Idas vielgestaltige Wege – Susanne Hauns Vision von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG

Idas vielgestaltige Wege – Susanne Hauns Vision von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG

İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer ist eine leichte, spielerisch-philosophische Geschichte auf Türkisch und Deutsch, die dazu ermuntert, sich selbst zu vertrauen. Es ist außerdem ein Mitmachbuch, das auf allen Seiten viel Platz lässt, um selbst kreativ zu werden. Es darf nach Herzenslust gezeichnet, gemalt und geklebt, Idas Weg weiter gestaltet und den eigenen Ideen und Wünschen nachgespürt werden!

Der Eichhörnchenverlag hat einige Künstler*innen gebeten, Ihre persönliche Vision von Idas Weg zu gestalten. Die Ergebnisse stellen wir euch in der Serie „Idas vielgestaltige Wege“ vor.

Susanne Haun hat sich İDA’NIN YOLU / IDAS WEG, das merkt man gleich, in Bild und Text zunächst ganz genau angeschaut, um dann treffsicher die drei zentralen Motive/Charaktere des Bilderbuchs in ihren Ergänzungen neu zu interpretieren: ein Rehkitz, einen Vogel und Walnüsse.

Bilderbuchansicht (İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer, Seite 1/2) mit Ergänzungen von Susanne Haun (Tuschezeichnung). Foto von (c) Susanne Haun.

Ergänzt wurde in der Künstlerin liebster Technik, nämlich der Tuschezeichnung mittels Zeichenfeder, versehen mit einigen Lavierungen. Auch ein paar ihrer liebsten Stilmittel hat sie uns eingeflochten. So zum Beispiel das Spiel mit Sprache. Gut zu sehen auf Seite 1, wo das Wort Walnuss markiert und damit auch die gezeichnete Walnuss noch einmal als besonders bedeutend hervorgehoben wird und auf Seite 5. Dass der Hase auf Idas Weg auch in Schrift als Hase benannt wird, das Motiv im Bild selbst also betitelt wird, ist ein Spiel mit Sprache und besonders mit der Form von Buchstaben, die sich im Übrigen auch im Bilderbuch LANDTIERE von Gerd Knappe und Susanne Haun selbst wiederfindet.

Bilderbuchansicht (İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer, Seite 3/4) mit Ergänzungen von Susanne Haun (Tuschezeichnung).Foto von (c) Susanne Haun.

Mit Susanne Hauns Zeichnungen wird das Spielerische und Märchenhafte in Idas Geschichte betont. Besonders die vielen gezeichneten Sterne und Schleifen (Seiten 1, 3 und 4) erzeugen diesen Eindruck. Gleichzeitig sind sie auch die Elemente, die die Künstlerin als Mittler zwischen den im Buch vorgefundenen Collagen und ihren eigenen Zeichungen einsetzt. Sie sind also Ausdruck des spielerischen Dialogs mit der Bildsprache Fulya Gezers.

Bilderbuchansicht (İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer, Seite 5/6) mit Ergänzungen von Susanne Haun (Tuschezeichnung).Foto von (c) Susanne Haun.

Bei mir persönlich entsteht auf Seite 1 durch die Platzierung der Walnuss auf dem Vogelkopf und dem Stern auf dem waagerechten Collagenelement/Baumstamm der Eindruck, als handele es sich bei dem Vogel um einen Bischof oder sogar einen Zauberer, was ich herrlich verwunderlich finde.

Zu guter letzt, gibt uns Seite 5 und 6 noch einen Hinweis zur Datierung der Ergänzungen. Easter was on her mind! 😉 Es ist übrigens sehr ungewöhnlich, dass Susanne Haun ihre Werke (wenn sie sie nicht gleich verwirft) nicht am Bildrand datiert und signiert. Vielleicht ist das hier dem Umstand geschuldet, dass sie sich zum Teil des Werkes einer anderen Künstlerin machen. Vielleicht, aber nur ganz vielleicht ist Susanne Haun aber auch noch nicht sicher, ob sie hier schon ganz fertig ist, denn die Signatur kommt in jedem Fall zuletzt auf das Bild! 🙂

Liebe Susanne, vielen Dank für deine träumerisch-schöne Interpretation von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG!

