Die Geschichte des Adventskalenders

Die Geschichte des Adventskalenders

Gerade erst ist der Herbst bei uns angekommen und doch fühlt sich Weihnachten gar nicht mehr so weit entfernt an. Wir freuen uns auf die Weihnachtszeit, Kerzenlicht, heimelige Buchabende und viele, viele Plätzchen – und einmal am Tag ein Türchen öffnen, um dahinter eine kleine Überraschung zu entdecken. Besonders als Kind habe ich es geliebt, jeden Morgen das aktuelle Türchen zu finden. Doch so lange ist diese Tradition noch gar nicht Teil der Vorweihnachtszeit.

Entstanden ist der Adventskalender im Laufe des 19. Jahrhunderts im deutschsprachigen Raum. Die Vorläufer des uns bekannten Kalenders sind an vielen Orten gleichzeitig und in ganz verschiedener Form aufgekommen. In katholischen Familien wurde durch die täglichen Adventsandachten die Vorweihnachtszeit vertieft, in evangelischen Familien ging es eher um die Zusammenkunft mit den Familienmitgliedern. Hier wurden Bibelstellen vorgelesen, Verse aufgesagt, gebetet und Lieder gesungen. Um das Besondere und Festliche dieser Zeit hervorzuheben und auch um den Kindern die Wartezeit zu veranschaulichen und zu verkürzen, haben sich die Eltern unterschiedliche Methoden ausgedacht. (1) So wurden beispielsweise 24 Kreidestriche an eine Wand gemalt und ab dem 01.12. durften die Kinder jeden Tag einen davon entfernen. Auch gab es die Tradition, jeden Tag einen Strohhalm in die Krippe zu legen, damit das Christkind am Heiligen Abend ein gemütliches Bett hat. (2)

Mit der Himmelsleiter entwickelte sich in Österreich eine spezielle Form des Adventskalenders. Das Christkind bewegt sich jeden Tag eine Sprosse abwärts, um zu versinnbildlichen, dass Gott zu Weihnachten in seinem Sohn Jesus Christus auf die Erde kommt. Zum Ende des 19. Jahrhunderts gibt es vermehrt Weihnachtsuhren. Auf einer Scheibe waren 12 oder 24 Abschnitte markiert, in welchen je ein Liedtext oder Bild zu sehen war. Der Zeiger konnte dann jeden Tag einen Schritt nach vorn gestellt werden. (3)

Zur Jahrhundertwende gab es die ersten gedruckten Adventskalender. 1902 wurde der erste von einer evangelischen Buchhandlung in Form einer Weihnachtsuhr verkauft, 1904 kam der erste von Verleger Gerhard Lang gedruckte Kalender „Im Lande des Christkinds“ auf den Markt. Dieser zeigte das Christkind bei den Weihnachtsvorbereitungen, hatte aber noch keine Türchen, sondern bestand aus zwei bedruckten Bögen mit jeweils 24 Textfeldern und Bildern. Die Bilder konnten ausgeschnitten und selbst auf den anderen Bogen aufgeklebt werden. Gerhard Lang gilt auch als Begründer des Adventskalenders und ließ sich immer wieder neue Kalender einfallen. Die Idee stammte aber wohl von seiner Mutter, die auf 24 nummerierte Felder Gebäckstücke aufnähte. Die damit empfundene Vorfreude wollte Lang weitergeben. (4)

Über die Jahre sprangen weitere Verleger auf den Zug auf und in den 1930-er Jahren waren Adventskalender in weiten Teilen Deutschlands verbreitet. Während des Nationalsozialismus sollten christliche Weihnachtsbräuche aus dem öffentlichen Leben gedrängt werden, was auch den Adventskalender betraf. Außerdem wurde der Druck von Bildkalendern als kriegsunwichtig eingestuft und Papier wurde im Verlauf des Krieges immer knapper. Da die Tradition aber so beliebt war, veröffentlichte das Hauptkulturamt der Reichspropagandaleitung der NSDAP den Kalender „Vorweihnachten“. In diesem Heft waren nationalsozialistische Weihnachtslieder, Rezepte für Sinngebäck und Bastelanleitungen für hölzernen Weihnachtsbaumschmuck in Runenform und Sonnenrädern versammelt. Es enthielt auch eine Anleitung für das „Weihnachtsgärtlein“, welches die Krippe unter den Weihnachtsbäumen ersetzte. Auch Ahnen – und Sippenforschung wurden thematisiert. (3)

