Idas vielgestaltige Wege – Karoline E. Löfflers Vision von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG

Idas vielgestaltige Wege – Karoline E. Löfflers Vision von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG

İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer ist eine leichte, spielerisch-philosophische Geschichte auf Türkisch und Deutsch, die dazu ermuntert, sich selbst zu vertrauen. Es ist außerdem ein Mitmachbuch, das auf allen Seiten viel Platz lässt, um selbst kreativ zu werden. Es darf nach Herzenslust gezeichnet, gemalt und geklebt, Idas Weg weiter gestaltet und den eigenen Ideen und Wünschen nachgespürt werden!

Der Eichhörnchenverlag hat einige Künstler*innen gebeten, Ihre persönliche Vision von Idas Weg zu gestalten. Die Ergebnisse stellen wir euch in der Serie „Idas vielgestaltige Wege“ vor.

Die allerschönste Post bekommen wir stets von Karoline E. Löffler. Meist ist schon dem Umschlag anzusehen: There’s magic inside! und so war es denn auch als wir neulich dieses Exemplar der Geschichte von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG auspackten.

Buchschnitt İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer, bearbeitet von Karoline E. Löffler.

Von außen betrachtet scheint das Buch noch ganz unverändert. Nur am Buchschnitt erkennen aufmerksame Betrachter*innen, dass hier frische Farben zu Gange waren und doch wird spätestens auf der ersten Seite klar: hier ist tatsächlich Märchenzauber am Werk!

Blau sprüht es über dieser ersten Seite 1/2, gleichsam wie aus einem Zauberstab und am Horizont erheben sich sieben funkelnde Berge (Ja, sie glitzern tatsächlich!), besetzt von sieben grinsenden Zwergen, jeder in einer anderen leuchtenden Farbe. Sie sind Vorboten des weiteren Laufs dieser Bilderbuchreise.

Doch noch ist es nicht so weit. Wir blättern um auf Seite 3/4. Wolkig und grau hat Karoline E. Löffler hier ergänzt. Ungewissheit und auch etwas Schwermut liegen in der Luft und wir nehmen sie mit auf Seite 5/6, denn auch hier sieht es noch düster aus und vielleicht ein klein Wenig unheimlich.

Seite 3/4, İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer, bearbeitet von Karoline E. Löffler.

Die feinen schwarzen Zweige hängen tief über dem Weg und scheinen schattig. Am Wegesrand steht ein Schlösschen, dass rosa-perlmuttern schimmert und ich frage mich, ob es das Elternhaus Idas ist, von welchem sie nun zunächst Abschied nimmt oder ist es doch eher das verzauberte Märchenschloss, dass Ida wohlweislich links liegen lässt, weil man bei Märchenschlössern schließlich nie so genau wissen kann, wer tatsächlich darin wohnt und weil es eben auch nicht ihr Weg, ihr Abenteuer ist?

Seite 5/6, İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer, bearbeitet von Karoline E. Löffler.

Doch schauen wir uns den Weg genauer an. Ganz so düster, wie oben beschrieben, ist es auf dieser Seite dann nämlich doch nicht. Die Teppichfragmente, die Fulya Gezer in ihrer Collage schon als Weg angelegt hatte, hat Karoline E. Löffler in leuchtendem Rot, durchsetzt mit einem Musterfragment aus der Vorgabe in Schwarz, zusammengefügt und links und rechts umspielen feine Farblinien den Weg, nehmen zu, je weiter wir nach rechts schauen und künden vom nächsten Bild.

In dieser speziellen Ida-Version in der Bearbeitung von Karoline E. Löffler sind diese Seiten 7/8 in meinen Augen der Höhepunkt. Karoline E. Löffler, für die Märchen grundsätzlich eine besondere Rolle in ihrem Leben spielen (siehe auch ihre Selbstbeschreibung hier) und die eine herausragende Märchenillustratorin und immer im Märchenhaften anleihende Künstlerin ist, sehe ich hier höchstselbst als gute Fee den Zauberstab schwingen und mittels Farbe und Form etwas Schicksalswirbel in die Bude bringen! Besonders gut gefällt mir in diesem Zusammenhang das feine Punktornament am Ärmelsaum der Zauberhand, dass sich auch auf der ersten Seite im blauen Sprühen gezeigt hat und das Ida zuletzt ihre ganz eigene Musik zuträgt. (Siehe die letzte Seite 15/16!)

Von allen Künstlerinnen, die sich der Weiterbearbeitung des Bilderbuchs İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer bisher angenommen haben, ist Karoline E. Löffler übrigens die einzige, die das musikalische Element in dieser Geschichte aufgreift.

Tatsächlich ist die Geschichte Idas für die Autorin/Künstlerin Fulya Gezer in der Entstehung ganz stark mit der Musik Ludwig van Beethovens verbunden gewesen. Daher stammt auch das Notenpapier, aus welchem Ida und manche anderen Collagenelemente entnommen sind. Karoline E. Löffler ist das offensichtlich nicht entgangen und so spielt das Gramophon, wild, laut und fröhlich in wirbelnden Punktlinien, als Ida am Ziel ihres Weges auf einen Freund trifft. Bestimmt werden die beiden gleich gemeinsam von den Seiten und in die Zukunft tanzen!

Liebe Karoline, vielen Dank für deine funkel-fantastische Interpretation von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG! It’s been pure magic!

