Das Wunder der Schrift im Bilderbuch

Das Wunder der Schrift im Bilderbuch

Für wen sind unsere Bilderbücher? Diese Frage ist schon öfter aufgekommen und immer lautet die Antwort wie folgt: Unsere Bilderbücher sollen auf jeden Fall Babys und ganz kleinen Kindern zugänglich sein, aber natürlich dürfen, ja sollen, sie auch größeren Kindern und sogar Erwachsenen liebe Schätze sein können!

Es sind immer ganz besondere Momente, wenn sich diese Weigerung, eine konkrete Altersempfehlung abzugeben, im gelebten Umgang mit den Büchern bestätigt findet!

Neulich durfte ich ein Kind (4) beobachten, dass sich unser Bilderbuch DIE GESCHICHTE VON TUI-TIU von Gerda Kazakou zur Hand nahm, um sich im Schreiben zu üben. Was für ein schöner Moment!

DIE GESCHICHTE VON TUI-TIU ist in Futura gesetzt, einer grundsätzlich sehr klaren und leicht lesbaren Schriftart. Die wichtigsten Momente der Geschichte sind außerdem durch eine größere Zeichengröße und die ausschließliche Verwendung von Majuskeln (Großbuchstaben) hervorgehoben. Hierin sah das Kind offenbar hervorragend geeignetes Anschauungsmaterial für die Gestaltung von Buchstaben.

Viele Buchstaben waren dem Kind bereits bekannt, ihre Form wurde mithilfe des Buches lediglich überprüft, vielleicht wurde auch Inspiration für die zu schreibende Auswahl gesucht, zwei neue Buchstaben wurden aber doch entdeckt. Es waren das Ä und das Ü.

In dieser Miniserie stellen wir euch Motive unserer neuen Postkarten vor. Sie enthält Motive, die nicht oder nur unvollständig in unseren drei Büchern zu finden sind, obwohl sie doch bildschön sind! Hier soll erklärt werden, weshalb dies so ist und auch, weshalb wir sie dennoch unbedingt zeigen wollen.

 

Gerda Kazakou hat im Laufe ihres künstlerischen Wirkens eine faszinierende Technik für sich entwickelt, die ich hier schon einmal vorgestellt habe.

Die Flüchtigkeit ihrer Legearbeiten ist gleichermaßen faszinierend und reizvoll, sie birgt aber auch ein paar Schwierigkeiten, mit welchen wir uns im Laufe der Erstellung des Bilderbuchs Die Geschichte von Tui-Tiu auseinandersetzen mussten. Da Gerda Kazakou ihre Bilder spontan gleich nach ihrer Fertigstellung fotografiert und dafür auf die Mittel und Umstände zurückgreift, die eben gerade zur Hand sind, ist die technische Qualität der Fotografien großen Schwankungen unterworfen. Es macht zum Beispiel einen Unterschied, ob ein Bild im Morgen-, Mittags- oder Abendlicht aufgenommen wurde. Manchmal schleichen sich auch Unschärfen ein, die erst bei der Vergrößerung der Bilder am PC sichtbar werden und die verschiedenen Aufnahmegeräte speichern die Bilder entsprechend ihrer Speichereinstellungen auch in unterschiedlichen Größen ab und limitieren damit das weitere Bearbeitungspotenzial der Bilder.

Aus diesen Gründen haben wir uns entschlossen, mit Die Geschichte von Tui-Tiu unser bisher kleinstes Buchformat (13 x 15 cm) zu produzieren. Wir wollten vermeiden, dass die Bilder durch eine Vergrößerung an Schönheit und Strahlkraft verlören.

