Einladung zum STADTSPAZIERGANG – Dein Weg ins Bilderbuch

Einladung zum STADTSPAZIERGANG – Dein Weg ins Bilderbuch

Kennt ihr das Projekt „Die 49“ von ZEIT ONLINE? Ein spannendes Projekt mit welchem die Redaktion des Onlinemagazins die Verteilung bestimmter statistischer Marker (z.B. Alter, Wohnort, Bildungshintergrund, …) innerhalb der deutschen Gesellschaft anhand einer vergleichsweise winzigen Gruppe von 49 Menschen nachvollzogen hat und diese nun über einen längeren Zeitraum begleitet und miteinander ins Gespräch bringt.

Es ist ein miniaturisiertes Gesellschaftsexperiment, bei welchem wir alle live zuschauen können und es hat das Potenzial ein echter Augen- Kopf- und Weltbildöffner zu werden. Ich jedenfalls finde es richtig spannend!

Der Wunsch, ein möglichst breites Bild unserer Gesellschaft und aller Menschen darin zu zeigen, wohnt auch unserem neuen Bilderbuch STADTSPAZIERGANG von Karoline E. Löffler und besonders unserer dazugehörenden Aktion „Spaziere in dein Bilderbuch“ inne. Wir wollen die uns alle umgebenden Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten abbilden, und so ein Bilderbuch mit hohem Identifikations- und gleichzeitig hohem Entdeckungs- und Gesprächspotenzial schaffen, dass ganz dicht am echten Leben ist und dafür brauchen wir euch!

Ihr alle, ob groß, ob klein, jung oder alt seid eingeladen, dabei zu sein.

Gemeinsam machen wir die Bilderbuchwelt bunt wie das Leben selbst!

Hier geht’s zur Kampagnenseite, auf welcher ihr alles findet, was es braucht um mitzumachen. Wir freuen uns auf euch und wir freuen uns auch, wenn ihr alle eure Lieben einladet ebenfalls dabei zu sein!

Beitragsautorin: Nina A. Schuchardt

Beitragsbild: o. T., Collage von Karoline E. Löffler, Titelbild des Bilderbuchs „Stadtspaziergang“ von Karoline E. Löffler, Eichhörnchenverlag.

Über den Tellerrand publiziert

Susanne Haun ist eine beeindruckende Persönlichkeit. Sie ist klug, hochgebildet und vielseitig interessiert. Sie ist bewundernswert strukturiert, ausdauernd und sorgsam. Sie ist herzlich und empathisch. Sie gehört zu den Menschen, die hundert Fäden in der Hand halten und gleichzeitig verfolgen können, ohne sie je zu verknoten. Erstaunlich!

Dies ist meine persönliche, von jahrelangem Vertrauen und Sympathie geprägte Sicht auf den Menschen Susanne Haun. Es ist gleichzeitig auch ein Teil meiner professionellen Einschätzung der Künstlerin und ihres Œuvres. Mit Blick auf das Œuvre würde ich die Aufmerksamkeit ergänzend auf die oft wiederholte Dualität von gewichtigem, komplexem und manchmal schwerem Inhalt und leichter, als visuell besonders ansprechend und oft als schön empfundener Form lenken. Ich würde außerdem die Komplexität, Vielfalt und Größe dieses Œuvres betonen, denn die bloße Zahl der darin enthaltenen Werke, geschaffen in Jahren täglicher Arbeit, ist für sich schon beeindruckend.

Die Idee, aus diesem umfangreichen Fundus eine übersichtliche, handhabbare, für Laien und Kenner der Kunst Susanne Hauns gleichermaßen ansprechende Werksübersicht zu erstellen, erschien mir noch Anfang März 2020, als wir uns das letzte Mal persönlich trafen, vollkommen utopisch. Die Quadratur des Kreises! Und doch ist genau das entstanden. Ein umfangreicher, aber kurzweiliger Überblick über 7 Jahre kreatives Schaffen. Ein Potpourri unterschiedlichster Themenkomplexe von täglichen Selbstporträts der Künstlerin über zeichnerische Auseinandersetzungen mit Reiseeindrücken, kunst- und philosophiegeschichtlichen Fragen und aktuellem Zeitgeschehen, wie der neuen Lebensrealität mit dem Coronavirus Covid-19.

Die 52 Seiten starke Broschüre SUSANNE HAUN | WERKSCHAU 2013 – 2020 ist in einer limitierten Auflage von 250 Stück erschienen. Jedes Exemplar ist mit einer individuellen Nummer und der Signatur der Künstlerin versehen. Den Exemplaren mit den Nummern 1 – 10 ist außerdem eine Radierung beigegeben (mehr dazu unten). Begleitet werden die mehr als 80 (durchgängig farbigen) Abbildungen von Zeichnungen Susanne Hauns auf Papier, Leinwand, Glas und anderen Objekten von Statements der Künstlerin und kurzen Essays der Kunsthistorikerinnen Meike Lander, Cristina Wiedebusch und Nina A. Schuchardt. Unübersehbar wird deutlich, dass Susanne Haun um sich herum einen umfangreichen und vielschichtigen Kosmos errichtet hat, dem neben ihren haptisch erfahrbaren Arbeiten auch deren kontinuierliche Dokumentation und Einordnung auf ihrer virtuellen Präsenz, ihrem Blog, sowie der stetige Austausch mit den Betrachter*innen angehören.

Ein rascher Einblick in die Broschüre SUSANNE HAUN | WERKSCHAU 2013 – 2020.