Schon zu Weihnachten 1945 wurden aber wieder traditionelle Adventskalender gedruckt, wenn es den Betrieben möglich war. Der Adventskalender fand jetzt nicht mehr nur in Deutschland, der Schweiz und Österreich Verbreitung, sondern trat seinen Siegeszug weltweit an und wurde auch in Großbritannien und den USA verkauft. Von den heute in Deutschland gedruckten Kalendern werden mehr als die Hälfte ins Ausland verschickt. (1)

Damit verlor sich auch immer mehr die christliche Tradition dahinter und der Adventskalender wurde zu einem preisgünstigen Massenartikel. Motive waren oft romantische Weihnachtsszenen wie verschneite Städte oder andere weihnachtliche Bilder. Neben diesen Bildern und Sprüchen konnte man nun auch kleine Schokoladen hinter den Türchen finden, in Form von Glocken, Engel, Kerzen und Nikolausstiefeln. (5)

Mittlerweile hat sich der Markt aber noch deutlich vergrößert und es gibt auch frei stehende Adventskalender, der größte von ihnen in Leipzig, mit 875 Quadratmetern. Der teuerste ist der des Londoner Luxuskaufhauses Harrods, der 2010 eine Million Dollar wert war und unter anderem eine Designerküche enthielt. (3) Und auch in den digitalen Medien ist die Tradition angekommen. Virtuelle Adventskalender in Form von Hörbüchern mit 24 Geschichten oder Internetseiten, die jeden Tag einen Text oder einen Song bereitstellen, gibt es. Und auch Häuserfassaden werden genutzt, um auf die Vorweihnachtszeit einzustimmen. (5)

Wir haben gleich zwei wundervolle Adventskalender im Programm. Damit kann man sich jeden Tag sogar zweimal freuen.

Beitragsautorin: Katharina Schulze

Quellen

1. Adventskalender Geschichte, Unter: https://www.mein-adventskalender.de/adventskalender-geschichte/ (letzter Aufruf:10.09.2021).

2. Hebenstreit, Tanja; Toyka-Seid, Christiane: Die Geschichte des Adventskalenders, 01.12.2020, unter: https://www.hanisauland.de/wissen/kalender-allgemein/kalender/01dezember (letzter Aufruf: 10.09.2022).

3. Der Adventskalender – Die Geschichte und Entstehung, unter: https://www.adventskalender.de/der-adventskalender-die-geschichte-und-entstehung.html (letzter Aufruf:10.09.2021).

4. Autolny, Julia; Baum, Veronika; unter: Adventskalender – 24-fache Weihnachtsvorfreude, 01.12.2021, unter: https://www.br.de/kinder/adventskalender-wer-hat-ihn-erfunden-warten-weihnachten-kinder-lexikon-100.html (letzter Aufruf:10.09.2021).

5. Jeden Tag ein Türchen – Der Adventskalender verkürzt den Kindern die Wartezeit bis zum Fest, unter: https://www.dresden-online.de/news-lesen/adventskalenderfest.html (letzter Aufruf: 10.09.2022).

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So richtig Gedanken darüber, dass sehr viele Kinderbücher auf dem Land spielen, habe ich mir seit einem Besuch bei der BuchBerlin vor einigen Jahren gemacht. Dort habe ich wunderschöne Bücher von Baobabbooks und Edition Bracklo entdeckt, die mir sehr im Gedächtnis geblieben sind. Sie zeigen Kinderalltag in der Stadt, fernab von Ferien und Bauernhofidylle. Und sie zeigen auch Städte, die nicht im europäischen Westen liegen und Einblicke erlauben, die viele von uns so sonst nicht machen könnten. In dem preisgekrönten Bilderbuch aus China Zähnchen, Zähnchen, auf das Dach geht es um einen Brauch aus China, Milchzähne auf Dächer zu werfen, damit ein Kind groß und stark wird und gleichzeitig auch um den Wandel in einem Stadtviertel, in dem man lebt. Das Buch Juju und Jojô begleitet die beiden Zwillingsgeschwister durch ihren Stadtalltag und bei der Entdeckung eines Jabuticababaumes, der direkt vor ihrem Haus wächst.