Das Mitmachbilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer gibt es selbstverständlich auch zu kaufen! Hier im Verlagsshop (siehe unten) oder in der Buchhandlung eures Vertrauens. Es ist das perfekte Bilderbuch für alle, die schöne und leicht-philosophische Geschichten und Bilder lieben und die Lust haben selbst zu gestalten sowie für alle, die etwas Abwechslung vom Corona-Blues gut vertragen können.

Wir wünschen euch allen und euren lieben, dass ihr wohlauf seid. Passt auf euch auf!

Für die Kampagne #starkfürsbuch haben wir an den vergangenen drei Montagen je ein Video veröffentlicht, in welchem ich (Nina. A. Schuchardt) ein Kunstwerk aus meinem Privatbesitz vorstelle, das mich persönlich besonders beschäftigt und auch mit dem Eichhörnchenverlag in besonderer Verbindung steht.

Es war eine spannende Erfahrung diese Videos aufzunehmen, manchmal auch frustrierend, zum Beispiel weil das extra für dieses Projekt (vor 4 Wochen) bestellte Mikrofon bis zuletzt nicht ankam. Auch war es eine ganz neue Herausforderung, einem vollkommen unbekannten Publikum etwas vermitteln zu wollen, dessen Vorwissen und Interesse absolut nicht einschätzbar ist. Bei einer Rede, zum Beispiel anlässlich einer Ausstellungseröffnung, ist es möglich, mit dem Publikum in Kontakt zu treten und auf Reaktionen einzugehen. Das kann manchmal aus dem Konzept bringen, aber es ist auch auf eine Weise lohnend und motivierend, die ich bei der Aufnahme der Videos vermisst habe.

Nichtsdestotrotz bin ich unter den gegebenen Umständen zufrieden mit meinen allerersten drei Videos und kann mir vorstellen, dass es in Zukunft auch neues Futter für den gerade eingerichteten YouTube-Kanal des Eichhörnchenverlags geben kann.

Bis dahin freue ich mich über Anregungen, Fragen, Kommentare!

Übrigens: Die Kampagne #starkfürsbuch läuft noch bis zum 8. Mai 2020 mit zahlreichen kreativen Aktionen vieler wunderbarer Akteure und zu gewinnen gibt es auch etwas. Schaut doch mal vorbei!

Unsere drei Videos gibt es hier:

Manchmal werde ich gefragt, ob es sich bei LANDTIERE von Gerd Knappe und Susanne Haun um ein Ausmalbuch handelt. Es seien ja noch so viele Flächen frei, so viele Tiere nicht „ausgemalt“…

Blick ins Buch: LANDTIERE von Gerd Knappe (Text) und Susanne Haun (Collagen). (c) Eichhörnchenverlag.

Ich sage dann Dinge wie:

„Nein, es ist nicht eigentlich ein Ausmalbuch, das Weiß zwischen den Linien, die vielen freien Flächen sind Teil des speziellen Stils der Künstlerin, sind auch Träger ihres Ausdrucks. Trotzdem habe weder ich (Nina A. Schuchardt) als Vertreterin des Eichhörnchenverlags, noch hat Susanne Haun etwas dagegen einzuwenden, wenn Kinder sich mit den Bildern im Buch beschäftigen, indem sie darin malen. Wir betrachten dies als Kompliment von Herzen und als intensive persönliche Auseinandersetzung mit dem Werk.“

Es gibt dabei nur ein Problem. Viele Stifte und Farben werden im Buch nicht gut haften, werden verschmieren, denn bei dem verwendeten Material handelt es sich um einen gestrichenen Karton. Die gestrichene Oberfläche eines Kartons bringt viele Vorteile mit sich. Sie lässt die Farben der Bilder stärker erstrahlen, ist überhaupt besser bedruckbar, ist unempfindlicher gegen Verschmutzungen und kann im Zweifel auch einmal mit einem leicht feuchten Tuch abgewischt werden. Gute Eigenschaften, die, wenn es darum geht, im Buch aus- und weiterzumalen, trotzdem zum Nachteil gereichen.

Unser neues Bilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer aber wird ein Mitmachbuch. Es ist eine ausdrückliche Einladung im Buch selbst zu malen, zu kleben und zu pinseln. Damit das gelingen kann, brauchen wir also eine andere Oberfläche. Im Gespräch mit unserer Druckerei (SDP SachsenDruck GmbH in Plauen) stellte sich heraus, dass es hierfür eine einfache Lösung gibt. Der von uns üblicherweise verwendete Karton ist nämlich nur auf einer Seite (der intentionierten Vorderseite) gestrichen. Die andere Seite ist ungestrichen, auch weil sie sich in dieser Form besser verkleben lässt.