Die Erstellung dieser WERKSCHAU war ein Kraftakt, an welchem wir ein großes Stück gewachsen sind und ich bedanke mich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen, die an seiner Bewältigung beteiligt waren! Das Ergebnis erfüllt mich mit Stolz und Zufriedenheit, insbesondere da ich darin selbst noch so viel Neues über das Œuvre Susanne Hauns lernen durfte, nicht zuletzt in den Essays der Kolleginnen.

Inzwischen sind die ersten Exemplare der WERKSCHAU längst ausgeliefert und wir haben bereits viel Lob erhalten, was uns unglaublich freut und bestärkt. Wir haben auch manchmal gezielt nach Kritikpunkten gefragt und auch auf diesem Weg konstruktives Feedback erhalten. Vielen Dank dafür! Ein Kommentar, den wir so öfter gehört oder gelesen haben und der manchmal im Mantel der Kritik daher kommt, ist dieser: Die Broschüre ist viel zu günstig!

Ja, das stimmt. Der Preis der Broschüre ist gerade dazu geeignet, ihre Druck- und Versandkosten zu decken. Mehr nicht. Keine der an der Entstehung der Broschüre beteiligten Personen verdient wirklich daran, obwohl sie alle viel persönliche Zeit und Kompetenz investiert haben. Die Broschüre ist damit Teil eines größeren Dilemmas, in welchem Kunst- und Kulturschaffende viel zu oft unter- oder unbezahlt arbeiten, einfach, weil sie glauben, dass ihre Arbeit zu wichtig ist, für sie oder für andere, um sie des Geldes wegen nicht zu tun. Ein Thema, das einer ganz eigenen Betrachtung an anderer Stelle bedarf. Füttern wir dieses Problem, wenn wir eine Broschüre zu niedrig bepreisen? Vielleicht. Würden wir zur Lösung des Problems beitragen, wenn wir uns für einen höheren Preis entschieden hätten? Ich glaube nicht. Ich glaube nicht, dass es der richtige Weg ist, den Zugang zu Kunst und Kultur teurer zu machen, als er ohnehin schon ist, denn damit erreichten wir nichts als Ausgrenzung. Dabei ist gerade die erschwingliche Präsentation von Kunst eine der besonders großen Freuden an der Arbeit im Eichhörnchenverlag. Dies ist ein Aspekt, den ich gerade in Bezug auf die Bilderbücher LANDTIERE von Susanne Haun und Gerd Knappe und KLEINE VOGEL-WUNDERKAMMER von Jesko Donst besonders oft erlebe. Mehr als einmal habe ich von Kund*innen gehört, die unsere Bücher gerade deshalb so glücklich machten, weil sie sich ein oder gar mehrere Originale der Künstler*innen eben nicht leisten könnten. Darin liegt der immense Wert unserer Arbeit, nicht in ihrem Preis.

Dies nun von der Seele geschrieben bleibt zu sagen, dass wir alle natürlich mit jedem neuen Buch hoffen, irgendwann einmal eine nennenswerte Summe mit unserer Arbeit zu verdienen. Wenn ihr also ein Produkt aus dem Eichhörnchenverlag erworben habt und zufrieden damit seid, dann empfehlt uns doch euren Freunden und Lieblingsbuchhändler*innen weiter, die hier direkt einen Blick in unser Verlagsprogramm werfen können und abonniert unseren Newsletter. Wer es sich leisten kann, kann auch gern das ein oder andere Bilderbuch extra zum Verschenken oder ein paar Postkarten dazu bestellen. Irgendwann rechnet es sich dann nämlich auch. 😉

Bewunderern von Susanne Hauns Kunst im Besonderen sei empfohlen, eine der Nummer 1 – 10 der WERKSCHAU zu erwerben. Diesen Nummern ist eine originale Radierung beigegeben und sie kosten entsprechend 120,00 €. Diese speziellen Nr. 1 – 10 können nur bei der Künstlerin Susanne Haun direkt erworben werden. Sie ist über ihre Website oder via info@susannehaun.de erreichbar.

Beitragsautorin: Nina A. Schuchardt

Kurz vor Weihnachten machen wir mit dem heutigen Blogeintrag mal wieder einen Exkurs in die Kunstgeschichte und beleuchten eine besondere Mutter-Kind-Beziehung und die stillende Maria als Thema der Kunst.

Stillen ist für viele Menschen die erste Erfahrung von Nahrung, Intimität und liebevoller Beziehung. In der christlichen Ikonographie ist das Stillen in Gestalt der »Maria lactans« durch zahllose Andachts- und Gnadenbilder seit dem frühen Mittelalter bekannt. Hier wird die Brustweisung Mariens als klassisches Symbol ihrer Barmherzigkeit verstanden. (1) Das Motiv der Maria mit der unbefangen entblößten Brust mag manche durch seine Freizügigkeit überraschen, es findet sich aber quer durch die Kunst- und auch Religionsgeschichte. (2) Dürer, Cranach, Hans Baldung Grien, Jan van Eyck, Picasso, Gauguin oder Chagall – alle malten sie. Bis ins Heute hinein reichen die Darstellungsformen wie auch das Sinnbild von Correggios Madonna del Latte von Susanne Haun (Titelbild dieses Beitrags) zeigt. Auch in der Bildhauerei war die Maria ein beliebtes Motiv. Im Barock entstanden an Wallfahrtsorten Brunnen mit Marienfiguren, aus deren Brüsten das heilkräftige Wasser sprudelt, dem übernatürliche Kräfte zugesprochen wurden. So etwa Brunnen in Passau-Mariahilf oder in Rengersbrunn im Spessart – dort nennt man das klare Wasser auch „Liebfrauenmilch“. (3)