Dass so viele Bücher, gerade für kleinere Kinder, auf dem Land spielen, ergibt durchaus Sinn, denn Tiere, die dort leben, sind ein beliebtes Thema und bieten viel Raum zum Entdecken. Auch kann das Land ein Sehnsuchtsort sein, verbunden mit schönen Erinnerungen, Ferien und vielen Freiheiten, die der Alltag so nicht immer erlaubt. Auch unser Erstlingswerk LANDTIERE widmet sich diesem Klassikerthema der Bilderbücher.

Trotzdem bildet das Landleben nicht den Erfahrungshorizont der meisten Kinder wieder. Ein Großteil von ihnen lebt in kleinen und großen Städten und macht dort ganz andere Erfahrungen als Kinder, die im ländlichen Raum aufwachsen. Deshalb finde ich auch Bücher, die dies zeigen, ganz wunderbar. Sie bieten für diese vielen Kinder eine Identifikationsfläche, auf welcher sie ihre Alltagsabenteuer wiederfinden. Denn Wege, Eindrücke und die vielen Menschen, die in einer Stadt zu Hause sind, prägen die Erlebnisse der Kindheit anders als auf dem Land. Die Stadt stellt sich hier als Handlungsraum dar, die Kinder bewegen sich und agieren in den Straßen und zwischen den Häusern und die Stadt ist auch selbst Teil der Geschichte. Für mich machen „Stadtgeschichten“ die Kinderbuchwelt noch bunter und diverser und nehmen noch mehr Kinder mit auf viele wunderschöne Buchreisen.

Im Eichhörnchenverlag sind übrigens kürzlich gleich zwei Bilderbücher für junge Stadtpflanzen erschienen: STADTSPAZIERGANG und UNTERWEGS von Karoline E. Löffler. Habt ihr sie schon entdeckt?

PS: Wir sind auch in diesem Jahr wieder bei der BuchBerlin dabei. Besucht uns doch gern! Die BuchBerlin findet in diesem Jahr am 17. und 18. September in der ARENA Berlin statt. Tickets gibt es hier.

Beitragsautorin: Katharina Schulze

Denken wir an die Bücher unserer Kindheit zurück und überlegen, welche Charaktere es in ihnen gab, fällt auf, dass sich zahllose Tiere darunter befinden. Tatsächlich kommen nur etwa zehn Prozent aller Bilderbücher ohne tierische Figuren aus. Je älter dann die Zielpersonen eines Buches sind, desto weniger Tiere kommen vor. Bei Pippi Langstrumpf sind die Tiere zwar nicht die Hauptfigur, aber wichtige Begleiter mit spezifischen Eigenschaften. Bücher für Lesende in der Pubertät drehen sich dann stärker um die menschliche Identität und Identitätssuche. (1)

Dabei können die tierischen Buchhelden ganz verschiedene Funktionen übernehmen. Gerade in Märchen und Fabeln dienen sie als Symbole oder lehrreiche Beispiele. Als Hauptfiguren werden sie häufig anthropomorph, das heißt mit menschlichen Verhaltensweisen, dargestellt. (2) Auch können die Tiere Speziengrenzen überschreiten, zum Beispiel eine Beziehung zu Menschen eingehen oder ihre Gestalt wandeln, etwa wenn die Söhne des Königs in „Die sechs Schwäne“ zum eigenen Schutz Tiergestalt annehmen müssen oder im Märchen „Vom Fischer und seiner Frau“ ein verzauberter Prinz in Fischgestalt die immer weitreichenderen Wünsche einer Fischersfrau erfüllen muss.(3)