Zur Erinnerung, so wird ein Pappebuch gebunden:

Grafik: SDP SachsenDruck GmbH / (c) Constantin Andiel. Vielen Dank für die freundliche Genehmigung zur Verwendung.
Wer mehr über die technischen Hintergründe der (Pappe)Buchfertigung und zum Beispiel auch darüber wissen möchte, was eine gestrichene Oberfläche ist, kann einmal beim Online-Lexikon der Druckerei SachsenDruck vorbeischauen.

Um euren Kindern und euch die bestmögliche Grundlage für eure kreativen Abenteuer mit Ida zu geben, werden wir den Karton also einfach umdrehen und auf der eigentlichen Rückseite drucken und die gestrichenen Vorderseiten des Kartons verkleben!

Apropos „verkleben“: weil eine einfache Klebeverbindung der gestrichenen Kartonseiten nicht die wünschenswerte Belastbarkeit und Haltbarkeit erreichen würde, wird ein sogenannter Spacer (siehe hierzu ebenfalls das Online-Lexikon von SachsenDruck!) zwischen die Seiten geleimt. Jede Seite wird dadurch noch einmal um etwa die Hälfte dicker und selbst für Pappebücher ausgesprochen stabil

Ein ganz besonderes haptisches Erlebnis!

Übrigens haben wir die Bemalbarkeit des ungestrichenen Kartons natürlich auch getestet! Die Druckerei SachenDruck hat uns dafür freundlicherweise ein Exemplar der schwedischen Publikation HEMMA HOS DJUREN von garbo & friends überlassen. Mit kindlicher Unterstützung sind wir darin einmal quer durch die Stiftekiste gegangen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen und wir sind nun sicher, dass İDA’NIN YOLU / IDAS WEG ein perfektes Mitmachbuch wird!

Blick ins Buch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG (Entwurf) von Fulya Gezer, Collagen (c) von Fulya Gezer, Satz + Layout Antje Rother.

Hier könnt ihr İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer vorbestellen.

Im Zuge unserer Arbeiten an unserem Verlagsprogramm 2020 ist ein weiterer Text entstanden. Nachdem der letzte Text das Thema Nachhaltigkeit behandelte, beschäftigt sich dieser mit dem Kunstbegriff des Eichhörnchenverlags.

Wir wünschen viel Freude beim Lesen und Nachgrübeln!

Übrigens: Wer uns und unsere Bücher live und in Farbe erleben möchte hat an diesem Wochenende bei der BuchBERLIN Gelegenheit dazu. Wir freuen uns auf euch!

GANS aus der Serie LANDTIERE. Collage von (c) Susanne Haun.

ART IS FOR EVERYONE

…und fragt nicht nach ihrer Betrachter*innen Alter!

Was ist Kunst? Was ist die Aufgabe der Kunst? Für wen ist die Kunst?

Wir suchen in unseren Bilderbüchern Kunstwerke zu zeigen, die für sich stehen und stets ihre ganz eigenen Geschichten erzählen, ohne Rücksicht und ohne Abhängigkeit von anderen Werken in Wort oder Bild.

Wir glauben, dass jedes in sich geschlossene und frei entwickelte Kunstwerk ein schier unerschöpflicher Fundus an Geschichten ist. Es erzählt von der Person und der Realität seiner Schöpfer*innen, von Materialien, Zeit und Motiven und immer wieder als Spiegel von den Horizonten seiner Betrachter*innen und von möglichen Perspektiven über diese Horizonte hinaus.

Jedes Mal, wenn wir uns einem Kunstwerk zuwenden, können wir eine Teilmenge dieser Geschichten erfahren und fügen unseren eigenen Anteil hinzu und jedes Mal, wenn wir unsere Betrachtungen mit einem anderen Menschen teilen, werden wir einen ganzen Schatz neuer Geschichten entdecken und uns an ihnen erfreuen und wachsen können. Darum glauben wir, dass Kunst in aller Menschen Hände und auch ins Bilderbuch für die Allerkleinsten gehört.