Die Idee von der göttlichen Milch in der christlichen Ikonografie geht zurück auf das alte Ägypten und das Motiv der Göttin Isis, die den Horusknaben stillt. Durch ihre Milch nimmt Horus göttliche Kräfte auf. (4) Zahllos sind die Darstellungen der Isis, die ihren Sohn auf dem Schoß hält, mit der linken Hand seinen Kopf stützend, mit der rechten ihm die Brust reichend. Häufig ließen sich Pharaonen selbst an Stelle von Horus abbilden, um an seiner statt an der göttlichen Brust zu trinken und so ihre irdische Macht göttlich zu legitimieren. Die göttliche Milch der Isis mache angeblich aus den Menschen Gottesmenschen. (5) Einen regelrechten Boom erlebte das Motiv im Mittelalter und Maria lactans, die stillende Gottesmutter, wurde zu einem eigenen Genre. (4)

Albrecht Dürer malte Maria und ihren Sohn in besonders liebevoller Weise mit seiner „Maria das Kind stillend“ von 1503. Maria hat auf dem Bild ihre Brust entblößt, der Sohn nuckelt friedlich daran, während er mit der linken Hand an der Kleidung der Mutter herumnestelt. Maria beugt ihr Haupt und lächelt, Dürer zeigt sie mit geöffnetem Mund und Zähnen, auch wenn sich das für die Zeit eigentlich nicht ziemt. Diese Darstellung verstärkt den Eindruck von einer einfachen Frau, die blondgelockt und mit leichtem Doppelkinn keine reine Schönheit ist. Dabei ist die Intimität des Christuskindes mit seiner Mutter auf Dürers Bild dieselbe, die der Betrachter selbst erfahren kann, wenn er die kleine Lindenholztafel betrachtet. Sie ist kleiner als ein DIN-A4-Blatt und man muss ihr ganz nah kommen, um alle Details sehen zu können. Ursprünglich konnte es gedreht werden. Auf der Rückseite ist eine Passage eines Marienhymnus zu lesen, die übersetzt lautet: „Nur die Jungfrau stillte mit ihrer vom Himmel her gefüllten Brust“. (6)

Im Spannungsfeld zwischen Göttlichkeit und Erotik, konkreter und mystischer Figur lebt die berühmte „Madonna von Melun“ des französischen Hofmalers Jean Fouquet, auch „Madonna Sorel“ genannt. Wahrscheinlich verbirgt sich hinter der blassen Gottesmutter die Geliebte Karls VII., Agnès Sorel. Dem hier eher desinteressiert wirkenden Christusknaben bietet sie ihre pralle Brust dar, von Intimität auf diesem Bild keine Spur. Das Gemälde wirkt mehr wie ein Standesporträt, auf dem die Frau ihre körperlichen Vorzüge präsentiert denn wie ein Andachtsbild. Andere Darstellungen zeigen sie bei Jean-Laurent Mosnier als Rokoko-Dame, bei Gauguin als tahitianische Naturschönheit, bei Paula Modersohn-Becker als Frau vom Land, die in ihrer vollkommenen Nacktheit wieder zur Urmutter wird. (4) Ein sehr modern erscheinendes, eigentlich aber barockes Mutterbild ist die Madonna von Theodor van Thuldens: Diese wendet sich nicht dem Kind zu, sondern einem Buch. (7)

Neuere Darstellungen gibt es von Picasso, Gauguin, Chagall, Armin Horovitz oder Michael Fuchs. Auch Susanne Haun als Künstlerin des Eichhörnchenverlages hat sich dem Sujet angenommen und eine Interpretation der Madonna del Latte von Correggio gezeichnet, die auch in der in Kürze erscheinenden Broschüre SUSANNE HAUN |WERKSCHAU 2013-2020 zu bestaunen ist. (8)

Neben der Intimität des Stillens, der engen Verbindung von Mutter und Kind, kommt den Mariendarstellungen noch eine andere Bedeutung zu. Denn Maria ist zugleich himmlische Mutter und irdische Ernährerin. Das Stillen symbolisiert somit auch, dass ihr Sohn ganz Mensch ist – und damit abhängig von Menschenmilch. Das hilflose, auf den Leib Mariens angewiesene Kind ist der menschgewordene Gott. (5)  

In der Antike war es noch vonnöten gewesen, die Göttlichkeit des Menschen Jesus von Nazareth festzuschreiben. Maria kam dabei die Rolle der „Gottesgebärerin“ zu. Diese Sichtweise war bis ins späte Mittelalter hinein selbstverständlich. Neuen Frömmigkeitsbewegungen ab dem 14. Jahrhundert erschien es nun sinnvoll, die andere Seite hervorzuheben. Christi Menschlichkeit wurde wiederentdeckt, um einen unmittelbareren Bezug zu Gott zu finden. Deshalb gewannen Bilder der stillenden Maria an Bedeutung, die nun die enge Beziehung Jesu zu seiner Mutter hervorhoben. (6) Sie zeigen auch die besondere Innigkeit, die in der Beziehung zwischen Mutter und Kind entstehen kann.

Beitragsautorin: Katharina Schulze

Wir gehen in die Winterpause und sind im Januar wieder mit frischen Ideen, spannenden Blogartikeln und bunten Posts für euch da. Eure Bestellungen packen und versenden wir natürlich weiterhin umgehend, damit euch der Bilderbuchstoff auch im Lockdown nicht ausgeht!

Der Eichhörnchenverlag wünscht euch allen eine frohe Weihnachtszeit. Macht es euch trotz der aktuellen Lage schön und startet gut ins neue Jahr!