Generell lässt sich mit Tieren eine Geschichte leichter verständlich erzählen, die Kinder können sich mit den Tieren zugewiesenen Rollen leicht identifizieren. Die Distanzierung durch ein Tier regt zudem ihre Fantasie an. Dabei müssen die Autor*innen eine gewisse Verflachung und Klischierung durch die Konzentration auf eine bestimmte Eigenschaft in Kauf nehmen. Dies hilft Kindern aber, zum Beispiel mit Ängsten umzugehen und sich diesen zu stellen. Psychologen nehmen aus diesem Grund gerne Tiere als Beispiele, wenn sie mit Kindern arbeiten. (1)

Zudem fällt die Identifikation mit tierischen Helden leichter, weil man ihnen auf den ersten Blick bestimmte Eigenschaften zuordnen kann. Die Maus zum Beispiel ist klein, harmlos und niedlich und eignet sich daher hervorragend als Identifikationsfigur für kleine Kinder. Ob man hingegen einen Menschen mag, hängt von vielen komplexen Faktoren ab. (2)

In den 1970-er Jahren war diese Art der Darstellung umstritten, Rufe nach einer neuen, literarischeren, wenn man so will auch politischeren, aufgeklärteren Kinderliteratur wurden laut. Tierbücher galten damals als zu harmlos, um das zu vermitteln, was man damals Kindern vermitteln wollte. Gefragt war vor allem eine realistische Darstellung und Tiere sprechen in der „richtigen Welt“ nun mal nicht. (4) Diese Ansicht konnte sich nach einem Blick in neuere Kinder- und Bilderbücher aber nicht halten.

Auch im Programm des Eichhörnchenverlags finden sich viele Bilderbücher, in denen Tiere die Hauptakteure sind. Im Alltag vom KLEINEN LÖWEN WILLIAM erkennen Kinder ihren eigenen Alltag, in der GESCHICHTE VON TUI-TIU stellt sich die Frage nach der eigenen Herkunft und Familie und bei İDA’NIN YOLU / IDAS WEG ist das Reh Ida stellvertretend auf der Suche nach seinem eigenen Weg ist, den jedes Kind geht. Auch unser gerade erschienenes Bilderbuch MONSTER UND MAUS kommt nicht ohne ein kleines Nagetier aus.

Die ersten Bücher mit tierischen Helden, die wir liebten, waren übrigens bei mir ganz klassisch Die kleine Raupe Nimmersatt und später Bernhard und Bianca – Die Mäusepolizei (hier zeigte sich schon früh mein Faible für Krimis). Bei Nina waren es Piepmatz wie heißt du und Peter Hase. Mehr dazu könnt ihr auch hier lesen.

Beitragsautorin: Katharina Schulze

Quellen

(1) Hürlimann, Christa: Tiere in Kinderbüchern. Von mutigen Mäusen und ängstlichen Wölfen, 21. März 2019, unter: https://www.schweizer-illustrierte.ch/family/alltag/von-mutigen-mausen-und-angstlichen-wolfen (letzter Aufruf: 08.08.2022)

(2) Britta von Leseliebe: Warum Kinder Tiere (im Kinderbuch) lieben., unter: https://www.leseliebe.de/artikel/warum-kinder-tiere-im-kinderbuch-lieben (letzter Aufruf: 08.08.2022).

(3) Bartosch, Roman: Mensch und Tier in Kunst und Literatur., 1.12.2020, unter: https://www.bpb.de/themen/umwelt/bioethik/321737/mensch-tier-in-kunst-und-literatur/ (letzter Aufruf: 08.08.2022).

(4) Hahn, Karin: Ehrliche Freunde, kluge Ratgeber, listige Feinde., 25.10.2014, unter: https://www.deutschlandfunk.de/tiere-in-kinderbuechern-ehrliche-freunde-kluge-ratgeber.1202.de.html?dram:article_id=301386 (letzter Aufruf: 08.08.2022).

Wir freuen uns riesig, denn ich bin aus der Elternzeit zurück und wir sind wieder zu zweit im Verlag. Gefeiert haben wir das mit einem kleinen Fotoshooting in der wunderschönen Sommersonne. Auf Instagram könnt ihr noch mehr Bilder bewundern.