Die meisten Bilder des Bilderzyklus Die Geschichte von Tui-Tiu sind Querformate. An diese haben wir dann auch das Format des Buches und seine Proportionen angepasst, zwei der Bilder jedoch sind Hochformate. Diese beiden Bilder zeigen Schlüsselmomente der Geschichte. Sie zeigen das Schlüpfen des Vogelkindes Tui-Tiu und den Ausklang der Geschichte in der Betrachtung des Kosmos. Wir konnten und wollten sie nicht außen vorlassen. Wie also umgehen, mit dem anderen Format? Möglichkeit Nr. 1 wäre gewesen, die Bilder als Hochformate in das Querformat des Buches einzusetzen. Dies hätte zum einen bedeutet, sie stark zu verkleinern und dadurch ihre Erfassbarkeit zu schmälern und zum anderen die entsprechenden Buchseiten mit sehr viel bedeutungslosem weiß blank zu lassen. Möglichkeit Nr. 2 war, die Bilder zu beschneiden und auf ihren Bildkern zu beschränken. Wir haben uns für Möglichkeit Nr. 2 entschieden. Leicht gefallen ist die Entscheidung uns nicht. Besonders die Künstlerin hat die Beschneidung der Bilder verständlicherweise nur mit Wehmut ertragen. Zum Glück gab es aber zu diesem Zeitpunkt schon einen Lichtblick am Horizont, denn wir wussten bereits, dass wir Postkarten drucken lassen wollten, die dem vollständigen Format auch dieser beiden Tui-Tiu-Bilder entsprechen würden. So konnten wir mit Vorfreude im Herzen gemeinsam diese Entscheidung treffen.

Im Buch haben sich die beiden Bilder Tui-Tiu im Nest und Tui-Tiu unterm Sternenhimmel ein Stück weit der Illustration der Erzählung untergeordnet, auf den Postkarten erscheinen sie nun als das, was sie eigentlich auch sind: Eigenständige, in sich geschlossene Kompositionen. Es ist schön, dass sie nun auch in dieser Form unser Sortiment bereichern und allen Freunden Tui-Tius zugänglich werden!

 

PS: Liebe Gerda, ein ganzer Schwarm dieser Schönheiten ist übrigens längst, in der Post und auf dem Weg zu dir in ihr Geburtsland Griechenland. Ich hoffe, sie werden dich bald erreichen!

Nina

Die anstehende Lieferung unseres Neulings Die Geschichte von Tui-Tiu von Gerda Kazakou hat für Aufregung gesorgt in der letzten Woche, wenn auch auf ganz andere Weise als noch im letzten Blogeintrag gedacht!

Fast schon in letzter Minute musste uns die Druckerei SachsenDruck in Plauen die termingerechte Lieferung des Buches absagen. Wegen krankheitsbedingter Ausfälle und Reparaturarbeiten kommt es dort offenbar zu Verzögerungen an der Kaschierstrecke. Soetwas kann schon einmal passieren und wir wünschen den Mitarbeiter*innen von SachsenDruck von Herzen alles Gute für eine schnelle Genesung und dass bald wieder alles läuft, wie am Schnürchen!

Der neue Liefertermin ist nun morgen am 24. April und damit dann alles ein Wenig schneller geht, werden jetzt schon einmal die Umschläge für den Weiterversand adressiert. So können die Bücher morgen ohne weitere Verzögerung in eure Hände flattern!

 

Verlosung Die Geschichte von Tui-Tiu

Heute ist übrigens der UNESCO-Welttag des Buches. Wir nehmen das zum Anlass, den ganzen Tag zu schmökern und vorzulesen, was das Zeug hält und auch zwei Exemplare von Die Geschichte von Tui-Tiu unter euch zu verlosen!

An der Verlosung teilnehmen könnt ihr, indem ihr einfach auf Facebook oder Twitter geht und dort unseren Beitrag zur Verlosung teilt, bzw. retweeted oder ihr hinterlasst hier unter diesem Blogbeitrag einen kurzen Kommentar.

Viel Glück!

 

Teilnahmebedingungen:

Die Verlosung von zwei Mal einem Exemplar von „Die Geschichte von Tui-Tiu“ von Gerda Kazakou endet am Sonntag, den 29.04.2018 um 23.59 Uhr. Jede*r, die/der unter dem Blogbeitrag vom 23.03.2018 auf www.eichhoernchenverlag.de/blog/ einen Kommentar hinterlässt, den Facebookpost zur Verlosung teilt oder auf Twitter den Tweet zur Verlosung retweeted, erklärt sich mit den Teilnahmebedingungen einverstanden und kann gewinnen. Es entscheidet das Los. Die Gewinner werden von Nina A. Schuchardt benachrichtigt. Im Falle eines Gewinns wird Nina A. Schuchardt per Mail oder per Direktnachricht eine Lieferanschrift erfragen, an welche das Buch versandt werden kann. Eine Barauszahlung ist nicht möglich. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Mitarbeiter des Eichhörnchenverlags und deren Familienangehörige sind von der Verlosung ausgeschlossen. Viel Glück!