Allen, die jetzt mehr sehen möchten von Karoline E. Löffler, sei dringend ihr Bilderadventskalender WINTERSCHLOSS (erschienen hier im Eichhhörnchenverlag) sowie ihr im November erscheinendes Bilderbuch KLEINER LÖWE WILLIAM ans Herz gelegt!

Außerdem empfehlen wir euch ihren wunderbaren Instagram-Kanal! Dort bleibt ihr auch über ihre sonstigen Projekte zum Beispiel aus dem Bereich des Produktdesigns und mit anderen Verlagen auf dem Laufenden!

Wer speziell über Karoline E. Löfflers Meisterschaft in der Märchenillustration mehr erfahren möchte, sollte außerdem einmal bei den Kolleg*innen vom Verlag Bibliothek der Provinz vorbeischauen. Dort findet ihr ihn fantastischer Bearbeitung Das Märchen von dem Baron von Hüpfenstich.

Das Mitmachbilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer gibt es selbstverständlich auch zu kaufen, damit ihr euren eigenen Zauber wirken könnt! Hier im Verlagsshop (siehe unten) oder in der Buchhandlung eures Vertrauens. Es ist das perfekte Bilderbuch für alle, die schöne und leicht-philosophische Geschichten und Bilder lieben und die Lust haben selbst zu gestalten sowie für alle, die etwas Abwechslung vom Corona-Blues gut vertragen können.

Wir wünschen euch allen und euren lieben, dass ihr wohlauf seid. Passt auf euch auf!

İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer ist eine leichte, spielerisch-philosophische Geschichte auf Türkisch und Deutsch, die dazu ermuntert, sich selbst zu vertrauen. Es ist außerdem ein Mitmachbuch, das auf allen Seiten viel Platz lässt, um selbst kreativ zu werden. Es darf nach Herzenslust gezeichnet, gemalt und geklebt, Idas Weg weiter gestaltet und den eigenen Ideen und Wünschen nachgespürt werden!

Der Eichhörnchenverlag hat einige Künstler*innen gebeten, Ihre persönliche Vision von Idas Weg zu gestalten. Die Ergebnisse stellen wir euch in der Serie „Idas vielgestaltige Wege“ vor.

Victoria Hohmann mit ihrem Exemplar des Bilderbuchs İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fuly Gezer. Foto: (c) Victoria Hohmann.

Text-based Art. So nennt Victoria Hohmann selbst ihre Kunst. Frei bedient sie sich bei verschiedensten Sprachen in Wort und Bild, nimmt Elemente von konkreter Poesie bis abstrakter Malerei und formt daraus Bilder – Wort-Bild-Collagen -, die formell einfach konstruiert scheinen, dabei aber inhaltlich weit in die Tiefe fassen. Jedes Teil sitzt. Jedes Teil bedeutet.

Ein wichtiges Gestaltungsmittel ist für Victoria Hohmann ihre Schreibmaschine, mit der sie Buchstaben und ganze Wort frei auf der Fläche des Blattes verteilt. Gleichfalls wichtig ist ihr die Wahl des Materials, oft des Papiers, auf welchem sie arbeitet. Sie selbst sagt in einem ihrer YouTube-Videos, dieses Sammeln verschiedener Papiere könnte man auch als Horten bezeichnen. Zu den Themen, die sie bisher künstlerisch umgesetzt hat, gehören Fragen zu Identität, Umweltpolitik, Tagespolitik und Gesellschaftskritik. Manches von alledem findet sich auch in ihrer Version von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG.

Nicht vorenthalten wollen wir euch, dass Victoria Hohmann neben ihrer Tätigkeit als freie Künstlerin auch Autorin und Verlegerin ist. Ihr VHV-Verlag gehört zu unseren absoluten Lieblingsverlagen.

Es ist uns eine große Freude, dass Victoria Hohmann sich auf die Bitte eingelassen hat, unser Mitbachbilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer in ihrer besonderen Sprache zu interpretieren. Das Ergebnis könnt ihr im Folgenden bestaunen!

Idas Geschichte beginnt mit einer Walnuss und so setzt auch die Künstlerin ihre Gestaltung auf Seite 1 bei der Walnuss an. Das türkische Wort „ceviz“ (Walnuss) setzt sie per Schreibmaschine auf ein braunes Stück (Pack-)Papier, das sie in die Form einer Nuss reißt. Mit dem Bleistift kommen noch einige Linien hinzu, die an die Struktur der Schale erinnern. Das Wort wird ins Bild gesetzt.

Mit dem deutschen Wort Walnuss beginnt sie ein lautmalerisches Spiel. Die „wahlnuss“ entsteht, die Idas Entscheidung zum Aufbruch in die Geschichte markiert. Zwei weitere neue Worte finden sich im Bild. Das Wort „ööööde“, dass das „ö“ so sehr dehnt, dass man die Zähigkeit des Zeitflusses förmlich spüren kann und das die alltägliche Langeweile Idas markiert sowie das Wort „peanuts“. Der Anglizismus „peanuts“ meint Kleinigkeiten von geringer Bedeutung. Wenn man der üblichen Leserichtung von oben nach unten folgt, entpuppt sich diese „peanut“, die auf die anfängliche „ööööde“ folgt, aber dann doch als gar nicht ganz so unbedeutende „wahlnuss“. 😉

Beachtenswert ist auch das weiße Papier mit den schwarzen Farbspuren, aus welchem Victoria Hohmann neue Stämme für Idas Wald collagiert hat. Ich frage mich, ob die schwarze Farbe wohl mittels Frottage auf das Papier gelangt ist und wenn ja, ob die Struktur einer Baumrinde durchgerieben wurde.