PS: Unsere Neuerscheinungen warten nur darauf, euch die Zeit zu Hause zu versüßen.

(c) Titelbild: Susanne Haun: EIGENE INTERPRETATION DER MADONNA DEL LATTE NACH CORREGIO | 2019 | 50 x 65 | Tusche auf Büttenpapier | Zeichnung | WZ–Nr. 2019.11.19.0001.

Quellen

(1) Gras, Claudia: Maria lactans Die Stillende in der Kunst, unter: https://www.altertuemliches.at/termine/ausstellung/maria-lactans-die-stillende-der-kunst (letzter Aufruf: 17.12.2020 )

(2) Wiener Dommuseum: Sonderschau über „Maria lactans“, 12. November 2009, unter: http://www.kath.net/news/24527 (letzter Aufruf:17.12.2020 )

(3) Feldmann, Christian: Sehnsucht nach dem zärtlichen Gott, 11.01.2019, Unter: https://www.dw.com/de/sehnsucht-nach-dem-z%C3%A4rtlichen-gott/a-47047069 (letzter Aufruf: 17.12.2020 )

(4) Kuhn, Nicola: Stillende Frauen in der Kunst: Öffentliches Stillen: erlaubt in Kirchen und Museen, 28.02.2016, unter: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/stillende-frauen-in-der-kunst-oeffentliches-stillen-erlaubt-in-kirchen-und-museen/13022796.html  (letzter Aufruf: 17.12.2020 )

(5) Danzer, Claudia: Marias Milch – ein unwichtiges, aber witziges Thema der Theologie, 30. April 2018, unter: https://y-nachten.de/2018/04/marias-milch-ein-unwichtiges-witziges-thema-der-theologie/ (letzter Aufruf: 17.12.2020 )

(6) Pollmer-Schmidt, Almut: Bild des Monats: „Maria das Kind stillend“ von Albrecht Dürer, 22.12.2013, unter: https://blog.staedelmuseum.de/bild-des-monats-maria-das-kind-stillend-von-albrecht-durer/ (letzter Aufruf: 17.12.2020 )

(7) Kunst und Kultur: Die Milch der höchsten Mutter. „Maria lactans“ als Thema des Wiener Dommuseums, 23. Dezember 2009, unter: https://www.derstandard.at/story/1259282621343/die-milch-der-hoechsten-mutter (letzter Aufruf: 17.12.2020)

(8) Haun, Susanne: Mein Sinnbild von Correggios Madonna del Latte – Zeichnung von Susanne Haun, 14.September 2020, unter: https://susannehaun.com/2020/09/14/mein-sinnbild-von-correggios-madonna-del-latte-zeichnung-von-susanne-haun/ (letzter Aufruf: 17.12.2020)

Die neuesten Bücher des Eichhörnchenverlags nehmen uns mit in die bunte Welt des kleinen Löwen William und auf eine Reise mit der schönsten Naturgewalt der Welt.

Pünktlich zu Weihnachten – und nun leider auch zum neuen Lockdown – sind unsere neuesten Bilderbücher KLEINER LÖWE WILLIAM von Karoline Elke Löffler und WINDKIND von Gerd Knappe und Elisa Brückner erschienen. Habt ihr sie schon entdeckt?

KLEINER LÖWE WILLIAM – Ein ganz normaler besonderer Tag

Der kleine Löwe William in der Badewanne (Ausschnitt), aus dem Bilderbuch KLEINER LÖWE WILLIAM (c) Collage von Karoline E. Löffler.

Das Bilderbuch KLEINER LÖWE WILLIAM von Karoline E. Löffler ist ein Silent Book (ohne geschriebene Worte) mit hohem Identifikationspotential schon für die Allerkleinsten.

In ganzseitigen Collagen lässt es die Betrachter*innen ganz nah am Alltag des kleinen Löwen William mit seinen kleinen und großen Abenteuern teilhaben. Die Worte und Geschichten zu den Bildern kann jede*r immer wieder neu für sich erfinden. Gerade im gemeinsamen Betrachten der Bilder entsteht so ein besonderes und inniges Erlebnis, verbunden mit einer Einladung zur Reflexion des eigenen Alltagserlebens.

WINDKIND – Eine imaginierte Reise mit dem Wind

Kind und Baum im Wind (Ausschnitt), aus dem Bilderbuch WINDKIND (c) Collage von Elisa Brückner.

In einer Zeit, in der das Reisen momentan fast unmöglich ist und wir in unser wohliges Daheim verbannt sind, nimmt uns das WINDKIND mit auf seine Reise und lässt uns alles sehen, was auch dem Wind vor die Augen weht:

„Wo er alles war / Was er alles sah / Wohin weiß nicht woher / Woher weiß nicht wohin / Streicht übers Land / Vagantengleicher / Wilder Windig Landstreicher […]“

Das Pappebuch WINDKIND vereint die beiden Genres Bilderbuch und Lyrikband zwischen zwei Buchdeckeln.
Vorn entfalten die tief-träumerischen Collagen der in Zernitz aufgewachsenen Künstlerin Elisa Brückner, begleitet von dem Kinderohren eingängigen Gedicht „Ein Drache im Wind ein Kind“ von Gerd Knappe, ihren ganzen Zauber.
Hinten im Buch erforscht Gerd Knappe in vier Gedichten mit dem gemeinsamen Titel „WILDER WINDIG – 4 Arten vom Wind zu schreiben“ die Spielarten des Windes noch einmal ausführlicher in lyrischer Form.
Dieser Dualität der Genres Bilder- und Lyrikbuch wird im WINDKIND auch mit der Wahl und Verbindung zweier Kartonsorten Ausdruck verliehen. Eine echte Besonderheit und ein Hingucker für Freunde der Buchkunst.