Viel ist passiert in den fast 1, 5 Jahren, in denen ich weg war. Mein großes Kind ist noch viel tiefer in die Welt der Bilderbücher eingetaucht. Das liebste Buch aus dem Eichhörnchenverlag ist unser Spiel-Bilderbuch STADTSPAZIERGANG, weil es in diesem einfach so viel zu entdecken gibt. Und weil auch Autos darin zu sehen sind und das Kind dafür, ganz im Gegensatz zur Mama, ein großes Interesse entwickelt hat. Das Kleine liebt besonders den Klassiker LANDTIERE und erkennt darin sogar den Hund von Oma und Opa wieder.

Im Verlag ist neben dem Stadtspaziergang noch das Bilderbuch UNTERWEGS von Karoline E. Löffler erschienen und es schwirren noch ganz viele Ideen in den Köpfen herum, die langsam Gestalt annehmen. Es wird in diesem Jahr also noch einige Neuerscheinungen geben, die darauf warten, von euch entdeckt zu werden. Ich bin jedenfalls schon mächtig gespannt auf all die kommenden Projekte, Gespräche und Veranstaltungen und freue mich wahnsinnig, wieder dabei zu sein.

PS: Besucht uns doch live und in Farbe auf der BuchBerlin und bei Schöne Bücher Potsdam. Wir sind dabei.

Beitragsautorin: Katharina Schulze

Als wir im Mai auf unserem Blog von der Odyssee des STADTSPAZIERGANG berichteten, rangen wir noch mit uns.

Hin- und hergerissen waren wir zwischen dem Wunsch, immer perfekte Bilderbücher für euch zu machen und dem gleichzeitigen Widerwillen dagegen, eine ganze Auflage eines fabelhaften Buches wegen eines kleinen Fehlers zu vernichten und dieses Buch womöglich niemals wieder zu verlegen.

Jetzt ist die Entscheidung gefallen und der STADTSPAZIERGANG von Karoline E. Löffler ist endlich da!

Mit Kurven, vor allem aber mit zauberhaften Stadtszenen voller erzählender Bildmomente kann das Spielbilderbuch als preisreduziertes Defektexemplar (auch von Buchhandlungen) direkt über den Verlag bezogen werden.

Schon erreichen uns die ersten Rückmeldungen von kleinen Kindern, bei denen der STADTSPAZIERGANG als neues Lieblingsbuch jede Nacht neben dem Bett liegen muss und größeren Kindern, die mit diesem Buch das Erzählen, sogar das Erzählen in einer für sie neuen Sprache entdecken und wir wissen, wir haben uns richtig entschieden.

Übrigens: STADTSPAZIERGANG ist nicht unser einziger Neuzugang! Ebenfalls brandneu und von Karoline E. Löffler ist UNTERWEGS. Ein Silent Book und freundlicher Begleiter für all die kleinen und großen Wege und Reisen im Leben inklusive all ihrer Unabwägbarkeiten, Spannungsmomente und Freuden! Außerdem debütiert Claudia Brüggemann als Kinderbuchautorin und -illustratorin mit einem spritzigen, herrlich absurden und liebevoll einfühlsamen Dialog zwischen MONSTER & MAUS.

Schon entdeckt?

Beitragsautorin: Nina A. Schuchardt

Die besten Bilderbücher sind oft jene, die aus einer spontanen Eingebung der Künstler*innen und Autor*innen entstehen.

Das war bei KLEINER LÖWE WILLIAM von Karoline E. Löffler, welches es sogar auf die Longlist der Schönsten Deutschen Bücher 2021 der Stiftung Buchkunst schaffte, schön zu beobachten.

Mitten aus dem Leben gegriffen erscheint nun ein weiteres Silent Book der Künstlerin im Eichhörnchenverlag: UNTERWEGS.