Im Bild auf Seite 2 scheint zunächst gar nicht so viel verändert, aber dann offenbart sich doch ein Rufen. Wer ruft dort nach Ida? Ist es der Wald? Die Freiheit? Das Abenteuer? Ich fühle mich an den Chor in der griechischen Tragödie erinnert…

Auf der folgenden Seite verzichten die Ergänzungen auf Wortelemente. Dafür tauchen wiederum neue Bäume auf. Dieses Mal werden die Baumkronen von einem geometrischen Muster geformt.

Geometrische Muster sind ein übliches Gestaltungsmittel der islamischen Kunst, in welcher vielerorts figürliche Darstellungen vermieden werden. Dies gilt insbesondere für Darstellungen Allahs und Mohammeds. In diesem Zusammenhang hat sich in der islamischen Kunst eine Vielfalt faszinierender mathematisch komplexer geometrischer Ornamente entwickelt. Ob es sich bei dem hier verwendeten Musterausschnitt tatsächlich um ein im Kontext islamischer Kunst entstandenes Ornament handelt, kann ich zwar nicht beurteilen, ich denke aber, ohne Zweifel steht es hier als Hinweis auf die islamischen Anteile türkischer Kultur.

Teile eines Baumstammes auf Seite 3 werden von Ausschnitten einer Fotografie unserer Erde gebildet. Das Blau des Planeten vor dem tiefen Schwarz des Alls korrespondiert mit den Farben im Bild auf Seite 4, wo ein blauer (erdgebundener) Baum sich vor dem schwarzen Nachthimmel abhebt. Ein gelungenes Farbspiel, das außerdem an einige andere Arbeiten Victoria Hohmanns erinnert, in welchen sie sich damit auseinandersetzt, wie wir mit unserer Umwelt und unserem Planeten umgehen. Auch in diesen Arbeiten greift sie auf ganz unterschiedliche Weise auf Darstellungen von Bäumen und des Planeten Erde zurück. Ganz aktuell kann man auf Instagram beobachten, wie sie unter dem Titel „Spuren intelligenten Lebens“ mit dem Material Erde arbeitet. (Follow-Empfehlung!)

Auf den Seiten 5 und 6 bedient sich die Künstlerin wiederum an den vorgefundenen Farben (vornehmlich schwarz und rot) und setzt diese auch in ihren Ergänzungen um. Dieses Vorgehen, lässt sich von hier an auf allen folgenden Seiten deutlich beobachten. Auch die geometrischen Muster von den Vorgängerseiten kommen in loser Streuung noch einmal vor. Dieses kleine referenzielle Intermezzo läuft sich hier allerdings aus. Das Wort „orman“ (Wald) wird hervorgehoben und der endlich vollzogene Beginn der Reise wird mit dem Wort „unterwegs“ markiert, dass ebenfalls dem Text entnommen ist.

Auf der Seite 5 beginnt Victoria Hohmann mittels ihrer ergänzten Textfragmente auch eine neue Erzählebene einzuflechten, die ich als eine Darstellung der mentalen Prozesse Idas interpretiere. Hier lese ich ein langes „ooooh“, dass mir ein Ausdruck von Staunen und Wundern zu sein scheint. Auf Seite 7, wo Ida vor eine Wahl gestellt wird, mäandert das Wort „oder“. Auf Seite 11 werden „idas ideen“ als Teil ihres Weges ins Bild gesetzt.

Meine persönlichen absoluten Lieblingsseiten in Victoria Hohmanns Version von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG sind aber die Seiten 13/14. Gar nicht unbedingt wegen des wunderbaren Eichhörnchens, was ich natürlich als herzlichen Gruß an den Eichhörnchenverlag verstehe (Vielen Dank dafür! 🙂 ), sondern weil hier nun wirklich ganz viel Leben drin steckt. Alles ist irgendwie ein wenig aufgeregt, alles kommuniziert. Plötzlich ist es les- und auch fühlbar, dass sich der Konflikt der Geschichte aufgelöst hat und Erleichterung Platz findet. Der Chor der griechischen Tragödie ist wieder da und ruft oder seufzt ein erleichtertes oder überrascht willkommen heißendes „ooooooh ida“. Der Weg, den die Künstlerin auch als „ausweg“ und „raus[-]weg“ bezeichnet und der in der Geschichte ja auch nur deshalb ein guter Weg für Ida wird, weil sie es schafft ihn neu und ganz eigen zu denken, bricht auch in den Ergänzungen mit allen Vorgaben, indem er erst aus der Lineatur des Papiers und dann sogar ganz von dem Notizpapier ausbricht. Idas Weg, der ein vielstimmiges Eigenleben erhalten hat, flüstert „goldrichtig“ und mir scheint das weniger einige Ermunterung für Ida zu sein, sondern vielmehr für uns Betrachter*innen die Benennung einer Tatsache, die Ida längst schon im Gesicht steht und die dann auch in der Materialwahl für den Baum am rechten Bildrand auf Seite 14 visuell umgesetzt ist. Für mich ist das der eigentliche Höhepunkt der Geschichte, die Auflösung des Dramas. Die folgende Einkehr im „Idyll“ auf den Seiten 15/16 ist fast schon nur noch Epilog, aber auch hier lohnt es noch einmal genau hinzuschauen.

