Habt ihr eigentlich schonmal über Buchrücken nachgedacht?

Habt ihr eigentlich schonmal über Buchrücken nachgedacht?

Er ist oft nicht so aufregend und präsent wie das Titelblatt eines Buches oder die Rückseite, die uns mehr über den Inhalt des Buches verrät, aber das Erste, was wir von einem Buch im Bücherregal sehen und damit nicht minder wichtig: der Buchrücken.

Im heutigen Blogbeitrag widmen wir uns dieser schmalen Seite eines Buches, an der der Buchblock am Einband befestigt ist.

Journalistin Julia Rothhaas beschreibt den Buchrücken wie folgt: „Denn der Buchrücken ist der Agent zwischen Auge und Kopf, der uns ein Gefühl vermittelt – und nicht nur Titel und Autor nennt. Wir sehen kurz hin und haben auch nach längerer Zeit wieder ein Gespür dafür, wie die Lektüre war. Der Buchrücken ist wie das Loch, in das Alice im Wunderland fällt, die Eingangstür zu den bunten Welten dahinter und den Gefühlen, die wir beim Lesen hatten“.  (1)

Meistens enthält der Buchrücken den Autor, den Titel und den Verlag und ist auf gestalterischer Ebene eher zurückhaltend gestaltet, da an dieser Stelle die Fakten im Vordergrund stehen und das Auffinden des Buches erleichtert werden soll. Aufwändiger, vielleicht sogar mit einem Bild versehen, sind eher weniger Buchrücken, oft einfach wegen des fehlenden Platzes. Bei einer Dilogie, Trilogie oder anderen Mehrteilern, Schubern oder Sammelbandausgaben spielt das Design des Buchrückens eine größere Rolle. Sie sind oft zusammenhängend gestaltet oder sich in einigen Punkten ähnlich, sodass man sie als zusammengehörend ausmachen kann. (2)

Lange Zeit spielte der Buchrücken in der Geschichte des Buches keine Rolle. Im Mittelalter wurden die meist großen und schweren Bücher liegend aufbewahrt, der Rücken wurde sogar oft mit einer Vorrichtung versehen, die es erlaubte, das Buch anzuketten und vor Diebstahl zu schützen. (1) Da der Buchrücken verdeckt war, wurde der jeweilige Titel durch ein Stück Pergament oder Papier gekennzeichnet, welches an einem Band aus dem Buch heraushing. (3)

Mit der Erfindung des Buchdruckes kamen auch immer mehr Bücher in Umlauf und im 16. Jahrhundert reichte der Platz nicht mehr aus, um die Bücher wie bisher liegend aufzubewahren. Die Lektüre wurde aufgerichtet, allerdings erstmal mit dem Rücken nach hinten. „Die Bücher waren zum Schutz armiert, sie trugen Metallschließen“, sagt Andreas Wittenberg, Referatsleiter der Abteilung Historische Drucke der Staatsbibliothek zu Berlin. „Weil man sie daran auch gut aus dem Regal ziehen konnte, wurden sie mit dem Vorderschnitt, also den Seiten, in Richtung Betrachter aufgestellt.“ Die Privatbibliothek entwickelte sich mehr und mehr zum Statussymbol und die Bücher wurden je nach Einrichtung, Geschmack und Geldbeutel vom Buchbinder gebunden, denn man kaufte nur den gedruckten Teil, nicht den Einband dazu. (1)

Der heute verbreitete Schutzumschlag, der das Bücherregal bunt und schön macht, kam erst Ende des 19. Jahrhunderts in Umlauf. Dieser wurde von den Bibliotheken tatsächlich oftmals entsorgt – er diente zu dem Zeitpunkt eben nur zum Schutz beim Transport und noch nicht als Werbemittel. (1)

Langsam wurde es dann doch üblich, in Kloster-, Palast- und in Handbibliotheken die Bücher in den Regalen mit dem Rücken nach vorne aufzubewahren. Bis ins 20. Jahrhundert wurden Buchrücken mehrheitlich aufwendig gestaltet und verziert, zum Beispiel mit Goldprägungen, Silberprägungen, Farbprägungen und Farblosprägungen oder Blindprägungen, handverzierten Ornamenten oder kostbaren Rückenvignetten. (4)