Beitragsautorinnen: Katharina Schulze und Nina A. Schuchardt

Nachdem der von der Pandemie erzwungene Rhythmenwechsel unsere diesjährige Novität abseits des Pappebuchs SUSANNE HAUN | Werkschau 2013 – 2020 gleichermaßen ermöglicht, wie auch erschwert und verzögert hat, steht sie nun ganz kurz davor, endlich in den Druck zu gehen, damit ihr sie an Weihnachten in den Händen halten könnt! Wir nehmen das zum Anlass, euch hier schon einmal einen kleinen Einblick zu gewähren. Es ist eine persönlich-philosophische Diskussion von Kunstwerten und ihren Abhängigkeiten im Allgemeinen und auch ein Blick in die Gründungsgeschichte des Eichhörnchenverlags und ich freue mich sehr, dass dieses Thema in der Werkschau Platz gefunden hat! Es ist im Übrigen aber auch die einzige Stelle, an welcher die Verbindung der Künstlerin Susanne Haun mit dem Eichhörnchenverlag besonders beleuchtet wird, denn diese vielseitige Künstlerin hat noch so viel mehr zu bieten! Einen weiteren Einblick in die Werkschau könnt ihr hier gewinnen.


Die LANDTIERE – Kunst in Büchern für Babys

von Nina A. Schuchardt

Was ist ein gutes Kunstwerk?

Ich glaube, eine Teil der Antwort auf diese Frage lautet: Ein gutes Kunstwerk ist eines, das Interesse weckt. Ein wertvolles Kunstwerk ist eines, das Bedeutung entfaltet und zwar entweder in einem größeren kulturellen oder gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang, innerhalb einer bestimmten Personengruppe oder in einem individuell persönlichen Rahmen.

Jede Person hat nach dieser Grundannahme die Möglichkeit einem Kunstwerk Qualität und Wert beizumessen oder abzusprechen, ohne dass sich daraus ein allgemeingültiges Urteil ableiten ließe.

Kunstbetrachtung ist ein fluider Prozess und wird nach meiner persönlichen Überzeugung niemals zu einem unumstößlichen Schluss führen. Höchstens in – an der Zahl existierender Kunstwerke bemessen – ganz wenigen Fällen zu einer, über längere Zeit und weiten Raum geltenden, Urteilseinigkeit.

Die Beurteilung eines Kunstwerks ist also stets von seinem konkreten Betrachtungszusammenhang abhängig. Das bedeutet auch, dass die Beurteilung von Bilderbüchern in all ihren Teilen allen Leser*innen und Betrachter*innen gleichermaßen zusteht. In diesem Fall zweier sehr unterschiedlichen Personengruppen, nämlich Babys und kleiner Kinder sowie deren erwachsenen Bezugspersonen mit unterschiedlichen Bedürfnissen.

Wir wissen, dass Babys und Kleinkinder bestimmte visuelle Reize ansprechend finden. Dazu gehören kräftige, klare Farben, deutlich erfass- und erfahrbare Strukturen, Formen und Figuren, an denen die Umwelterfahrung und Begriffe geübt werden können.

Erwachsene Menschen bringen ein anderes Set an Erwartungen und Kriterien in die Betrachtung mit ein, z. B. den Wunsch nach der Sichtbarkeit handwerklichen Könnens und nach Bedeutungszusammenhängen auf verschiedenen (Meta-)Ebenen, die wir mit unseren gewachsenen Erfahrungs- und Wissenshorizonten verknüpfen und entschlüsseln können. Dies soll heißen, ein Werk wird dann als gut empfunden, wenn wir es als interessant und lohnend empfinden, uns emotional oder intellektuell eingehend damit zu beschäftigen.

Eine weitere Besonderheit der kindlichen Bild- und Buchbetrachtung ist der dringende Wunsch nach Wiederholung. Das Lieblingsbuch eines einjährigen Kindes schauen seine Bezugspersonen womöglich über Wochen jeden Tag mehrmals mit dem Kind an. Bei jedem dieser Betrachtungsvorgänge wird das Kind wieder mit Interesse und Begeisterung dabei sein und bei jeder dieser Gelegenheiten wird es sich wünschen, diese Emotionalität auch bei seiner Bezugsperson gespiegelt und begleitet zu finden. Diesen Wunsch zu bedienen ist eine große Herausforderung für den Menschen und auch für das Werk.

Es gehört zu den bemerkenswerten Qualitäten und Alleinstellungsmerkmalen der Bilder Susanne Hauns, dass sie es schaffen, solch unterschiedliche Betrachter*innengruppen für sich zu gewinnen. So ist es möglich, dass eine erwachsene und in der Kunstbetrachtung erfahrene Person und ein Kleinkind gemeinsam in eine Ausstellung Hauns gehen und beide auf unterschiedliche Weise bewegt und beschäftigt sind!

In der Folge dieser Beobachtung war es eine logische Entscheidung des Eichhörnchenverlags die Künstlerin Susanne Haun um ihre Mitarbeit am ersten Bilderbuch des Verlags mit dem Titel LANDTIERE zu bitten. Die so explizit für ein Bilderbuch entstandene Bilderserie LANDTIERE, bringt die dem ganzen Werk Hauns inhärente Eigenschaft der Vielzahl verschiedenster Anknüpfungspunkte für unterschiedlichste Betrachtungswinkel auf den Punkt.

Beitragsautorin: Nina A. Schuchardt

Es ist soweit – die Adventszeit steht vor der Tür!