Der Wunsch-Ort, den Victoria Hohmann für Ida entwirft ist gefüllt mit den schönen Begriffen „träume“, „liebe“ und „happy“ und damit als freundlicher und angenehmer Ort gekennzeichnet, aber er ist – und das finde ich spannend – auch ein Ort, der immer noch dynamisch ist. Ein Wind scheint durch das Bild zu wehen und an mehreren Stellen finden sich „ideen“ bzw. „i mag ination“. Es ist ein Ort der andauernden Entwicklung, in dem geforscht, gespielt und ausprobiert werden kann. Passend dazu wiederholt sich auf Seite 15 immer wieder die Silbe „da“ und assoziiert dabei nicht nur das da(sein), also angekommen sein, sondern auch die ständig dekonstruierende, dabei ja aber auch stetig erneuernd-schöpferische Kunstform Dada(ismus).

Zuletzt sei noch auf den Mund hingewiesen, denn er ist ein Beispiel jener Methode, die Victoria Hohmann innerhalb ihrer Text-based Art als Schreibmaschinenmalerei bezeichnet. Eine spannende Form, die mich an die eingangs erwähnte konkrete Poesie, aber auch an Disegno als Theorie über die Zeichnung als unmittelbaren Ausdruck des Geistes über die Hand denken lässt.

Mehr Schreibmaschinenmalerei und überhaupt Kunst von Victoria Hohmann gibt es hier:

Auf ihrer Website: victoriart.de

Auf YouTube

Auf Instagram

Mehr über Victoria Hohmanns Verlag gibt es unter: vhv-verlag.de

Liebe Victoria, vielen Dank für diese Einblicke in deine Interpretation von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG, die soviel Anlass zum Staunen, Wundern und Nachdenken gibt! Wir wünschen dir noch viel Freude an deinem einzigartigen Bilderbuch!

Das Mitmachbilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer gibt es selbstverständlich auch zu kaufen! Hier im Verlagsshop (siehe unten) oder in der Buchhandlung eures Vertrauens. Es ist das perfekte Bilderbuch für alle, die schöne und leicht-philosophische Geschichten und Bilder lieben und die Lust haben selbst zu gestalten sowie für alle, die etwas Abwechslung vom Corona-Blues gut vertragen können.

Wir wünschen euch allen und euren lieben, dass ihr wohlauf seid. Passt auf euch auf!

İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer ist eine leichte, spielerisch-philosophische Geschichte auf Türkisch und Deutsch, die dazu ermuntert, sich selbst zu vertrauen. Es ist außerdem ein Mitmachbuch, das auf allen Seiten viel Platz lässt, um selbst kreativ zu werden. Es darf nach Herzenslust gezeichnet, gemalt und geklebt, Idas Weg weiter gestaltet und den eigenen Ideen und Wünschen nachgespürt werden!

Der Eichhörnchenverlag hat einige Künstler*innen gebeten, Ihre persönliche Vision von Idas Weg zu gestalten. Die Ergebnisse stellen wir euch in der Serie „Idas vielgestaltige Wege“ vor.

Eine der ersten, die ein Exemplar von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG für uns gestalteten, war die großartige Künstlerin und Grafikdesignerin Kiri Li und ihren Sohn Rio.

Die beiden haben schon etwas Übung im gemeinsamen Gestalten, wobei sie von der gegenseitigen Freude an den Bildern der/des jeweils anderen getragen werden. Also haben sie ihre liebsten Acryl-Stifte ausgepackt und einfach drauflos gemalt.

Rios frei wirbelnde Linien und Strukturen wurden von Kiri Li aufgegriffen, weitergeführt und auf allerlei Weisen transformiert. Die Verzahnung der so entstandenen Muster und Figuren mit den Bildern Fulya Gezers ist bemerkenswert. Man könnte sagen, die vielen kleinen Samen, die Fulya Gezer in Form der unterschiedlichen Muster, Strukturen und Techniken in ihre Bilder gestreut hat, sind hier voll aufgegangen und treiben die schönsten Blüten. In diesem so neu entstandenen Bilderkosmos hat IDA auch einen großen, leisen und freundlich-neugierigen Freund an ihre Seite bekommen und ich frage mich, ab er wohl bis zum Ziel ihrer Reise bei ihr bleibt?!

Das ganze Ergebnis spricht in jedem Fall von der wilden und freudvollen Kreativität Rios und von Kiri Lis großer Lust an künstlerischem Austausch, dem Spiel mit „fremden“ Impulsen und der Notwendigkeit sich auf immer wieder neue Situationen stets aufmerksam und unvoreingenommen einzulassen.

Liebe Kiri, lieber Rio, vielen Dank für diese Einblicke in eure fantastische Interpretation von İDA’NIN YOLU / IDAS WEG! Wir wünschen euch noch viel Freude an eurem einzigartigen Bilderbuch!

