wieder zu geben scheint. In der Kunstgeschichte ist da besonders der, schon in antiker Literatur (Historia naturalis von Plinius d. Ä.) behandelte und in der frühen Neuzeit weiter kultivierte, Paragone der Schlüsselbegriff für einen Wett- oder Rangstreit zwischen den Künsten, in Bezug auf das Verhältnis der bildenden Künste untereinander – besonders der Malerei und Bildhauerei – und auch in Bezug auf das Verhältnis zwischen den bildenden Künsten und den artes liberales. Ich kann hierzu nur immer wieder die wunderbare Wagenbachübersetzung der Proemien der Vite Giorgio Vasaris* empfehlen. In Bezug auf den Paragone zwischen der Malerei, Bildhauerei und Architektur zieht Vasari den versöhnlichen Schluss, dass alle drei den gleichen Vater, nämlich den Disegno zur Wurzel hätten und daher auch gleichwertig seien.
Ich habe die Vite Vasaris schon während meines Abiturs gelesen und vielleicht haben sie mich geprägt, denn ich vertrete grundsätzlich einen ähnlich egalitären Standpunkt in Bezug auf alle Kunstformen, wie Vasari ihn mit seinem Disegno-Begriff für die drei bildenden Künste (Malerei, Bildhauerei und Architektur) schafft. Ich glaube nicht, dass irgendeine Kunstform mehr wert oder wichtiger sei als eine andere. Ich weiß aber auch, dass ich persönlich zu einigen Formen leichter Zugang finde, als zu anderen. So fällt es mir zum Beispiel leichter über Susanne Hauns Bilder nachzudenken und auch zu schreiben als über Gerd Knappes Texte. Manchmal fehlen mir auch schlicht die passenden Begriffe, um meine Gedanken in Bezug auf bestimmte Texte präzise auszudrücken. Auf diesem Blog aber entsteht so ein Ungleichgewicht, dem ich mit der neuen Rubrik Zeit für Zeilen ein Gegengewicht geben möchte. Hier werde ich besondere Texte und Textpassagen aus dem Hause Eichhörnchenverlag und anderswo vorstellen und auch einige meiner Gedanken zu diesen formulieren. Den Anfang macht natürlich ein Text von Gerd Knappe, genauer die vorletzte Zeile aus dem Bilderbuch Landtiere.

Kann man nicht zwingen

„Kann man nicht zwingen“ ist der vorletzte Satz auf der letzten Seite des Bilderbuchs Landtiere. Der ganzen Strophe auf dieser Seite ist nebenstehend das Bild eines Pferdes sowie zweier Menschen/Bauersleute zugeordnet.

Der vollständige Textentwurf Gerd Knappes zum Thema Pferd umfasste ursprünglich vier Strophen von je vier bis sechzehn Versen Länge. Gekürzt wurde in Absprache mit dem Autor, um den textlichen Umfang der Landtiere so zu gestalten, dass er auch für Babys und Kleinkinder voll erfahrbar und erinnerbar bleibt.

Einen lyrischen Text zu kürzen ist keine leichte und auch keine sehr angenehme Aufgabe. Sie beinhaltet auch immer eine Frage nach Deutungshoheit. Ist der Autor/Künstler Herr über sein Werk? Wessen Aufgabe ist es zu interpretieren, zu präsentieren und zu vermitteln? Was und wie gekürzt wird, folgt dann auch vielen verschiedenen Kriterien, die hier nicht alle ausgebreitet, aber doch kurz erwähnt werden sollen.

„Pferd“ 2. Strophe (c) Gerd Knappe. Landtiere. 2017, S. 19.