Autor, Titel und Verlag sind die wichtigsten Informationen, die uns der Buchrücken liefert. Wie diese allerdings auf dem Buchrücken angeordnet sind, unterscheidet sich stark voneinander. Eine verbindliche Norm für die Laufrichtung auf einem Buchrücken existiert in Deutschland, Österreich und der Schweiz beispielsweise nicht. (3) Die meisten Bücher im deutschsprachigen Raum werden allerdings von unten nach oben beschriftet, weil die Verlage davon ausgehen, dass der Großteil der Leser Rechtshänder ist und somit ein Buch mit der rechten Hand aus dem Regal nimmt und während der Suche nach einem Buch den Kopf nach links neigt. So sind die Titel im Regal schnell lesbar und der gewünschte Titel schnell gefunden. (5)

Bei englischsprachigen Werken ist es genau andersherum. Im Gegensatz zum linksdrehenden Längstitel wird hier beim rechtsdrehenden Längstitel der Titel von oben nach unten abgebildet. Man muss also bei einem im Regal stehenden Buch den Kopf nach rechts neigen, um den Titel lesen zu können. (4) Sind die Bücher dick genug, kann ihr Titel auch horizontal aufgebracht sein.

Ein Vorteil der angelsächsischen Variante ist, dass der Titel auch lesbar ist, wenn das Buch mit der Vorderseite nach oben flach im Regal liegt. Das Cover und der Text auf dem Buchrücken können also gleichzeitig gelesen werden. (5) Außerdem kann diese Variante sinnvoll sein, wenn die Lesbarkeit des Rücktitels wichtig ist wie auch bei buchähnlichen Publikationen wie einem Geschäftsbericht oder Katalog. Auch großformatige Publikationen wie Fotobücher profitieren von dieser Variante. (4)

Wie haben wir das nun im Eichhörnchenverlag gemacht? Da wir (bisher) keine Reihe und nur zwei zusammenhängende Bücher herausgebracht haben, nämlich die KLEINE VOGEL-WUNDERKAMMER plus Begleitbuch, sind unsere Buchrücken unterschiedlich gestaltet und dem Design und dem Format der verschiedenen Bücher angepasst. Was sich allerdings fast immer findet ist unser Logo, dass durch seine Form ziemlich perfekt Platz auf einem Buchrücken findet. Und man weiß immer, wo die Bücher des Eichhörnchenverlags im Regal stehen. Bis auf eine Ausnahme ist immer der Titel des Buches zu lesen, oft auch der Name des/der Künstler*in.

Bei den LANDTIEREN findet sich gar keine Schrift auf dem Buchrücken, da Titel- und Rückseite aus einem weiteren zusammenhängenden Bild von Susanne Haun bestehen und ein Aufdruck dieses Bild eher gestört hätte. Die eindeutige Gestaltung des Buches gibt auch so Auskunft darüber, um welches Buch es sich handelt. Bei einer unserer Neuerscheinungen, dem WINDKIND, haben wir zum ersten Mal mit Goldfolienprägung gearbeitet, die sich auch auf dem Buchrücken wiederfindet und diesen zu etwas ganz Besonderem machen.

Schaut doch auch mal in euer Bücherregal und entdeckt die Feinheiten der Buchrücken. Es gibt erstaunlich viel zu entdecken.

Beitragsautorin: Katharina Schulze

Quellen

1) Rothhaas, Julia: Umschlagplatz, 13. November 2015, unter: https://www.sueddeutsche.de/stil/buchruecken-umschlagplatz-1.2734411 (letzter Aufruf: 10.02.2021).

2) Merschmann, Yvonne: Ein schöner Rücken kann entzücken: Buchrücken, 26. August 2018, unter: https://seitenglueck.wordpress.com/2018/08/26/allgemein-ein-schoener-ruecken-kann-entzuecken-buchruecken/ (letzter Aufruf: 10.02.2021).

3) ZVAB – Zentrales Verzeichnis Antiquarischer Bücher: Rückblickend betrachtet – Von der Schönheit des Buchrückens unter: https://www.zvab.com/antiquarische-buecher/buchruecken.shtml (letzter Aufruf: 10.02.2021).

4) Beinert, Wolfgang: Buchrücken, 14. Mai 2020, unter: https://www.typolexikon.de/buchruecken/ (letzter Aufruf: 10.02.2021).

5) Michalski, Thomas: Haben Sie schon mal über die Ausrichtung von Buchrücken nachgedacht?, 19. März 2012, unter: https://thomas-michalski.de/2012/03/19/haben-sie-schon-mal-uber-die-ausrichtung-von-buchrucken-nachgedacht/ (letzter Aufruf: 10.02.2021).