Das Mitmachbilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG von Fulya Gezer gibt es selbstverständlich auch zu kaufen! Hier im Verlagsshop (siehe unten) oder in der Buchhandlung eures Vertrauens. Es ist das perfekte Bilderbuch für alle, die schöne und leicht-philosophische Geschichten und Bilder lieben und die Lust haben selbst zu gestalten sowie für alle, die etwas Abwechslung vom Corona-Blues gut vertragen können.

Wir wünschen euch allen und euren lieben, dass ihr wohlauf seid. Passt auf euch auf!

Manche Projekte brauchen einfach etwas länger. Darunter auch dieses eine Bilderbuch, dass quasi schon seit Verlagsgründung immer irgendwo im Hintergrund lag, reifte und nach seiner Geburtsform suchte. Eine Geschichte, Gedichte, Texte gab es nicht dazu, aber eine Idee von Wind und Wolken und das Wissen, dass es genau eine Künstlerin gibt, deren Handschrift diese Idee in Bilder gießen kann: Elisa Brückner!

So viele ihrer Bilder atmen den Wind förmlich ein und wieder aus, wehen durch das Haar und um die Nasenspitze! (Zumindest ist das ein inneres Bild, dass sich von ihrem Werk formen kann.) Immer wieder kehren Blautöne an weiten Himmeln und Meereslandschaften in ihre Bilder ein, lassen Weite und frische Brisen im Kopf entstehen.

Wir schätzen uns sehr glücklich, dass der äußere Eindruck der Windverbundenheit von der Künstlerin selbst geteilt wird und dass sie zugestimmt hat, ein Wind-Bilderbuch mit dem Eichhörnchenverlag zu veröffentlichen!

WINDKIND von Elisa Brückner und Gerd Knappe wird voraussichtlich im Herbst dieses Jahres erscheinen. In Kürze verraten wir euch mehr dazu!

Einen klitzekleinen Eindruck könnt ihr hier schon erhaschen:

Ohne Titel aus der Serie WINDKIND (Ausschnitt), Collage von (c) Elisa Brückner.

Liebe Elisa, herzlich willkommen in der Verlagsfamilie! Es ist uns eine große Freude, dass du uns an deinen Bildern teilhaben lässt!

Elisa Bückner

Malerei und Grafik studierte Elisa Brückner an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Kunstpädagogik und Französisch an der Universität Osnabrück. Heute lebt und arbeitet sie in Berlin und Brandenburg. Gemeinsam mit ihrer Schwester führt sie das Geschäft Mabellevie für antike Möbel in neuen Gewändern und Kunstgegenstände in der Togostr. 6, 13351 Berlin.

Elisa Brückner arbeitet bevorzugt auf Holz, worauf sie mit handgeschöpften Papieren collagiert und mit Kreidefarben, manchmal auch mit Aquarellfarben ihre malerische Bildwelt aufspannt. Die so entstehende Kunst ist sanft-mutig, strukturstark, zart und sehr fokussiert. Sie ist außerdem im besten Sinne persönlich. Deutlich spüren die Betrachter*innen die Verbundenheit der Künstlerin mit den Elementen Wasser und Wind, mit bestimmten Tieren und Pflanzen, deren persönliche Bedeutsamkeit aus ihrer stetigen Wiederholung spricht. Ihnen und besonders auch den menschlichen Figuren Elisa Brückners ist deutlich anzusehen, dass die Künstlerin ihre ganze Bildsprache und deren Kraft, Schönheit und leise Selbstgenügsamkeit aus der Introspektive, aus dem tiefen Schöpfen in der eigenen Seele gewinnt.

Ihre Motivation künstlerisch zu gestalten beschreibt Elisa Brückner selbst wie folgt:

„Auf die Frage, warum ich als Künstlerin mein Leben beschreiten will, kann ich nichts anderes antworten, als: Ich kann nicht anders. Ich weiß, dass ich ein feinfühliges Herz besitze, dass ich diese Welt als einen Ort begreife, sehe und wahrnehme, der mein gesamtes Dasein erfüllt. Ich suche und habe immer gesucht… nach einem Weg, das zu sagen. Nach einem Weg, alles aufzunehmen, festzuhalten, es ein bisschen zu feiern, ehe es dem Moment entschwindet. […] Ich will zurückgeben, mich zu einem fühlenden und lebendigen Teil dieses Ganzen machen. Dafür brauche ich die Kunst. Für die tiefsten Tiefen des Lebens, für die luftigen Höhen des Schönen, für die Preisung. Für das Erkennen. Für das Spiegeln, für das Ruhig-Werden. Ich träume von einer Kunst, die sinnlich ist, ästhetisch, sanftmütig und traurig. Eine Kunst, die so ist, wie wir Menschen. Ein bisschen verschleiert und geheimnisvoll. Mit vielen Schichten. Eine Kunst, die diese Schichten durchdringt und das leise hervorholt, was in uns allen schlummert. Die Sehnsucht.“

Und ihr habt es doch gemerkt!

Es war still auf unserem Blog in den vergangenen Wochen, ja Monaten. Zuerst hatten wir mit den Vorbereitungen der Leipziger Buchmesse zu tun, dann wurde die Messe abgesagt und es folgte ein großes Loch voller Fragezeichen. Mit der Einführung der Kontaktsperre und der Aussetzung fast des gesamten öffentlichen Lebens wurde dann für uns alle viel Alltag plötzlich gestrichen und auf den Kopf gestellt. Inzwischen geht es wieder einigermaßen hier im Eichhörnchenverlag. Wir haben uns neue Alltagsstrukturen aufgebaut, haben viel Post verschickt und bekommen und sind jetzt Profis in Fragen des Long-Distance-Kontakts. Es ist deutlich weniger möglich als zuvor, auch mit Blick auf das Arbeitspensum, aber einiges geht eben doch und darum soll es dann nun auch mit dem Blog weiter gehen. An Themen schließlich mangelt es nicht!