Kunst fließt. Ob unser Kunstbegriff tatsächlich der Kunst in unseren Büchern entspricht, können wir nicht beurteilen. Jede*r von uns, ob klein, ob groß hat einen eigenen Geschmack und so bleibt unser Kunstbegriff frei, mit unbestimmtem Ausgang ohne einer vorbestimmten Erzählung zu folgen – auch nicht unserer eigenen.

Hierin liegt das Wunder des Kunstwerks.

Wir blicken zurück auf unsere erste Leipziger Buchmesse und sagen zunächst einmal herzlichen Dank an Charlotte Stiefel und Sarah Roller vom neunmalklug verlag! Ihre relativ spontane Einladung ihren Stand auf der Leipziger Buchmesse mit uns zu teilen, hat uns nicht nur den Einstieg in die Leipziger Buchmesse sehr erleichtert und einiges an Kosten gespart, sondern hat vor allem richtig viel Freude gemacht! Die ersten Pläne, wie es nächstes Jahr gemeinsam weiter gehen könnte, werden hinter den Kulissen bereits geschmiedet.

Bevor nun einige Eindrücke von vier Tagen geballter Bilderbuchliebe folgen, hier noch ein Hinweis: Heute am 30. März 2019 ist #indiebookday!
Beim Indiebookday handelt es sich um einen Aktionstag, der den vielen kleinen aber wunderbaren unabhängigen Verlagen, wie dem unserem, zu etwas mehr Aufmerksamkeit verhelfen soll. Einige unabhängige Verlage, mit welchen wir auf der Leipziger Buchmesse tolle Gespräche geführt und von welchen wir großartige Bücher mit nach Hause genommen haben, waren zum Beispiel neunmalklug verlag, Neissuferverlag, VHV-Verlag, Reprodukt und Kindermannverlag. Allesamt einzigartig und eine Entdeckung wert!
Wer in Dresden ist oder einmal nach Dresden kommt, sollte außerdem nicht versäumen in der Buchhandlung Shakespeares Enkel vorbeizuschauen. Die von Verleger*innen geführte Buchhandlung birgt unzählige Indieschätze – auch unsere Bücher!

Und nun zu den Fotos. Ein herzliches Dankeschön geht dafür an meine kleine Schwester, die uns ab Messetag 2 mit ihrer Kamera begleitet hat. Ohne sie gäbe es sicher nur ein paar wackelige Handybilder.

Die Leipziger Buchmesse steht kurz bevor. Am letzten Messetag, am Sonntag (24. März 2019) kommt Susanne Haun unseren Stand besuchen, um dort mit den Besucher*innen ins Gespräch zu kommen und ihr eigenes Buch LANDTIERE zu signieren.

Wir freuen uns sehr auf Susanne Haun! Unter folgendem Link könnt ihr mehr über ihren Besuch erfahren.

Signierstunde auf der Leipziger Buchmesse – Susanne Haun im Eichhörnchen Verlag

Vom 21. bis 24. März dieses Jahres findet wieder die Leipziger Buchmesse statt und diesmal sind wir auch dabei!

Als Mitaussteller finden wir ein schönes Plätzchen im Messestand von neunmalklug, einem Kinderbuchverlag aus dem Schwarzwald.

Zum ersten Mal aufgefallen sind uns die Bücher aus dem Hause neunmalklug bei der Online Buchmesse 2018. In Dresden konnten wir sie dann in die Hand nehmen, anschauen und vorlesen und lernten Sarah, eine der beiden Verlegerinnen bei neunmalklug kennen. Als wir bei der BuchBerlin auch Charlotte, der zweiten Verlegerin im Bunde und Gründerin von neunmalklug, begegneten, reifte die Idee, gemeinsam zur Leipziger Buchmesse zu fahren und gern haben wir die Einladung angenommen, in den bereits gebuchten Messestand mit einzuziehen!

Eine der Besonderheiten von neunmalklug ist übrigens die Produktion nach dem cradle to cradle Prinzip. Bestimmt können auch wir an dieser Stelle noch einiges lernen, wenngleich wir zum Glück ja auch manches schon umsetzen (z. B. die Verwendung von Karton aus nachhaltiger Forstwirtschaft (FSC), kurze Transportwege (Produktion in Deutschland) und die Führung des Geschäftskontos bei einer nachhaltigen Bank (Triodos). Auch bezieht unser Büro seinen Strom von einem grünen Anbieter.). Kurzum, es ist keine Überraschung, dass wir uns gut verstehen und diese Verlagsfreundschaft treibt bestimmt noch viele spannende Blüten und Früchte!