Ich bin aufgeregt.

In der kommenden Woche erscheint Die Geschichte von Tui-Tiu von Gerda Kazakou. Bevor wir sie in die Welt schicken, müssen die fertigen Bücher aber erst von der Druckerei SachsenDruck in Plauen geliefert werden. Auch das steht in der kommenden Woche an und das ist immer spannend! Natürlich haben wir mit der Druckerei einen Liefertermin vereinbart, aber trotzdem kommt es vor, dass der tatsächliche Lieferzeitpunkt davon abweicht. Bisher sind die Bücher eher ein oder zwei Tage früher gekommen. Ich war da nicht unglücklich drüber.
Eine – geografisch bedingte – Schwierigkeit ist die Anlieferung der Bücher selbst und ihr Transfer vom Lieferfahrzeug in unser Lager. Der Eichhörnchenverlag hat seinen Sitz im platten Brandenburger Land, fast schon am Waldrand. Unsere Straße ist so klein, dass es hier nicht einmal Straßenlaternen gibt, auch keinen Fußgängerweg, geschweige denn zwei Spuren… Die Straße ist eine Sackgasse und endet direkt am Wald mit nur bedingten Wendemöglichkeiten. Diese Situation stellt LKW-Fahrer regelmäßig vor Herausforderungen.
Die Müllabfuhr löst das Problem gelegentlich, indem sie rückwärts in unsere Straße fährt. Bis sie dann am letzten Hof angekommen ist, kann es schon einmal eine Weile dauern.
Bei der Lieferung der Monsterkinder versuchte der Fahrer die Variante „Wenden auf der Wiese“. Ein Modell, was wohl nur bei trockenem Wetter zu empfehlen ist.
Die Lieferung der Monsterkinder war früh dran. Ich hatte sie erst am nächsten Tag erwartet. Deshalb dachte ich zunächst auch nicht an die Bücher, als ein LKW auf der Wiese gegenüber wendete (der Fahrer hatte sich überlegt vor dem Abladen zu wenden…). Ihr müsst wissen, unsere direkten Nachbarn führen einen Demeterbetrieb mit einer Rinderzucht und natürlich müssen diese Tiere gelegentlich transportiert werden. Manche Tiertransporter sind auf den ersten Blick kaum von anderen LKW zu unterscheiden. Ich dachte also zunächst, es hätte vielleicht jemand ein paar Kühe gekauft, die nun abgeholt würden und sich während des Wendemanövers im Transporter bewegten. Der LKW schwanke tatsächlich beachtlich. Die Wiese ist uneben und es sah zunächst so aus, als hätte der LKW sich festgefahren. Ich ging also raus, um zu fragen, ob ich vielleicht doch noch einmal unseren Nachbarn samt Traktor dazu holen sollte. Das war dann aber doch nicht nötig und LKW samt Monsterkindern schafften es aus eigener Kraft von der Wiese.
Schritt eins geschafft! Schritt zwei bedeutet, die Bücher vom LKW ins Lager zu schaffen. Ihr könnt es euch denken. Mit einem LKW direkt vor unseren Lagereingang zu fahren ist utopisch! Also laden wir die Kartons am LKW direkt von der Palette ab und stapeln sie in einen PKW, der es bis vor die Tür schafft, weil er einfach kleiner ist. Wo das Gerät fehlt, sind Kreativität und Muskelkraft gefragt. 🙂 Bisher hatten wir dabei auch immer Glück mit dem Wetter, soll heißen: es hat nicht geregnet. Drückt uns die Daumen, dass es dabei bleibt! Außerdem hatten wir bisher auch immer sehr freundliche Unterstützung beim Umladen der Kartons vom Fahrer des LKW, sodass die Arbeit tatsächlich recht schnell gemacht ist.
Übrigens erlebt man die allermeisten LKW-Fahrer, die einem hier so begegnen als sehr entspannt und erstaunlich wenig genervt, von der schwierigen Situation. Einer meinte sogar, er führe viel lieber hierher, als nach Berlin zum Beispiel, weil es hier zwar eng und die Wege weit seien, dafür aber der Verkehr sehr entspannt und die Landschaft schön.
Nichtsdestotrotz: Ich gehe aufgeregt in die neue Woche! …aber auch voller freudiger Erwartung!