Es blüht – auch in der Krise – viel Schönes gerade im Buchbereich und im Netz! Wir möchten euch heute darum dringend ans Herz legen, den Blog unserer Autorin und Illustratorin Fulya Gezer kennenzulernen! Unter www.fulyaswork.wordpress.com stellt sie auf Deutsch und Türkisch ihre verschiedenen Projekte aus dem Bereich der Kunst und Kunstpädagogik vor.

Ihr jüngster Post handelt von ihrem, dieses Frühjahr im Eichhörnchenverlag erschienenen Bilderbuchdebüt, dem Mitmachbilderbuch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG .

Von wunderschönen Fotos des Buches begleitet schreibt sie dort:

Wie können wir der Kreativität in uns vertrauen? Wie erreichen wir die Anfänge der Wege unserer Vorstellungskraft, die wir zwar in uns spüren können, von denen wir aber noch nicht wissen, wie sie verlaufen und wohin genau wir auf diesen Wegen gehen können?

İDA’NIN YOLU / IDAS WEG ist ein Bilderbuch, dass ich illustriert und geschrieben habe. Es entstand in der Zeit von März bis Juli 2018 als meine Bachelor-Arbeit im Studiengang Kunstpädagogik. Idas Weg ist ein künstlerisches Mitmachbilderbuch für Kinder. Es darf auf den Seiten dieses Buches frei geklebt, gezeichnet, geschrieben und gemalt werden, was und wie ihr wollt!

Die Hauptfigur der Geschichte ist das Rehkitz Ida. Ida ist gelangweilt von der ewigen Routine aller Tage, bis an einem solchen Tag eine Walnuss am Rand des Weges ihre Aufmerksamkeit auf sich zieht. Die Linien auf der Walnussschale bringen Ida auf die Idee, sich selbst auf den Weg zu machen…

Die weitere Entdeckung der Geschichte überlasse ich euch Leser*innen und wünsche euch freudvolles Lesen, Zeichnen, Schreiben :).

(c) Fulya Gezer.

Außerdem beteiligt sich der Eichhörnchenverlag an der Kampagne #starkfürsbuch auf Facebook und Instagram initiiert vom Kindermann Verlag und mit vielen weiteren tollen Teilnehmer*innen.

Unser Beitrag zu dieser schönen Kampagne besteht aus drei Videos mit dem Thema: „Kunst, die glücklich macht, zum Wochenstart – Einblicke in die private Bildersammlung der Verlegerin Nina A. Schuchardt für kleine und große Menschen.“

Video Nr. 2 und 3 könnt ihr am Montag, den 27. April und 4. Mai, jeweils um 13:00 Uhr erwarten. Bis dahin dann hoffentlich auch mit vernünftigem Mikro… 😉

Video Nr. 1 findet ihr derweil bereits im Netz zum Beispiel auf unserem nigelnagelneuem YouTube-Kanal! 🙂

Liebe Freund*innen des Eichhörnchenverlags, haltet die Ohren steif und seid gut zu euch und euren Lieben. Eure Nina

Headerbild: Eichhörnchen. Zeichnung von (c) Susanne Haun.

Vorfreude steht uns im Gesicht, denn eine Neuerscheinung ist unterwegs!

İDA’NIN YOLU / IDAS WEG erscheint im März 2020 und wird auf der Leipziger Buchmesse zum ersten Mal zu bestaunen sein.

Fulya Gezers Geschichte vom Rehkitz Ida handelt davon, wie es ist, seinen eigenen Weg zu gehen. Von Selbstfindung erzählt sie, von Wünschen, Träumen und Vorstellungen und davon, wie diese sich bei uns allen voneinander unterscheiden.

Das Bilderbuch sieht viel freien Gestaltungsraum vor, welchen die Kinder nach Herzenslust selbst füllen und formen dürfen. Dieser Umstand machte eine spezielle Bindung des Buches notwendig, welche wir nächstes Mal näher Vorstellen werden.

İDA’NIN YOLU / IDAS WEG wird zweisprachig erscheinen, nämlich auf Türkisch und Deutsch. Auch das ist ein Novum für den Eichhörnchenverlag und wir freuen uns sehr, auf diese Weise gleich zwei Sprachräumen die Entdeckung der Geschichte von İda / Ida zu ermöglichen! Außerdem freuen wir uns mit İDA’NIN YOLU / IDAS WEG einen Anlass zu interkulturellem Gespräch und Lust am Entdecken fremder Sprachen anbieten zu können. Uns hat es schon gepackt!

Wir sind schon sehr gespannt darauf, an welchen unterschiedlichen Orten İDA’NIN YOLU / IDAS WEG in Kinderhände kommen und wie diese Hände die Geschichte vereinnahmen und formen werden!

Blick ins Buch İDA’NIN YOLU / IDAS WEG (Entwurf) von Fulya Gezer, Collagen (c) von Fulya Gezer, Satz + Layout Antje Rother.