Ein Vers, dessen Kürzung bzw. Streichung nie zur Debatte stand, war „Kann man nicht zwingen“. Er gibt einer persönlichen Überzeugung Ausdruck, nach welcher die Grundlage jeden Miteinanders der achtsame Umgang miteinander sein sollte, nach welcher die Akzeptanz der Andersartigkeit eines Gegenübers die Basis jedes Gesprächs ist und nach welcher im Zweifel auch ausgehalten werden muss, wenn einmal kein Konsens, keine Einigung erzielt werden kann. Achtsamkeit, wie sie hier beschrieben ist, ist auch Teil dessen, was bei einer Vorlesesituation mit Kindern entstehen kann. Unter anderem deshalb ist der genannte Vers ein Höhepunkt des Buches.
Er ist aber auch, wenn man eher auf der sprachstrukturellen Ebene schaut, der entscheidende Wendepunkt des Gedichts und besonders dieser Strophe. Bis dahin sind die Verse der Strophe nach dem wiederkehrenden Schema

„Kann man“ + Aktion

aufgebaut. Das Pferd ist dabei stets passiv. Etwas wird mit ihm getan, wodurch es gleichzeitig eine Anzahl an Attributen erhält und definiert wird (z. B. reitbar). Dem gegenüber gibt es ein nicht näher beschriebenes (menschliches) Pendant als aktiven Part (Akteur). Mit dem fünften Vers der Strophe sehe ich das Schema langsam aufbrechen. „Seine Freude an etwas haben“ das kann man auch aus der Ferne und sogar unbemerkt, zum Beispiel als stiller Beobachter. Es ist nicht zwingend ein Eingriff in die Freiheit des Pferdes. Der auch strukturell wunderschöne Vers 6 (Kann man wenn man kann) führt darauf den ersten deutlichen Zweifel an der, durch die stete Wiederholung des „Kann man“ postulierten, Potenz des Akteurs ein, aber erst Vers 7 bricht sie vollständig auf. Das bisher verfolgte Schema

„Kann man“ + Aktion

wird von einer Negation gebrochen, die zum Dreh- und Angelpunkt des ganzen Gedichts wird und auch erst den Weg zum versöhnlichen Vers 8, dem Abschlussvers ebnet.

Kann man nicht zwingen
„Kann man“ + Negation + Aktion

Der letzte Vers des Gedichts wechselt darauf konsequenterweise die Perspektive und beschreibt das Wesen des Pferdes wieder vom Pferd her und nicht aus einer Außenperspektive heraus. Damit schließt er auch den Bogen zur ersten Strophe (Die auf der vorangehenden Seite bei einem anderen Pferdebild steht und dem*der Leser*in folglich eigentlich bereits bekannt ist.), welche ebenfalls auf „zum Laufen geboren“ endet und vollständig der pferdenahen Perspektive folgt.
Zwischen den Versen 6 und 7 gab es ursprünglich übrigens noch einen anderen Vers:

„Kann man wenn man kann
[Kann man schlachten]
Kann man nicht zwingen“

Ich finde, auch in diesem Vers liegt viel Wahrheit. Man kann ihn gut auf die gelegentliche Unmöglichkeit Konflikte aufzulösen beziehen, die sich in manchen Begegnungen und Beziehungen ergeben kann. Auch ist er ein sehr deutliches Signal für die dramatische Zuspitzung, die sich in diesem Abschnitt des Gedichts ereignet, um gleich darauf aufgelöst zu werden. Es liegt aber offenkundig auch viel Brutalität darin. Vielleicht ist der*die ein oder andere ganz froh, die Gute-Nacht-Geschichte nicht mit einer Erklärung des Wortes „schlachten“ abschließen zu müssen?

Zum Abschluss noch dies: Meine kleine Testhörerin hat sehr schnell gespürt, dass es mit dem Satz „Kann man nicht zwingen“ eine besondere Bewandtnis hat und dass er sich eben nicht allein auf das Pferd, sondern auch auf sie bezieht. „Man kann mich nicht zwingen!“ darf von mir aus gern bei ihr hängen bleiben. Jedoch, natürlich stimmt das nicht. Eigentlich heißt es „Man darf mich nicht zwingen!“. Die Macht zum Zwang haben wir Erwachsenen nämlich doch über unsere Kinder. Es ist gut, wenn uns ein Bilderbuch gelegentlich daran erinnert, dass es eine Macht ist, die uns vor allem dann stärkt, wenn wir sie nicht gebrauchen.

 

*Vasari, Giorgio: Kunstgeschichte und Kunsttheorie. Eine Einführung in die Lebensbeschreibungen berühmter Künstler. Neu übersetzt und kommentiert. Verlag Klaus Wagenbach. Berlin 2004.