Bei neunmalklug sind zurzeit elf Bücher für kleine und ganz kleine Menschen sowie eine kleine und feine Auswahl an Non-Books erhältlich. Ich selbst durfte bereits aus der Reihe „Komm, wir gehen näher ran!“ von Sarah Roller und Yo Rühmer vorlesen, die mir von einem ganz kleinen Familienmitglied der neunmalklugen ans Herz und in die Hand gelegt wurden. Es war eine unmissverständliche Empfehlung, welcher ich mich gern anschließe.

Für alle, die jetzt wissen, dass sie sich nun unbedingt ein Ticket für Leipziger Buchmesse 2019 besorgen müssen, kommt hier noch ein kleiner Anreiz: Am 24. März voraussichtlich gegen 15 Uhr wird uns Susanne Haun an unserem Stand besuchen und sicher sehr gern die Landtiere signieren!

Eigentlich wolle ich den Blog heute nutzen, um euch unser vielfältiges Novemberveranstaltungsprogramm vorzustellen. Das muss jetzt aber kurz ausfallen, denn heute überwiegt die spontane Freude über unsere bei schönstem Sommerwetter soeben eingetroffenen Adventskalender!

Ihr könnt den Bilderadventskalender ADVENT AM WALDESRAND von Maike Schuchardt in unserem Shop bestellen oder direkt bei uns abholen. Er wird euch ein wunderbarer Begleiter durch die Adventszeit sein!

Selbstverständlich haben wir den Kalender auch dabei, wenn wir am 3. und 4. November bei der Spielemesse Spielraum in Dresden, am 24. und 25. November bei der BUCHBERLIN in Berlin und am 26. November bei unserer Ausstellungseröffnung BilderBuchBanden ebenfalls in Berlin sind! Wir freuen uns auf euch!

 

Am Dienstag dieser Woche durfte ich in Begleitung Susanne Hauns die Buchhandlung am Schäfersee in Berlin-Reinickendorf kennenlernen. Mein Dank gilt der Buchhändlerin und Inhaberin der Buchhandlung am Schäfersee Tanja Bethke, die sich bei dieser Gelegenheit viel Zeit für ein Gespräch mit uns genommen hat und mir dabei gute und wichtige Einblicke in den Buchhandlungsalltag gegeben hat sowie ihrer Kollegin, die derweil all die anderen Gäste und Kunden versorgte!

Ich freue mich sehr, dass die Buchhandlung am Schäfersee nun all unsere Bücher im Sortiment hat, kann sie aber auch über die Bilderbuchliebe hinaus allen Buchliebhaber*innen empfehlen. Zwar kann ich nicht behaupten, dass ich Zeit gehabt hätte, mich durch das große Angebot zu stöbern, aber einen kleinen Eindruck konnte ich doch gewinnen. Neben aktuellen Empfehlungen aus dem Bereich der Belletristik habe ich mich über die ein oder andere Brockhaus-Ausgabe in den Regalen gefreut und auch einige meiner aktuellen Kinderbuchlieblinge entdeckt, während Susanne im Bereich der Kunstgeschichtsliteratur fündig geworden ist. Es hätte sicher noch mehr zu entdecken gegeben.

Außerdem habe ich einen sehr angenehmen Eindruck von der schönen Einrichtung mitgenommen. Besonders die massiven Holzregale, die die Bücher gut präsentieren haben mir gefallen.

Tanja Bethke, Susanne Haun und Nina A. Schuchardt in der Buchhandlung am Schäfersee (c) Buchhandlung am Schäfersee.

Ich freue mich darüber hinaus sehr, dass sich aus unserer Begegnung in der Buchhandlung am Schäfersee auch gleich noch eine Gelegenheit zu einer Ausstellung in der Bibliothek am Schäfersee ergeben hat. Vom 26.11.2018 bis zum 4.1.2019 werden nun einige unserer Originalillustrationen in der Bibliothek am Schäfersee zu sehen sein und wir freuen uns schon sehr darauf, bei dieser Gelegenheit vielen neuen und altbekannten Gesichtern zu begegnen! Die Vernissage feiern wir am 26.11 um 17 Uhr.