Es ist die Zeit der Adventskalender und des gemütlichen Vorlesens auf dem Sofa. Wir haben darum gemeinsam mit 24 weiteren Verlagen einen Kinderbuch-Adventskalender auf Instagram für euch vorbereitet. Wir alle werden euch dort in unseren Stories immer je einen besonderen Titel aus dem Programm der Kolleg*innen vorstellen und hoffen, euch auf diese Weise die ein oder andere Entdeckung und Inspiration in die Festtage mitzugeben!

Meine persönliche Bücherwunschliste hat sich mit den Vorbereitungen des Adventskalenders jedenfalls schon deutlich verlängert! Besonders gefreut hat mich die große Vielfalt der vorgestellten Titel. Manche beschäftigen sich thematisch mit der Weihnachtszeit, eines mit Chanukka und viele greifen ganz andere Geschichten und Themen auf. Mehrere mehrsprachige Titel sind dabei, ganz viel Herz und auch etwas Kunst.

Lasst euch überraschen und schenkt den teilnehmenden Verlagen eure Aufmerksamkeit! Mit dabei sind:

360 Grad Verlag, Amiguitos Verlag, Aracari Verlag, Ariella Verlag, Verlag Biber und Butzemann, Chocolate Flowers Kinderbuchverlag, Drachenhaus Verlag, Edition Claus, Edition See-Igel, Eichhörnchenverlag, Fritzi und Lulu, Goldblatt Verlag, Jacoby und Stuart, Kunstanstifter Verlag, Liselotte Zottelwind, Monika Fuchs, Neissufer Verlag, neunmalklug verlag, Reprodukt, Schaltzeit Verlag, Theil Kinderbuch Verlag, Verlag Karim Pieritz, von Sky Publishing, Windy Verlag, Edition Zweihorn

PS: Vielleicht habt ihr auf unseren Social Media Kanälen schon gesehen, dass die Aushänger vom WINDKIND bei uns eingetroffen sind? Wir sind (wieder einmal) ganz begeistert von der Qualität des Drucks! Fast sieht es so aus, als hätten wir die Original-Collagen von Elisa Brückner auf die Seiten geklebt!

Das WINDKIND – wie auch KLEINER LÖWE WILLIAM – kann übrigens schon vorbestellt werden. Die Lieferung erfolgt noch vor Weihnachten! 😉

Beitragsautorin: Nina A. Schuchardt

Manchmal muss man einfach raus, etwas Neues sehen und die eigenen vier Wände hinter sich lassen. Mich hat es zuletzt in unser Nachbarland Dänemark gezogen.

Dabei hat mich während der Reise nicht nur die große Familienschar samt zwei kleiner Wirbelwinde ordentlich auf Trab gehalten, auch das zauberhafte Meer hat mich wieder einmal komplett in seinen Bann gezogen.

Immer wenn ich an die See fahre, renne ich als erstes einmal die Dünen herunter an den Strand und schaue hinauf auf die große Weite, lausche dem Rauschen der Wellen und lasse mir den Wind um die Nasenspitze wehen. Dann fühle ich mich:

„Schwerelos aufgehoben | Einem Adler Engel gleich“.

Diese schönen Worte hat Gerd Knappe gefunden und zusammen mit Elisa Brückner unser neues Bilderbuch WINDKIND gemacht.

Seid ihr auch so begeistert vom Meer? Schreibt uns gern!

Beitragsautorin: Katharina Schulze

Abseits geplanter Wege zu gehen erfordert Mut und ist gleichzeitig wahnsinnig spannend. Man kann stolpern, aber selbst wenn, wird man auf jeden Fall neues entdecken und daran wachsen. In diesem Sinne wagen wir im Eichhörnchenverlag in diesem Herbst verlegerisches Neuland zu betreten, abseits des Pappebilderbuchs, aber immer noch im Bereich unserer allergrößten Liebe und Leidenschaft; der Kunst!

Wir haben uns entschlossen, euch in diesem Herbst mit noch einer dritten Neuerscheinung neben KLEINER LÖWE WILLIAM und WINDKIND zu überraschen. Es ist eine Selbstpräsentation und gleichzeitig ein Überblick über 7 Jahre intensives und bewegtes Schaffen der Künstlerin Susanne Haun. Unter dem Titel SUSANNE HAUN | WERKSCHAU 2013 – 2020 versammeln sich auf ca. 52 Seiten zahlreiche Schlüsselwerke und zeichnend-philosophierende Ideenstränge sowie Artist Statements und Kommentare zu einzelnen Werken von der Künstlerin selbst. Begleitet und eingeordnet werden manche Werke im Besonderen und manche besondere stilistische Eigenheit der Künstlerin in Texten der Kunsthistorikerinnen Meike Lander, Cristina Wiedebusch und Nina A. Schuchardt. Das Lektorat der Werkschau übernahm Birgit Böllinger von www.saetzeundschaetze.com und für die grafische Gestaltung, Satz und Layout danken wir Antje Rother!