Hier könnt ihr İDA’NIN YOLU / IDAS WEG ab sofort vorbestellen, um im März zu den ersten zu gehören, die mit İda / Ida auf Reisen gehen.

Am 14. März wird İDA’NIN YOLU / IDAS WEG auf der Leipziger Buchmesse zum ersten Mal öffentlich von Fulya Gezer gelesen. Kommt vorbei. Wir freuen uns auf euch! Hier geht es zu den Veranstaltungsdetails.

Warten und warten, das gespannte Kitzeln der Vorfreude kosten.

Bald schon kommt sie, die Weihnachtszeit und mit ihr das Weihnachtsfest, dass für viele Kinder, das schönste Fest des Jahres ist, oft wichtiger, als der eigene Geburtstag. Für viele beginnt diese schöne Zeit immer genau am 1. Dezember mit dem Öffnen des ersten Kalendertürchens barfuß und noch mit Schlaf in den Augen. Manchmal ist die Entdeckung des Kalenders an diesem Morgen teil des Zaubers, manchmal wurde der Kalender schon lange vorher aufgehängt, ungeduldig bewundert, still befragt, was er hinter seinen Zahlen verbirgt.

Sneak peek ADVENT AM WALDESRAND von Maike Schuchardt. Collage 2018.

Schön muss er sein, der Adventskalender, wunderschön, denn er erfüllt das Zimmer mit Weihnachtsfunkeln lange bevor ein Weihnachtsbaum sich schmücken ließe. Er lässt jeden Tag ein kleines Stück der süßen Ungeduld kosten, schürt und lindert sie gleichermaßen und wenn wir Glück haben darf er, wenn der Zauber vorbei und schon das neue Jahr auf dem Weg ist, noch etwas bleiben um zu erinnern und zu schmücken.

Wir vom Eichhörnchenverlag lieben schöne Adventskalender! Unsere Adventskalender stammen von den Künstlerinnen Karoline E. Löffler und Maike Schuchardt, die um die besondere Magie fantastischer Bilder in der Weihnachtszeit wissen und diese mit dem Herzen gestalten. Überzeugen Sie sich selbst!

Außerdem glauben wir vom Eichhörnchenverlag, dass ein gutes Bild, ein schöner Prozess niemals qua Vollendung an Bedeutung verliert. Unsere Adventskalender können darum am Rand aufgetrennt werden, wodurch ein Kunstdruck des vollständigen Kalendermotivs zum Vorschein kommt, der Ihnen nachhaltig Freude machen wird.

Ich weiß schon, es ist noch gar nicht Weihnachtszeit, aber die Aushänger für unseren Adventskalender sind angekommen und schaut doch nur, wie schön sie sind!

Adventskalenderaushänger. „Advent am Waldesrand“ von (c) Maike Schuchardt.

Als Aushänger werden übrigens in der Buchherstellung die fertig bedruckten, beschnittenen und gegebenenfalls gefalzten Druckbögen bezeichnet, die vor der Bindung des Buches letztmalig geprüft werden. Sollte in diesem letzten Prüfprozess noch ein Fehler entdeckt werden muss dann nicht das ganze Buch sondern nur der entsprechende fehlerhafte Bogen nochmals produziert werden.

Hier könnt ihr den Kalender vorbestellen.

Liebe Leser*innen,

in der letzten Woche war ich kurz – nicht ganz geplant, sondern vielmehr von allem anderen überrannt – vom Radar dieses Blogs verschwunden, vollkommen vom Schulfreifestival in Damelack absorbiert… und obwohl ich mir eigentlich vorgenommen habe, so etwas nicht ohne Ankündigung zu tun, war es dann irgendwie (zumindest für mich) doch nicht ganz so schlimm, denn wir haben vorgelesen… Der Eichhörnchenverlag hatte einige eigene und einige nicht selbst publizierte Kinder- und Jugendbücher eingepackt, die ausgeliehen werden durften und auch wurden  und hat eben auch selbst vorgelesen und das war sehr schön! …und weil es beim Vorlesen auch darauf ankommt, das Andere einfach einmal liegen zu lassen und ganz bei der Geschichte und den Zuhörer*innen zu sein, hat der Blog nun eben eine Woche pausiert.

Dafür haben wir in dieser Woche umso schönere Neuigkeiten von unserem aktuellsten Projekt!

Am Dienstag letzter Woche kam der Plot für unseren ersten Adventskalender Advent am Waldesrand von Maike Schuchardt bei uns an.

Ein Plot ist ein letzter Prüfdruck von der Druckerei, der die Möglichkeit geben soll, ein letztes Mal die Richtigkeit der Druckdaten zu überprüfen, bevor das Ganze dann in die Produktion übernommen wird. Der Plot wird nicht auf dem letztendlichen Material gedruckt, es reicht hierfür ganz einfaches Kopierpapier. Auch die Farben können in Nuancen abweichen und in unserem Fall sind auch noch die Stanzlinien, die nachher natürlich nicht mitgedruckt werden, in Magenta dargestellt. Vielmehr geht es darum, evtl. übersehene Rechtschreibfehler zu entdecken oder – wie in unserem Fall – darum, zu überprüfen, dass die Türchen tatsächlich so übereinander liegen, wie wir uns das vorgestellt haben

Dieser letzte Prüfschritt am Papier, nachdem man natürlich am Rechner schon 100 Mal darauf geschaut hat, ist immernoch immens wichtig und ja, wir haben tatsächlich noch einen winzigen Fehler im Text auf der Rückseite entdeckt, der aber schnell behoben wurde und inzwischen ist der Kalender längst im Druck!