Die Geschichte von Tui-Tiu von Gerda Kazakou kann in unserem Onlineshop vorbestellt werden.

Am 21. April erscheint Die Geschichte von Tui-Tiu von Gerda Kazakou.

Zwitschert mit uns ein fröhliches Hipphipphurra zu seiner Begrüßung!

Um Tui-Tiu gebührend auf eine erste Reise zu schicken haben wir uns eine multimediale Lesung ausgedacht. Ein erster Termin ist für den 7. Mai um 9:30 in der Bibliothek in Kyritz geplant. Ob klein, ob groß alle sind herzlich eingeladen! Weitere Termine folgen.

Tui–tiu–tui Tiu–tuitt! Bis bald.

„Die Geschichte von Tui-Tiu“. Seite 3/4. (c) Bild und Text Gerda Kazakou.

Die Geschichte von Tui-Tiu kann in unserem Onlineshop vorbestellt werden.

Märchenhaft wird es in unserem neuen Bilderbuch! Die Künstlerin und Autorin hinter der Geschichte von Tui-Tiu Gerda Kazakou und ihre ungewöhnliche und bewundernswerte Technik habe ich euch hier schon einmal vorgestellt, aber was ist das nun für eine Geschichte, die sie mit dem Eichhörnchenverlag in Buchform bringen wird?

Das Vogelkind Tui-Tiu möchte wissen, wo es herkommt und so erzählen seine Eltern von ihrer Liebe, von der Suche nach einem Nistplatz, vom Brüten und von der Freude über das schlüpfende Küken! Die Geschichte erzählt viel über die Liebe in einer Familie, über Geborgenheit und über die Zusammenhänge, in welchen wir leben, die uns im Kleinen wie im Großen prägen und Halt geben. Sei es in Form der Menschen, die uns umgeben, unserer unmittelbaren Umwelt oder des ganzen weiten Kosmos.

Die Geschichte von Tui-Tiu. Seite 3/4. (c) Bild und Text: Gerda Kazakou.

Die Klammer, in welche Gerda Kazakou die Geschichte von Tui-Tiu gesetzt hat, ist groß und umfassend und sie erreicht die kleinsten Kinder, weil sie das ganz Große im ganz kleinen Nest des Kükens sucht und erforscht, so wie unsere Kinder die Geborgenheit und Liebe in unseren Armen brauchen, um neugierig und mutig die Welt zu erkunden.
Gerda Kazakous künstlerische Technik jedes neue Bild aus immer den gleichen Schnipseln zu legen, ist ein starker visueller Anker, der die Betrachtenden ruhig bei sich behält. Ihre Farbwahl ist unaufgeregt, ausgeglichen und lässt uns zu uns kommen und durchatmen.
Auf sprachlicher Ebene begegnen den (Vor-)Lesenden an vielen Stellen die Silben Tui und Tiu. Sie formen den Namen des Kükens und verweisen gleichzeitig auf seine familiären und kosmologischen Zugehörigkeiten, denn sie finden sich an verschiedensten Stellen, auch in den Namen der Elternvögel, wieder und sind die Grundmotive des Gesanges der Elternvögel. Alles hängt zusammen. Dieses lautmalerische Element, macht die Geschichte von Tui-Tiu definitiv zu einem anspruchsvollen Vorleseerlebnis, dass zum klanglichen Spielen, zum Experimentieren und Tirilieren einlädt. Vor allem ist sie aber die Intonation von Zusammengehörigkeit, von dem Gefühl, sich bei anderen und in anderem selbst wiederfinden zu können und geborgen zu fühlen.

Die Geschichte von Tui-Tiu ist eine Geschichte zum Einkuscheln und Ruhe finden, eine Gutenachtgeschichte und eine Geschichte, um das eigene Küken unter die Flügel zu nehmen und mit Liebe zu füttern.