Neugierig geworden? Dann kommt hier ein kleiner Vorabeinblick für euch, ausgewählt nach aktuellem Anlass:

„Der aktuelle Bezug des Bildes „Der geflügelte Löwe“ zur Covid-19-Pandemie ist offenkundig und ein starkes Moment sowie ein bewegendes Thema.
Der Löwe, der gern als ein Bild für Stärke, Mut und Kampfgeist verwendet wird, kann hier auch als Symbol für den Menschen im Sinne des individuellen Selbst, aber auch im Sinne von Gesellschaft und Kultur verstanden werden. Als quasi antipodische Natur ist Covid-19 mit dem Löwen in Kontakt.
Die eigentlich vollkommen normale evolutionäre Entwicklung eines Virus, um deren Möglichkeit wir im Grunde wissen, hat uns doch in den vergangenen Wochen und Monaten so schnell, so beängstigend unsere Machtlosigkeit als Rädchen im Getriebe der Ökologie vorführt. Der kraftvolle Sprung des „mutigen Löwen“, der aber doch vielleicht wirkungslos bleiben muss, auf das unscheinbare, beinahe passive Virus, um dessen gewaltige Macht die Betrachter*innen doch wissen, erzeugt eine große Spannung im Bild. Man mag an Goethes Zauberlehrling denken: Die Art, in der wir Wissen besitzen, aber dieses dennoch vielleicht nicht umfassend genug anwenden oder eben noch nicht in seiner Gänze durchdrungen haben und uns dann wundern, wenn die Konsequenzen uns aus der Hand gleiten, ist hervorragend dargestellt.“

Nina Alice Schuchardt, Verlegerin und Kunsthistorikerin

Der geflügelte Löwe, 2020, 65 x 50 cm, Tusche auf Aquarellkarton, Zeichnung (c) von Susanne Haun.

Was macht man nun aber eigentlich als Pappebilderbuchverlag, der ein bisschen vom Pfad der Tugend abgewichen ist und nun ein Wenig in fremden Abenteuern spielt? 😉 Man überlegt ein Imprint einzurichten für genau diese Projekte, die sich plötzlich am Wegesrand reizvoll schillernd präsentieren und die nicht erwartet wurden und trotzdem herzlich willkommen sind! Namensvorschläge für dieses Imprint nehmen wir gern entgegen! 🙂

SUSANNE HAUN | WERKSCHAU 2013 – 2020 ist ab sofort vorbestellbar. Hier in unserem Shop und überall, wo es Bücher gibt.

Im Herbst 2020 erwarten euch zwei Neuerscheinungen im Eichhörnchenverlag! Beide könnt ihr ab sofort vorbestellen! 🙂 Eine davon wird WINDKIND von Elisa Brückner und Gerd Knappe sein. Dieses luftig-lyrische Bilderbuch habe ich euch im letzten Blogbeitrag vorgestellt. Heute nehme ich euch mit auf einen Spaziergang durch einen Tag im Leben des kleinen Löwen William. Nachdem Karoline E. Löffler im vergangenen Jahr schon einen Bilderadventskalender mit uns veröffentlicht hat, wird KLEINER LÖWE WILLIAM ihr erstes Bilderbuch im Eichhörnchenverlag. Es ist ein wundersamer Streifzug durch einen dieser ganz normalen und gerade deshalb so besonders wichtigen Tage, die unser aller Leben ausmachen.

Collage aus der Serie KLEINER LÖWE WILLIAM (c) von Karoline E. Löffler.

Gääähn! Gerade erste aufgestanden, aber schon ein breites Lächeln auf den Lippen. So schaut uns der kleine Löwe William vom Cover, gleichsam wie aus dem Spiegel entgegen und gleich erkennen wir uns selbst in ihm, wie er so voller Zuversicht seine Mähne mit der Bürste zu bändigen sucht!

Der kleine Löwe William weiß wohl schon, was uns noch verborgen ist, dass nämlich jeder Tag ein neues kleines Abenteuer birgt! 😉

Frisch gestärkt mit einem Frühstück, dass einem Urlaubstag im französischen Sommer würdig ist, ziehen wir gemeinsam los.

Wir lassen unseren musikalischen Launen in wilden Trommelwirbeln freien Lauf, toben auf Pfahlköpfen über Wellen und lassen ein selbstgebautes Schiffchen aus Zeitungspapier mit unseren Grüßen in die Welt fahren.

Collage aus der Serie KLEINER LÖWE WILLIAM (c) von Karoline E. Löffler.

Am Nachmittag dann zeigt uns der kleine Löwe William seine selbstgebaute Seifenkiste und wie man damit flitzen kann wie der Wind! Jeder darf Platz nehmen und Runden drehen, bis wir grummelig werden, weil der Hunger sich meldet. Also schnell ab zum Einkaufen und dann in die Küche!

Hmm… wie würzig das duftet! Der kleine Löwe William kocht uns seine Lieblingsspeise. Mit satter Zufriedenheit im Bauch und angefüllt mit den Eindrücken des Tages geht es in die warme Badewanne.

Der Badeschaum knistert in den Ohren wie ein Flüsterfeuerwerk während ein Dampfer durch die Wogen drängt. Grüße uns unser Zeitungsschiffchen, wenn du ihm auf deinem Weg begegnest großer Dampfer!

Jetzt aber nichts wie rein ins kuschelige Bett, wo schon das Lieblingsstofftier wartet. Was für ein Tag dies doch war! So schön, so aufregend, so einzigartig und besonders, wie jeder Tag im Leben. Und Morgen? Morgen wird genauso werden. Genauso schön und doch ganz anders.

Schlafe gut und träume etwas Schönes, kleiner Löwe William. Bis Morgen!

Collage aus der Serie KLEINER LÖWE WILLIAM (c) von Karoline E. Löffler.

So oder so ähnlich, aber für euch vielleicht auch ganz anders, lautet die Geschichte im Bilderbuch KLEINER LÖWE WILLIAM von Karoline E. Löffler, dass ein reines Bilderbuch ohne Text ist. Die passenden Worte dazu, so es denn welche braucht, werdet ihr in euch selber finden.