Kennt ihr das, auf Reisen oder eben einfach von einem Ort zum anderen unterwegs zu sein und plötzlich würfelt das Leben eure geplanten Wege durcheinander? Busse und Bahnen fahren nicht dort, wo sie fahren sollten oder zu ganz anderen Zeiten, die sonst omnipräsenten Taxis scheinen auf einmal wie vom Erdboden verschluckt, das Fahrrad hat einen Platten und eure Navi-App versteht nicht, was ihr von ihr wollt? So ähnlich erging es Karoline E. Löffler, als sie sich nach ihrem Besuch an unserem Stand auf der Frankfurter Buchmesse 2021 auf den Weg nach Hause in Berlin machen wollte. Aus einer einfachen und gut geplanten Fahrt wurde eine lange und spannende Nacht mit anschließendem Spaziergang durch ein erwachendes Berlin.

Wenn Reisepläne sich unerwartet wandeln kann das ziemlich stressig sein oder auch eine aufregende Gelegenheit, das Spontane zu erkunden. Für Karoline E. Löffler war es Inspiration, das besondere Gefühl des Unterwegsseins zu erkunden, die schöne Schwebe des Transits zu kosten.

Denn: Wir sind es fast jeden Tag, mal länger, mal kürzer, mal gern und manchmal widerwillig, allein oder zusammen, mit oder ohne Ziel. Unterwegs.

Auf 10 Seiten werden wir in UNTERWEGS stille Begleiter fantastischer Wesen. Gehen mit ihnen von Buchstabe zu Buchstabe von einem Ort des Dazwischen zum nächsten.

Wohin sind sie, wohin bist du unterwegs?

Wir freuen uns sehr auf UNTERWEGS als einem Bilderbuch für kleine und große Menschen, die die kurzen und langen Wege im Leben lieben und als Reisebegleiter, mit dem wir unsere erlebten Abenteuer noch einmal nachfühlen und neue Pläne schmieden können!

UNTERWEGS von Karoline E. Löffler erscheint vorraussichtlich im Sommer 2022 und ist jetzt vorbestellbar.

Beitragsautorin: Nina A. Schuchardt

Einige von euch fragen sich sicher längst, wann endlich unser für 2021 geplantes Spielbilderbuch STADTSPAZIERGANG von Karoline E. Löffler erscheint. Vielleicht habt ihr schon entdeckt, dass es momentan gar nicht mehr bestellbar ist? Es ist eine lange Geschichte von einer schwierigen Reise…

Die Geschichte des STADTSPAZIERGANGs beginnt im Jahr 2018, als Karoline E. Löffler und ich uns zum ersten Mal trafen. Die Idee eines Bilderbuchs mit Stadtszenen, wie die Künstlerin, wie wir alle sie täglich erleben können, wenn wir durch die Städte unserer Wahl streifen, war schnell geboren. Wir wollten ein Bilderbuch, das das Leben in seiner Mannigfaltigkeit abbildet. Wir wollten die unterschiedlichsten Menschen in den unterschiedlichsten Umständen und Situationen darstellen. Die ersten Entwürfe waren bald erarbeitet.

Dann wollten wir noch weiter gehen. Wollten ein Bilderbuch, welches die Kinder nicht nur betrachten, sondern in welches sie eintauchen, in welchem sie ihre eigenen Lebenswelten nachempfinden, nachspielen könnten. So wuchs das Format (Der STADTSPAZIERGANG hat ein Format von 22 x 50 cm.) und die Idee von Spielfiguren und einem Spielbilderbuch war geboren.

Neun Personen – Kinder und Erwachsene – stellten uns Fotos von sich zur Verfügung, die als Zeichnungen genau jene charmant-lebendigen Figuren wurden, die wir uns für das Buch gewünscht hatten. Darüber hinaus entstanden einige Blankofiguren, damit jedes Kind später die Möglichkeit bekommen sollte, sich selbst oder eben eine Figur nach der ganz eigenen Vorstellung durch unsere fiktive Stadt spazieren zu lassen.