Titelbild: Bücher des Eichhörnchenverlags. Fotografie: SH, (c) Eichhörnchenverlag.

Viel ist los in diesen Tagen!

Die Frankfurter Buchmesse 2020 (FBM), die lange hoffte, trotz Pandemie irgendwie wenigstens mit etwas Publikum stattfinden zu können, hat sich nun doch ganz auf den digitalen Raum verlegen müssen und bietet dort noch bis in das Wochenende hinein ein vielfältiges Programm an Lesungen, Diskussionen und Gesprächen.

Es ist durchaus unwirklich, durch diese immaterielle Messe zu stöbern. Messe-Feeling? Na ja. Trotzdem ist es spannend, denn die Inhalte bleiben gut und aktuell, regen zum Nach- und Weiterdenken an und es formt sich die Erkenntnis, dass wir in den Zoom-Konferenzen vor unseren heimischen Endgeräten doch irgendwie auch alle gleich aussehen. Unnahbar und doch menschlich.

Im Eichhörnchenverlag freuen wir uns insbesondere, dass sich die Messe mit der Verlegung in den digitalen Raum und durch umfangreiche Fördermittel aus dem Staatsministerium für Kultur und Medien für zahlreiche auch kleine Buchverlage und andere Unternehmen der Branche, die sich die FBM sonst vielleicht nicht leisten können, öffnen und einen kostenlosen Eintrag ins Ausstellerverzeichnis einrichten konnte. Auch der Eichhörnchenverlag ist dort zu finden.

Lange bevor entschieden war, ob und wie die FBM in diesem Jahr stattfinden würde, hatte sich die Kampagne #starkfürsbuch (initiiert vom Kindermann Verlag), die uns schon über die Absage der Leipziger Buchmesse im Frühjahr hinweg tröstete, entschieden, auch im Oktober wieder ein Programm auf die Beine zu stellen. Es ist fantastisch zu sehen, wie viele unterschiedliche Ideen die Kolleginnen und Kollegen dazu gesammelt haben und zum Schluss wird auch wieder ein Buchpaket verlost werden! Wir tragen dieses Mal zwei kleine Lesungen bei, die ihr auf unseren Social Media-Kanälen (Instagram, Twitter, Facebook, YouTube) und hier findet.

Wir wünschen euch ein schönes und bibliophiles Wochenende!

Beitragsautorin: Nina A. Schuchardt

In dieser Miniserie stellen wir euch Motive unserer neuen Postkarten vor. Sie enthält Motive, die nicht oder nur unvollständig in unseren drei Büchern zu finden sind, obwohl sie doch bildschön sind! Hier soll erklärt werden, weshalb dies so ist und auch, weshalb wir sie dennoch unbedingt zeigen wollen.

 

Gerda Kazakou hat im Laufe ihres künstlerischen Wirkens eine faszinierende Technik für sich entwickelt, die ich hier schon einmal vorgestellt habe.

Die Flüchtigkeit ihrer Legearbeiten ist gleichermaßen faszinierend und reizvoll, sie birgt aber auch ein paar Schwierigkeiten, mit welchen wir uns im Laufe der Erstellung des Bilderbuchs Die Geschichte von Tui-Tiu auseinandersetzen mussten. Da Gerda Kazakou ihre Bilder spontan gleich nach ihrer Fertigstellung fotografiert und dafür auf die Mittel und Umstände zurückgreift, die eben gerade zur Hand sind, ist die technische Qualität der Fotografien großen Schwankungen unterworfen. Es macht zum Beispiel einen Unterschied, ob ein Bild im Morgen-, Mittags- oder Abendlicht aufgenommen wurde. Manchmal schleichen sich auch Unschärfen ein, die erst bei der Vergrößerung der Bilder am PC sichtbar werden und die verschiedenen Aufnahmegeräte speichern die Bilder entsprechend ihrer Speichereinstellungen auch in unterschiedlichen Größen ab und limitieren damit das weitere Bearbeitungspotenzial der Bilder.

Aus diesen Gründen haben wir uns entschlossen, mit Die Geschichte von Tui-Tiu unser bisher kleinstes Buchformat (13 x 15 cm) zu produzieren. Wir wollten vermeiden, dass die Bilder durch eine Vergrößerung an Schönheit und Strahlkraft verlören.