Das technisch Besondere an unserem Kalender ist übrigens, dass sich in seinem Innern noch einmal das vollständige Kalenderbild einschließlich aller Tagesüberraschungen verbirgt und nach dem Ende der Adventszeit herausgetrennt und als Kunstdruck gerahmt oder sonstwie freudespendend bewahrt werden kann. Wie es zu dieser Idee kam, wird in einem anderen Artikel verraten werden müssen. 😉

Wer sich jetzt – wie wir – auch schon riesig auf den Kalender vorfreut, kann ihn hier in unserem Onlineshop vorbestellen.

Bis dahin gibt es hier außerdem noch zwei kleine Eindrücke. Was genau sich hinter den Türchen verbirgt, wird aber selbstverständlich noch nicht verraten! 🙂

Manchmal liegen in der ganzen Familie die Nerven blank. Dann ist der Moment gekommen, einen kleinen Urlaub einzuschieben.

So einen Moment hatten wir zum Ende der letzten Woche und deshalb haben wir beschlossen, eine spontane Pause zu machen.

Zugegeben: so ganz klappt das nicht, weil der Blog geschrieben werden möchte (wenn es auch spät geschieht) und weil die letzten Arbeiten am Adventskalender auf Hochtouren laufen und weil der frei werdende Kopf auch Lust macht, einige Verlagsprojekte mit neuem Elan voranzutreiben, aber ein wenig ruhiger lassen wir es doch angehen. Es bleibt Zeit für Tagesausflüge mit der Familie und auch für persönliche Herzensprojekte.

Eines dieser Projekte ist derzeit das Einreiten meines Pferdes Benvenuto Godot alias Togo. Ich mache diese Arbeit nicht selber, sondern habe sie in fähigere Hände gegeben, aber freitags fahre ich hin, lasse mir die Arbeit erklären, von den Fortschritten und Schwierigkeiten berichten und seit letzter Woche, sitze ich dann auch selbst auf meinem Pferd, das manche vielleicht schon aus unserem Bilderbuch Landtiere von Gerd Knappe und Susanne Haun kennen.

Gewaltvoll gezwungen wird unser Bilderbuchstar bei seiner Ausbildung übrigens nicht. (Denn ihn kann man nicht zwingen…) Physisch und psychisch gefordert und gefördert dagegen schon. Im Vergleich zu seiner Bilderbuchform wirkt er jetzt größer, er hat deutlich an Muskelmasse zugelegt und trägt seinen Körper auch anders. Sein Fell glänzt aber immer noch ebenso schön, wie zu der Zeit, als Thomas Lemnitzer die Fotos machte, die später zur Grundlage der Collagen von Susanne Haun wurden. Es ist ein wunderbarer Anblick.

In einer der Collagen Susanne Hauns, für die Togo Modell stand, findet sich das kuriose Detail des Pferdes im Pferd. Beim Vorlesen wundern sich manche Kinder darüber und fragen, was das zu bedeuten hat. Manche nehmen es aber auch kaum wahr oder finden es nicht weiter erwähnenswert, weil sie zum Beispiel davon ausgehen, dass es sich dabei um die Darstellung eines ungeborenen Fohlens handelt. Ich lasse das dann so stehen. Ich finde es schön, wenn Bilder viele und sehr unterschiedliche Geschichten erzählen können, die immer auch von den Betrachtern abhängen.

Pferd (mit Pferd im Pferd). Collage (c) Susanne Haun.

Meine Geschichte zu diesem Detail ist allerdings ein andere. Ich hatte zu dem Zeitpunkt als diese Bilder entstanden zwei Pferde. Das zweite Pferd hieß Lena und war die Mutter Togos. Die Künstlerin Susanne Haun wusste davon und hatte auch beide Pferde als fotografische Vorlagen für ihre Arbeiten vorliegen.

Die Stute Lena ist es, die ich in Susanne Hauns Zeichnung als Pferd im Pferd abgebildet sehe.

Zwei Pferde. Fotografie (c) Thomas Lemnitzer.

Mit dem Wissen um die genealogischen Zusammenhänge mutet es zunächst wie eine Irritation, eine Umkehrung der Verhältnisse an, wenn die Mutter im Sohn dargestellt ist. Ich finde es dennoch passend, denn es stimmt auch, dass ein Teil ihrer in ihm ist – in biologischer Hinsicht, aber auch in Bezug auf manche vielleicht eher erlernte Verhaltensweise. Gerade jetzt, wo wir neue Erfahrungen mit ihm als Reittier sammeln, wird mir diese Ähnlichkeit oft deutlich.

Für mich persönlich liegt auch etwas Tröstliches in diesem Bild, das deutlich macht, dass immer eines im anderen weiter lebt, denn die Stute Lena, die mich seit meinem elften Lebensjahr begleitet hat, lebt inzwischen nicht mehr. Das Bild Pferd (mit Pferd im Pferd) steht deshalb auch nicht, wie noch einige andere Bilder aus der Serie Landtiere von Susanne Haun zum Verkauf. Es befindet sich in meinem Privatbesitz.