All das war ein langer Prozess, der nun längst abgeschlossen ist und wir sind zufrieden und stolz auf das Ergebnis, ABER:

Neben der inhaltlichen Entwicklung gilt es immer auch deren physische Umsetzung zu planen und die hatte es mit dem STADTSPAZIERGANG in sich. Wir sind froh und dankbar, mit der Druckerei Sachsendruck in Plauen einen Partner an unserer Seite zuhaben, der viel Erfahrung mitbringt, für das Medium Pappebuch brennt und immer bereit ist, auch die ungewöhnlichsten Vorschläge zu berücksichtigen und auszuprobieren. Zum Beispiel auch bei unserem Pappebuch WINDKIND, bei welchem wir unterschiedliche Kartonsorten verarbeiten und ihm so seine besondere Form zwischen Bilderbuch und Lyrikbuch geben konnten. Danke dafür! Und trotzdem war es kein leichter Weg. Zuerst dachten wir daran, ein Leporello zu machen. Das war aber wegen fehlender Maschinen für solch ein großes Format bald verworfen. Auch eine klassische Pappebuchbindung kam in der gewünschten Größe nicht infrage. Eine Drahtkamm- oder Wire-O-Bindung war genau das, was wir brauchten. Diese Bindung überzeugte uns, neben der Machbarkeit, wegen der großen Flexibilität. Unser 8-seitiges Pappebuch konnte damit tatsächlich vollständig aufgeklappt und zum Spiel als Kulisse aufgestellt werden. Die Stabilität der Seiten stellte uns trotzdem noch vor eine Herausforderung. Bei klassischen Pappebüchern werden immer zwei Kartonseiten gegeneinander geklebt, um so ein stabiles Blatt mit zwei bedruckten Seiten zu erhalten. Dieser Vorgang des Verklebens heißt Kaschieren. Mit diesem Verfahren erhalten wir in der Regel stabile Pappebücher, die für alle Anforderungen in den Händen kleiner Kinder gut gewappnet sind. Mit zunehmender Länge der Seiten werden diese aber trotzdem relativ flexibel oder weicher und wir beschlossen, eine dritte Pappe in die Seiten einzuarbeiten, ein Rückgrat gewissermaßen. Dies ist ein Verfahren, welches wir übrigens auch bei İDA’NIN YOLU / IDAS WEG angewandt haben. Dort allerdings wegen des kleineren Formats, mit geringerem Aufwand und auch aus anderen Gründen, die hier beschrieben sind. Sowohl für die Kaschierung im Format des STADTSPAZIERGANGS als auch die Wire-o-Bindung hat unsere Druckerei nicht die passenden Maschinen. Externe Unternehmen wurden darum beauftragt und genau da, ist nun das passiert, weshalb es den STADTSPAZIERGANG immer noch nicht im Handel gibt.

Die kaschierten Seiten haben sich gebogen. Natürlich war vor dem Druck ein Test durchgeführt und ein Dummy hergestellt worden. Kaschiert, geschnitten und gebunden, aber eben in Weiß, sah damit zunächst alles gut aus. Als die bedruckten Seiten aus der Kaschierung zurückkamen, war es dann aber doch anders. Sie alle sind gewellt.

Und nun? Wir wissen es nicht. Unsere Partner versuchen derzeit alles, um den Fehler zu beheben, ob das gelingt, wissen wir nicht. Sollte es nicht gelingen, könnten wir die gesamte Auflage nur als Defektexemplare mit ungewissen Aussichten auf Verkauf fertigstellen. Andernfalls wird der STADTSPAZIERGANG in der Form, auf die wir fast vier Jahre hingearbeitet haben, nie erscheinen. Es ist eine Entscheidung, die uns nicht leicht fällt.

80 Exemplare des STADTSPAZIERGANGs wurden übrigens trotzdem schon gebunden und zum Teil an jene Menschen verschenkt, die an der Entstehung desselben bis hierhin maßgeblich beteiligt waren. Sie wurden mit neugierigen und freudigen Händen entgegengenommen und es sind fraglos wunderschöne Spielbilderbücher, auf die wir stolz sind und an denen wir viel gelernt haben, es sind aber unleugbar auch krumme Hunde.

In unserer Gesellschaft haben es krumme Gurken schwer und ich fürchte, auch krummen Büchern geht es nicht anders. Was meint ihr? Würdet ihr einem krummen Hund ein Zuhause geben?