Die meisten Bilder des Bilderzyklus Die Geschichte von Tui-Tiu sind Querformate. An diese haben wir dann auch das Format des Buches und seine Proportionen angepasst, zwei der Bilder jedoch sind Hochformate. Diese beiden Bilder zeigen Schlüsselmomente der Geschichte. Sie zeigen das Schlüpfen des Vogelkindes Tui-Tiu und den Ausklang der Geschichte in der Betrachtung des Kosmos. Wir konnten und wollten sie nicht außen vorlassen. Wie also umgehen, mit dem anderen Format? Möglichkeit Nr. 1 wäre gewesen, die Bilder als Hochformate in das Querformat des Buches einzusetzen. Dies hätte zum einen bedeutet, sie stark zu verkleinern und dadurch ihre Erfassbarkeit zu schmälern und zum anderen die entsprechenden Buchseiten mit sehr viel bedeutungslosem weiß blank zu lassen. Möglichkeit Nr. 2 war, die Bilder zu beschneiden und auf ihren Bildkern zu beschränken. Wir haben uns für Möglichkeit Nr. 2 entschieden. Leicht gefallen ist die Entscheidung uns nicht. Besonders die Künstlerin hat die Beschneidung der Bilder verständlicherweise nur mit Wehmut ertragen. Zum Glück gab es aber zu diesem Zeitpunkt schon einen Lichtblick am Horizont, denn wir wussten bereits, dass wir Postkarten drucken lassen wollten, die dem vollständigen Format auch dieser beiden Tui-Tiu-Bilder entsprechen würden. So konnten wir mit Vorfreude im Herzen gemeinsam diese Entscheidung treffen.

Im Buch haben sich die beiden Bilder Tui-Tiu im Nest und Tui-Tiu unterm Sternenhimmel ein Stück weit der Illustration der Erzählung untergeordnet, auf den Postkarten erscheinen sie nun als das, was sie eigentlich auch sind: Eigenständige, in sich geschlossene Kompositionen. Es ist schön, dass sie nun auch in dieser Form unser Sortiment bereichern und allen Freunden Tui-Tius zugänglich werden!

 

PS: Liebe Gerda, ein ganzer Schwarm dieser Schönheiten ist übrigens längst, in der Post und auf dem Weg zu dir in ihr Geburtsland Griechenland. Ich hoffe, sie werden dich bald erreichen!

Nina

Die anstehende Lieferung unseres Neulings Die Geschichte von Tui-Tiu von Gerda Kazakou hat für Aufregung gesorgt in der letzten Woche, wenn auch auf ganz andere Weise als noch im letzten Blogeintrag gedacht!

Fast schon in letzter Minute musste uns die Druckerei SachsenDruck in Plauen die termingerechte Lieferung des Buches absagen. Wegen krankheitsbedingter Ausfälle und Reparaturarbeiten kommt es dort offenbar zu Verzögerungen an der Kaschierstrecke. Soetwas kann schon einmal passieren und wir wünschen den Mitarbeiter*innen von SachsenDruck von Herzen alles Gute für eine schnelle Genesung und dass bald wieder alles läuft, wie am Schnürchen!

Der neue Liefertermin ist nun morgen am 24. April und damit dann alles ein Wenig schneller geht, werden jetzt schon einmal die Umschläge für den Weiterversand adressiert. So können die Bücher morgen ohne weitere Verzögerung in eure Hände flattern!

 

Verlosung Die Geschichte von Tui-Tiu

Heute ist übrigens der UNESCO-Welttag des Buches. Wir nehmen das zum Anlass, den ganzen Tag zu schmökern und vorzulesen, was das Zeug hält und auch zwei Exemplare von Die Geschichte von Tui-Tiu unter euch zu verlosen!

An der Verlosung teilnehmen könnt ihr, indem ihr einfach auf Facebook oder Twitter geht und dort unseren Beitrag zur Verlosung teilt, bzw. retweeted oder ihr hinterlasst hier unter diesem Blogbeitrag einen kurzen Kommentar.

Viel Glück!