Vielen Dank, Gerda.

 

Die Geschichte von Tui-Tiu erscheint im Frühjahr 2018 und kann in unserem Onlineshop vorbestellt werden.

ISBN 978-3-9818726-2-0

Pappebuch, 18 Seiten (inkl. Umschlag)

Ein weiteres neues Gesicht begrüßen wir in diesem Jahr im Eichhörnchenverlag. Gerda Kazakou legt ihre Bilder aus Schnipseln älterer Arbeiten. Aus ihrer konsequenten Weigerung an altem unbedingt festzuhalten, entsteht ein faszinierendes Moment großer Flüchtigkeit bei gleichzeitig immenser Potenz. Aus einer handvoll Schnipsel schöpft sie ganze Bilderzyklen, indem sie die stets gleichbleibenden Fragmente auf immer wieder neue Weise arrangiert.

Mit dem Eichhörnchenverlag wird Gerda Kazakou noch in diesem Frühling eine märchenhafte Vogelfamiliengeschichte veröffentlichen.

Dazu in der nächsten Woche an dieser Stelle mehr!

Herzlich willkommen, liebe Gerda!

 

Gerda Kazakou. (c) Fotografie von M. Fanke. 2017.

Dr. Gerda Kazakou

Kurze Selbstvorstellung

Behalte den Flug im Gedächtnis — der Vogel ist sterblich.“

(Forugh Farrokhzad, 1934 –1967)

Geboren und aufgewachsen in Heiligenhafen an der Ostsee, studierte Gerda Kazakou (geb. Struck) in Tübingen, Aix-en-Provence, West-Berlin und Kiel. Dort machte sie den Magister Artium in Sozialpädagogik, Germanistik und Philosophie. In Frankfurt/Main promovierte sie zur Dr. phil. Seit 1979 lebt und arbeitet sie in Athen, Griechenland.

In Athen begann Gerda Kazakou sich intensiv mit Zeichnung und Malerei zu befassen und stellte ihre Arbeiten in Athen, Berlin sowie in zahlreichen griechischen Städten aus. Zusätzliche Kenntnisse, die sie sich durch ein kunsttherapeutisches Aufbaustudium aneignete, halfen ihr bei ihrer Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Sie ist Mitglied des Berufsverbandes Bildender Künstler Griechenlands.

Im Dezember 2014 versuchte Gerda Kazakou fast zufällig, eine ältere Arbeit zu zerschneiden und aus dem Verschnitt eine Bildgeschichte zu legen. Was als Spiel begann, wurde zu ihrem wichtigsten künstlerischen Medium. Denn es entspricht ihrer Lebensphilosophie. Wozu noch Dinge für die Ewigkeit schaffen? Wozu Material, Festes, Dauerndes, Schweres der Welt hinzufügen? Alles fließt und verändert sich.

Ihre Technik beschreibt sie so: „Ich zerschneide ausrangierte Bilder zu unregelmäßigen Stücken („Schnipsel“), lege daraus auf großen Pappen Bilder und Bildgeschichten, mache Fotos davon und sammle alles wieder ein. Jeder Schnipsel kann von Bild zu Bild eine neue Bedeutung annehmen. Was Flügel war, kann Wolke werden oder das Blatt einer Blume, es kann zur Welle werden, zum Ast oder zum Vogel am Himmel. Das Hosenbein wird zum Hut, zum Mond, zur Nase oder zum Arm, zum Schwanz eines Fuchses oder zur wehenden Fahne am Bug eines Schiffes. Warum auch nicht? Kinder machen das so.

Oft fragt man mich: Warum verklebst du die Schnipsel nicht? Es ist schade um deine Kreationen. Doch nein! Πάντα ρέει! Alles muss im Fluss bleiben! Etliche Bilder habe ich allerdings großformatig ausgedruckt, um sie in Ausstellungen zu zeigen. Es gibt auch handgemachte Leporellos mit den Abenteuern des Odysseus und Wandzeitungen in Fahnenform, auf denen man die Bildgeschichten bequem nachlesen kann. Nun ja und ein Blog habe ich auch, in dem ich meine Kunst laufend vorstelle.“