Beitragsautorin: Nina A. Schuchardt

Natürlich bleibe ich weiterhin Teil der Eichhörnchenverlagsfamilie, aber die nächsten Monate werde ich weniger aktiv am Verlagsgeschehen teilnehmen und mich dafür um einen weiteren kleinen Testleser für unsere Bilderbücher kümmern. Ich freue mich auf dieses neue Abenteuer, denn wie das Vogelpaar Tui und Tiu in unserem dritten Bilderbuch wusste ich, dass dieses kleine Würmchen noch fehlt in meinem Leben und es noch viel schöner machen wird. Gespannt werde ich trotzdem alles Neue verfolgen, was im Verlag in diesem Jahr noch ansteht. Freuen können wir uns zum Beispiel auf ein neues Werk von Karoline E. Löffler, die uns auf einen ganz besonderen Stadtspaziergang mitnimmt.

Beitragsautorin: Katharina Schulze

Liebe Katharina, ich danke dir für die gute Zeit, die vielen Impulse und die leichteren Schultern, die ich habe, seit du wieder ein Teil der Verlagsfamilie bist und ich freue mich auf den Weg, den wir in Zukunft noch gemeinsam gehen werden. Für den Moment wünsche ich dir eine fabelhafte und aufregend-schöne Zeit mit deiner Herz- und Bauchfamilie und sende euch Good Vibes aus der Ferne. Bis bald!

Nina A. Schuchardt

Titelbild: Babybauch in Samt (c) Joseph Bergner.

Die Osterferien sind nah und viele sind pandemiebedingt sowieso die meiste Zeit zu Hause. So auch wir! Wir werden die Ostertage nutzen, um wieder einmal viele Päckchen, Briefe und Karten an Freunde und Familie zu schicken, am liebsten natürlich auf unseren allerneuesten Neuzugängen im Kartensortiment und ihr?

Habt ihr unsere Klappkarten mit Collagen von Elisa Brückner und Gedichten von Gerd Knappe schon entdeckt oder die neuen Postkarten mit dem kleinen Löwen William von Karoline E. Löffler?

Schaut doch mal rein und dann schreibt mal wieder! 😉

Beitragsautorin: Nina A. Schuchardt

Neben dem Glück, an der Entstehung Bücher des Eichhörnchenverlages beteiligt zu sein, habe ich auch einen kleinen Testleser zu Hause, der mit mir immer wieder unsere alten und neuen Lieblinge anschaut. Seit einiger Zeit nun erlebt mein Kind Bücher auch auf eine viel bewusstere Weise und genießt nicht nur die Farben und den Spaß beim Umblättern, sondern entdeckt auch ganz konkrete Tiere und Gegenstände darin.

Es bereitet mir große Freude, meinem Kind dabei zuzusehen, wie es sich mehr und mehr die Welt der Bücher erschließt und manchmal schon vertieft irgendwo in der Wohnung sitzt und konzentriert in einem Buch blättert. Die gelesenen Worte ergeben auf einmal Sinn und werden manchmal direkt in die Tat umgesetzt wie bei den MONSTERKINDERN: „Zwei kleine Monster kuscheln“. Und manchmal müssen wir nach dem Betrachten der LANDTIERE auch direkt die Oma anrufen, denn da gibt es tatsächlich einen Hund, der so ähnlich aussieht wie der von Oma.

Es ist auch immer wieder interessant, wenn wir ein neues Buch haben oder eines aus dem Bestand zum ersten Mal oder nach langer Zeit wieder anschauen zu beobachten, welche Dinge am faszinierendsten sind und am meisten begeistern. Für mich gänzlich unverständlich ist die frühe Liebe meines Kindes zu Autos. Gern sucht es diese in allen Büchern oder Zeitschriften und ist schon sehr enttäuscht, wenn in einem Buch keine zu sehen sind. Zum Glück fährt auch der KLEINE LÖWE WILLIAM an seinem aufregenden Tag ein kleines Rennen in seinem roten Flitzer. Vielleicht auch einmal ein Thema für ein Buch im Eichhörnchenverlag? Es bleibt spannend.

Wir wünschen euch ein wundervolles Wochenende, genießt das warme Wetter und ein schönes Buch!

Beitragsautorin: Katharina Schulze

Titelbild: Bücherregal, (c) Fotografie: Joseph Bergner.