 

Teilnahmebedingungen:

Die Verlosung von zwei Mal einem Exemplar von „Die Geschichte von Tui-Tiu“ von Gerda Kazakou endet am Sonntag, den 29.04.2018 um 23.59 Uhr. Jede*r, die/der unter dem Blogbeitrag vom 23.03.2018 auf www.eichhoernchenverlag.de/blog/ einen Kommentar hinterlässt, den Facebookpost zur Verlosung teilt oder auf Twitter den Tweet zur Verlosung retweeted, erklärt sich mit den Teilnahmebedingungen einverstanden und kann gewinnen. Es entscheidet das Los. Die Gewinner werden von Nina A. Schuchardt benachrichtigt. Im Falle eines Gewinns wird Nina A. Schuchardt per Mail oder per Direktnachricht eine Lieferanschrift erfragen, an welche das Buch versandt werden kann. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter des Eichhörnchenverlags und deren Familienangehörige sind von der Verlosung ausgeschlossen. Viel Glück!

Ich bin aufgeregt.

In der kommenden Woche erscheint Die Geschichte von Tui-Tiu von Gerda Kazakou. Bevor wir sie in die Welt schicken, müssen die fertigen Bücher aber erst von der Druckerei SachsenDruck in Plauen geliefert werden. Auch das steht in der kommenden Woche an und das ist immer spannend! Natürlich haben wir mit der Druckerei einen Liefertermin vereinbart, aber trotzdem kommt es vor, dass der tatsächliche Lieferzeitpunkt davon abweicht. Bisher sind die Bücher eher ein oder zwei Tage früher gekommen. Ich war da nicht unglücklich drüber.
Eine – geografisch bedingte – Schwierigkeit ist die Anlieferung der Bücher selbst und ihr Transfer vom Lieferfahrzeug in unser Lager. Der Eichhörnchenverlag hat seinen Sitz im platten Brandenburger Land, fast schon am Waldrand. Unsere Straße ist so klein, dass es hier nicht einmal Straßenlaternen gibt, auch keinen Fußgängerweg, geschweige denn zwei Spuren… Die Straße ist eine Sackgasse und endet direkt am Wald mit nur bedingten Wendemöglichkeiten. Diese Situation stellt LKW-Fahrer regelmäßig vor Herausforderungen.
Die Müllabfuhr löst das Problem gelegentlich, indem sie rückwärts in unsere Straße fährt. Bis sie dann am letzten Hof angekommen ist, kann es schon einmal eine Weile dauern.
Bei der Lieferung der Monsterkinder versuchte der Fahrer die Variante „Wenden auf der Wiese“. Ein Modell, was wohl nur bei trockenem Wetter zu empfehlen ist.
Die Lieferung der Monsterkinder war früh dran. Ich hatte sie erst am nächsten Tag erwartet. Deshalb dachte ich zunächst auch nicht an die Bücher, als ein LKW auf der Wiese gegenüber wendete (der Fahrer hatte sich überlegt vor dem Abladen zu wenden…). Ihr müsst wissen, unsere direkten Nachbarn führen einen Demeterbetrieb mit einer Rinderzucht und natürlich müssen diese Tiere gelegentlich transportiert werden. Manche Tiertransporter sind auf den ersten Blick kaum von anderen LKW zu unterscheiden. Ich dachte also zunächst, es hätte vielleicht jemand ein paar Kühe gekauft, die nun abgeholt würden und sich während des Wendemanövers im Transporter bewegten. Der LKW schwanke tatsächlich beachtlich. Die Wiese ist uneben und es sah zunächst so aus, als hätte der LKW sich festgefahren. Ich ging also raus, um zu fragen, ob ich vielleicht doch noch einmal unseren Nachbarn samt Traktor dazu holen sollte. Das war dann aber doch nicht nötig und LKW samt Monsterkindern schafften es aus eigener Kraft von der Wiese.
Schritt eins geschafft! Schritt zwei bedeutet, die Bücher vom LKW ins Lager zu schaffen. Ihr könnt es euch denken. Mit einem LKW direkt vor unseren Lagereingang zu fahren ist utopisch! Also laden wir die Kartons am LKW direkt von der Palette ab und stapeln sie in einen PKW, der es bis vor die Tür schafft, weil er einfach kleiner ist. Wo das Gerät fehlt, sind Kreativität und Muskelkraft gefragt. 🙂 Bisher hatten wir dabei auch immer Glück mit dem Wetter, soll heißen: es hat nicht geregnet. Drückt uns die Daumen, dass es dabei bleibt! Außerdem hatten wir bisher auch immer sehr freundliche Unterstützung beim Umladen der Kartons vom Fahrer des LKW, sodass die Arbeit tatsächlich recht schnell gemacht ist.
Übrigens erlebt man die allermeisten LKW-Fahrer, die einem hier so begegnen als sehr entspannt und erstaunlich wenig genervt, von der schwierigen Situation. Einer meinte sogar, er führe viel lieber hierher, als nach Berlin zum Beispiel, weil es hier zwar eng und die Wege weit seien, dafür aber der Verkehr sehr entspannt und die Landschaft schön.
Nichtsdestotrotz: Ich gehe aufgeregt in die neue Woche! …aber auch voller freudiger Erwartung!