Die ersten Bilder der Serie KLEINER LÖWE WILLIAM entstanden, als Karoline E. Löfflers eigenes Kind noch klein war. Inzwischen ist dieses Kind längst erwachsen, aber die Zuneigung, die im Blick der Künstlerin auf das kindliche Treiben liegt, ist unübersehbar geblieben.

Es ist eine Dokumentation und eine Einladung zur Reflexion ebenso wie ein Impuls für jeden neuen Tag: Lasst es uns heute wieder wie der kleine Löwe William machen. Lasst uns einen guten Tag verbringen! Mit Raum für liebgewonnene und notwendige Alltagsrituale, die uns Struktur, Ordnung und Halt geben und wie eine sanfte Klammer den Tag zusammenhalten und ebenso mit Zeit für freies Spiel, für Kreativität und Abenteuer in denen wir uns und die Welt, in der wir leben, entdecken und erproben können!

Der kleine Löwe William blickt uns frohen Mutes von den Seiten entgegen. Ist uns einladender Gastgeber und Ebenbild zugleich. Alle sind willkommen in diesem lebensfrohen Tag und kommen gern immer und immer wieder auf ihn zurück!

Das Bilderbuch KLEINER LÖWE WILLIAM von Karoline E. Löffler kann jetzt vorbestellt werden! Hier auf unserer Website und überall im Buchhandel.

Manche Projekte brauchen einfach etwas länger. Darunter auch dieses eine Bilderbuch, dass quasi schon seit Verlagsgründung immer irgendwo im Hintergrund lag, reifte und nach seiner Geburtsform suchte. Eine Geschichte, Gedichte, Texte gab es nicht dazu, aber eine Idee von Wind und Wolken und das Wissen, dass es genau eine Künstlerin gibt, deren Handschrift diese Idee in Bilder gießen kann: Elisa Brückner!

So viele ihrer Bilder atmen den Wind förmlich ein und wieder aus, wehen durch das Haar und um die Nasenspitze! (Zumindest ist das ein inneres Bild, dass sich von ihrem Werk formen kann.) Immer wieder kehren Blautöne an weiten Himmeln und Meereslandschaften in ihre Bilder ein, lassen Weite und frische Brisen im Kopf entstehen.

Wir schätzen uns sehr glücklich, dass der äußere Eindruck der Windverbundenheit von der Künstlerin selbst geteilt wird und dass sie zugestimmt hat, ein Wind-Bilderbuch mit dem Eichhörnchenverlag zu veröffentlichen!

WINDKIND von Elisa Brückner und Gerd Knappe wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres erscheinen. In Kürze verraten wir euch mehr dazu!

Einen klitzekleinen Eindruck könnt ihr hier schon erhaschen:

Ohne Titel aus der Serie WINDKIND (Ausschnitt), Collage von (c) Elisa Brückner.

Liebe Elisa, herzlich willkommen in der Verlagsfamilie! Es ist uns eine große Freude, dass du uns an deinen Bildern teilhaben lässt!

Elisa Bückner

Malerei und Grafik studierte Elisa Brückner an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Kunstpädagogik und Französisch an der Universität Osnabrück. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin und Brandenburg. Gemeinsam mit ihrer Schwester führt sie das Geschäft Mabellevie für antike Möbel in neuen Gewändern und Kunstgegenstände in der Togostr. 6, 13351 Berlin.

Elisa Brückner arbeitet bevorzugt auf Holz, worauf sie mit handgeschöpften Papieren collagiert und mit Kreidefarben, manchmal auch mit Aquarellfarben ihre malerische Bildwelt aufspannt. Die so entstehende Kunst ist sanft-mutig, strukturstark, zart und sehr fokussiert. Sie ist außerdem im besten Sinne persönlich. Deutlich spüren die Betrachter*innen die Verbundenheit der Künstlerin mit den Elementen Wasser und Wind, mit bestimmten Tieren und Pflanzen, deren persönliche Bedeutsamkeit aus ihrer stetigen Wiederholung spricht. Ihnen und besonders auch den menschlichen Figuren Elisa Brückners ist deutlich anzusehen, dass die Künstlerin ihre ganze Bildsprache und deren Kraft, Schönheit und leise Selbstgenügsamkeit aus der Introspektive, aus dem tiefen Schöpfen in der eigenen Seele gewinnt.

Ihre Motivation künstlerisch zu gestalten beschreibt Elisa Brückner selbst wie folgt:

„Auf die Frage, warum ich als Künstlerin mein Leben beschreiten will, kann ich nichts anderes antworten, als: Ich kann nicht anders. Ich weiß, dass ich ein feinfühliges Herz besitze, dass ich diese Welt als einen Ort begreife, sehe und wahrnehme, der mein gesamtes Dasein erfüllt. Ich suche und habe immer gesucht… nach einem Weg, das zu sagen. Nach einem Weg, alles aufzunehmen, festzuhalten, es ein bisschen zu feiern, ehe es dem Moment entschwindet. […] Ich will zurückgeben, mich zu einem fühlenden und lebendigen Teil dieses Ganzen machen. Dafür brauche ich die Kunst. Für die tiefsten Tiefen des Lebens, für die luftigen Höhen des Schönen, für die Preisung. Für das Erkennen. Für das Spiegeln, für das Ruhig-Werden. Ich träume von einer Kunst, die sinnlich ist, ästhetisch, sanftmütig und traurig. Eine Kunst, die so ist, wie wir Menschen. Ein bisschen verschleiert und geheimnisvoll. Mit vielen Schichten. Eine Kunst, die diese Schichten durchdringt und das leise hervorholt, was in uns allen schlummert. Die Sehnsucht.“