Manchmal liegen in der ganzen Familie die Nerven blank. Dann ist der Moment gekommen, einen kleinen Urlaub einzuschieben.

So einen Moment hatten wir zum Ende der letzten Woche und deshalb haben wir beschlossen, eine spontane Pause zu machen.

Zugegeben: so ganz klappt das nicht, weil der Blog geschrieben werden möchte (wenn es auch spät geschieht) und weil die letzten Arbeiten am Adventskalender auf Hochtouren laufen und weil der frei werdende Kopf auch Lust macht, einige Verlagsprojekte mit neuem Elan voranzutreiben, aber ein wenig ruhiger lassen wir es doch angehen. Es bleibt Zeit für Tagesausflüge mit der Familie und auch für persönliche Herzensprojekte.

Eines dieser Projekte ist derzeit das Einreiten meines Pferdes Benvenuto Godot alias Togo. Ich mache diese Arbeit nicht selber, sondern habe sie in fähigere Hände gegeben, aber freitags fahre ich hin, lasse mir die Arbeit erklären, von den Fortschritten und Schwierigkeiten berichten und seit letzter Woche, sitze ich dann auch selbst auf meinem Pferd, das manche vielleicht schon aus unserem Bilderbuch Landtiere von Gerd Knappe und Susanne Haun kennen.

Gewaltvoll gezwungen wird unser Bilderbuchstar bei seiner Ausbildung übrigens nicht. (Denn ihn kann man nicht zwingen…) Physisch und psychisch gefordert und gefördert dagegen schon. Im Vergleich zu seiner Bilderbuchform wirkt er jetzt größer, er hat deutlich an Muskelmasse zugelegt und trägt seinen Körper auch anders. Sein Fell glänzt aber immer noch ebenso schön, wie zu der Zeit, als Thomas Lemnitzer die Fotos machte, die später zur Grundlage der Collagen von Susanne Haun wurden. Es ist ein wunderbarer Anblick.

In einer der Collagen Susanne Hauns, für die Togo Modell stand, findet sich das kuriose Detail des Pferdes im Pferd. Beim Vorlesen wundern sich manche Kinder darüber und fragen, was das zu bedeuten hat. Manche nehmen es aber auch kaum wahr oder finden es nicht weiter erwähnenswert, weil sie zum Beispiel davon ausgehen, dass es sich dabei um die Darstellung eines ungeborenen Fohlens handelt. Ich lasse das dann so stehen. Ich finde es schön, wenn Bilder viele und sehr unterschiedliche Geschichten erzählen können, die immer auch von den Betrachtern abhängen.

Pferd (mit Pferd im Pferd). Collage (c) Susanne Haun.

Meine Geschichte zu diesem Detail ist allerdings ein andere. Ich hatte zu dem Zeitpunkt als diese Bilder entstanden zwei Pferde. Das zweite Pferd hieß Lena und war die Mutter Togos. Die Künstlerin Susanne Haun wusste davon und hatte auch beide Pferde als fotografische Vorlagen für ihre Arbeiten vorliegen.

Die Stute Lena ist es, die ich in Susanne Hauns Zeichnung als Pferd im Pferd abgebildet sehe.

Zwei Pferde. Fotografie (c) Thomas Lemnitzer.

Mit dem Wissen um die genealogischen Zusammenhänge mutet es zunächst wie eine Irritation, eine Umkehrung der Verhältnisse an, wenn die Mutter im Sohn dargestellt ist. Ich finde es dennoch passend, denn es stimmt auch, dass ein Teil ihrer in ihm ist – in biologischer Hinsicht, aber auch in Bezug auf manche vielleicht eher erlernte Verhaltensweise. Gerade jetzt, wo wir neue Erfahrungen mit ihm als Reittier sammeln, wird mir diese Ähnlichkeit oft deutlich.

Für mich persönlich liegt auch etwas Tröstliches in diesem Bild, das deutlich macht, dass immer eines im anderen weiter lebt, denn die Stute Lena, die mich seit meinem elften Lebensjahr begleitet hat, lebt inzwischen nicht mehr. Das Bild Pferd (mit Pferd im Pferd) steht deshalb auch nicht, wie noch einige andere Bilder aus der Serie Landtiere von Susanne Haun zum Verkauf. Es befindet sich in meinem Privatbesitz.