Die Geschichte von Tui-Tiu von Gerda Kazakou kann in unserem Onlineshop vorbestellt werden.

Am 21. April erscheint Die Geschichte von Tui-Tiu von Gerda Kazakou.

Zwitschert mit uns ein fröhliches Hipphipphurra zu seiner Begrüßung!

Um Tui-Tiu gebührend auf eine erste Reise zu schicken haben wir uns eine multimediale Lesung ausgedacht. Ein erster Termin ist für den 7. Mai um 9:30 in der Bibliothek in Kyritz geplant. Ob klein, ob groß alle sind herzlich eingeladen! Weitere Termine folgen.

Tui–tiu–tui Tiu–tuitt! Bis bald.

„Die Geschichte von Tui-Tiu“. Seite 3/4. (c) Bild und Text Gerda Kazakou.

Die Geschichte von Tui-Tiu kann in unserem Onlineshop vorbestellt werden.

Märchenhaft wird es in unserem neuen Bilderbuch! Die Künstlerin und Autorin hinter der Geschichte von Tui-Tiu Gerda Kazakou und ihre ungewöhnliche und bewundernswerte Technik habe ich euch hier schon einmal vorgestellt, aber was ist das nun für eine Geschichte, die sie mit dem Eichhörnchenverlag in Buchform bringen wird?

Das Vogelkind Tui-Tiu möchte wissen, wo es herkommt und so erzählen seine Eltern von ihrer Liebe, von der Suche nach einem Nistplatz, vom Brüten und von der Freude über das schlüpfende Küken! Die Geschichte erzählt viel über die Liebe in einer Familie, über Geborgenheit und über die Zusammenhänge, in welchen wir leben, die uns im Kleinen wie im Großen prägen und Halt geben. Sei es in Form der Menschen, die uns umgeben, unserer unmittelbaren Umwelt oder des ganzen weiten Kosmos.

Die Geschichte von Tui-Tiu. Seite 3/4. (c) Bild und Text: Gerda Kazakou.

Die Klammer, in welche Gerda Kazakou die Geschichte von Tui-Tiu gesetzt hat, ist groß und umfassend und sie erreicht die kleinsten Kinder, weil sie das ganz Große im ganz kleinen Nest des Kükens sucht und erforscht, so wie unsere Kinder die Geborgenheit und Liebe in unseren Armen brauchen, um neugierig und mutig die Welt zu erkunden.
Gerda Kazakous künstlerische Technik jedes neue Bild aus immer den gleichen Schnipseln zu legen, ist ein starker visueller Anker, der die Betrachtenden ruhig bei sich behält. Ihre Farbwahl ist unaufgeregt, ausgeglichen und lässt uns zu uns kommen und durchatmen.
Auf sprachlicher Ebene begegnen den (Vor-)Lesenden an vielen Stellen die Silben Tui und Tiu. Sie formen den Namen des Kükens und verweisen gleichzeitig auf seine familiären und kosmologischen Zugehörigkeiten, denn sie finden sich an verschiedensten Stellen, auch in den Namen der Elternvögel, wieder und sind die Grundmotive des Gesanges der Elternvögel. Alles hängt zusammen. Dieses lautmalerische Element, macht die Geschichte von Tui-Tiu definitiv zu einem anspruchsvollen Vorleseerlebnis, dass zum klanglichen Spielen, zum Experimentieren und Tirilieren einlädt. Vor allem ist sie aber die Intonation von Zusammengehörigkeit, von dem Gefühl, sich bei anderen und in anderem selbst wiederfinden zu können und geborgen zu fühlen.

Die Geschichte von Tui-Tiu ist eine Geschichte zum Einkuscheln und Ruhe finden, eine Gutenachtgeschichte und eine Geschichte, um das eigene Küken unter die Flügel zu nehmen und mit Liebe zu füttern.

Vielen Dank, Gerda.

 

Die Geschichte von Tui-Tiu erscheint im Frühjahr 2018 und kann in unserem Onlineshop vorbestellt werden.

ISBN 978-3-9818726-2-0

Pappebuch, 18 Seiten (inkl. Umschlag)